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Kinder in der Verkehrsunfallstatistik

Die Zahl der Kinder, die im Straßenverkehr verletzt oder sogar getötet werden, ist in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – das ist die positive Nachricht.

Alle 18 Minuten verunglückt ein Junge oder Mädchen

Kinder werden im Straßenverkehr schnell übersehen

© S.Kobold/stock.adobe.com

 

Die Zahl der Kinder, die im Straßenverkehr verletzt oder sogar getötet werden, ist in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – das ist die positive Nachricht. Dennoch kamen 2018 immer noch rund 29.200 Kinder zu Schaden. Das sind 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Somit ist alle 18 Minuten ein Junge oder ein Mädchen unter 15 Jahren im Straßenverkehr verunglückt. 79 von ihnen kamen dabei ums Leben. Das sind 18 Kinder mehr als im Jahr 2017.  

Pkw-Unfälle am häufigsten

Wie die Verkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamts zeigt, kamen 2018 die meisten Kinder als Pkw-Insasse zu Schaden (37 Prozent). Etwas mehr als ein Drittel der unter 15-Jährigen war wiederum auf dem Fahrrad unterwegs und rund 22 Prozent zu Fuß, als der Unfall passierte. Da Kinder ab einem bestimmten Alter immer selbstständiger werden und alleine zur Schule, dem Sportverein oder zu Freunden laufen oder das Fahrrad nehmen, ist es wichtig, sie auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten. Die meisten Schulen bieten Fußgänger- oder Fahrradtrainings an. Hier lernen die Kinder beispielsweise, wie sie sich richtig an der Ampel oder am Zebrastreifen verhalten, wie sie mit dem Rad abbiegen oder bremsen und welche Straßenseite sie befahren dürfen. Doch auch Eltern sind gefragt: Sie sollten die Wege, welche die Kinder häufig nutzen, gemeinsam mit ihnen abfahren oder ablaufen und sie auf mögliche Gefahrenquellen hinweisen.

In der Rubrik „Verkehrserziehung“ finden Sie zahlreiche Beispiele für polizeiliche und schulische Präventionsprojekte sowie hilfreiche Tipps zu Themen wie dem verkehrssicheren Fahrrad oder angemessener Kleidung im Dunklen. Der Kinder-Verkehrsfilm „Mach‘s richtig!“ zeigt zudem, wie der fünfjährige Bruno mit seinem Hund Wasti im Straßenverkehr ohne Begleitung unterwegs ist.

Jungen sind besonders gefährdet

Jungen verunglücken im Straßenverkehr etwas häufiger als Mädchen. Ihr Anteil an den im Jahr 2018 insgesamt verunglückten Kindern lag bei rund 58 Prozent. Insbesondere als Radfahrer sind Jungen stärker gefährdet. Etwa zwei Drittel der 2018 verunglückten Kinder waren Jungen und nur knapp ein Drittel Mädchen. Doch auch als Fußgänger werden Jungen etwas häufiger verletzt oder sogar getötet (58 Prozent). Als Pkw-Insassen kamen 2018 hingegen etwas mehr Mädchen zu Schaden (53 Prozent).

Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamts gibt es zwei Gründe für die höhere Unfallgefährdung von Jungen. Zum einen sind sie stärker am Verkehr beteiligt und zum anderen ist ihre Risikobereitschaft größer als die von Mädchen.

Die Unfallursachen

Werden Kinder als Fußgänger zum Opfer, liegt das meist daran, dass sie die Fahrbahn falsch überschreiten (89 Prozent). Mehr als die Hälfte der 2018 verunglückten Kinder überquerte die Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten. Der zweithäufigste Fehler war das plötzliche Hervortreten hinter Sichthindernissen, beispielsweise parkenden Autos. Waren die Kinder mit dem Fahrrad unterwegs, wurde häufig die Straße falsch genutzt (22 Prozent). Meist fuhren sie auf der falschen Fahrbahnseite. Fast genauso häufig machten Jungen und Mädchen Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Ausfahren (19 Prozent). Gerade das Einfahren in den fließenden Verkehr bereitet ihnen große Schwierigkeiten. Das zeigt erneut, wie wichtig es ist, dass sowohl Eltern als auch Schulen mit den Kindern die Teilnahme am Straßenverkehr üben.

Vorsicht beim Schulweg

Die Verkehrsunfallstatistik gibt ebenfalls Auskunft darüber, zu welchen Uhrzeiten Kinder besonders häufig verunglücken. Dabei zeigt sich, dass im Jahr 2018 ein großer Teil der 6- bis 14-Jährigen zu Tageszeiten verletzt oder getötet wurde, in denen sie sich normalerweise auf den Weg zur Schule machen oder von der Schule nach Hause fahren oder laufen. Doch auch in der Freizeit sind Kinder gefährdet. Rund ein Drittel der verunglückten Mädchen und Jungen kam zwischen 15 Uhr und 18 Uhr zu Schaden. Das sind typischerweise Zeiten, in denen die Kinder ihre Freunde besuchen oder zum Sportverein oder Musikunterricht fahren.

 

MW (02.10.2019)

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