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Drogenhandel, Diebstahl, Vandalismus

Diebstahl, Beleidigungen, Körperverletzung, Vandalismus – Gewalt auf Bahnhöfen hat viele Gesichter. Auch wenn sich die Anzahl von Gewalttaten im Bahnhofsbereich statistisch gesehen in Grenzen hält, kommt es doch immer wieder zu Übergriffen. Typische Täter oder Opfer gibt es dabei nicht. Jeder kann zum Opfer werden, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Und die Täter handeln oft im Affekt, das heißt, ohne die Tat geplant zu haben. Verstärkte Präventionsarbeit soll dabei helfen, Bahnhöfe wieder sicherer zu machen

Gewalt und Drogen am Bahnhof

Auch Gewalt innerhalb bestimmter Szenen, sei es der Drogen- oder Obdachlosenszene, ist weit verbreitet. Ulrich Hermannes von der Stadtmission Hamburg war lange Zeit Leiter der Bahnhofsmission Hamburg. Er kennt das Problem: „Es kommt hier zu Körperverletzungen oder auch Diebstahlsdelikten untereinander. Dass Reisende betroffen sind, ist eher selten der Fall. Früher war auch der Drogenhandel am Bahnhof ein Problem. Durch die hohe Präsenz von Polizei und Sicherheitspersonal ist dies aber stark zurückgegangen.“ Werden Deliktfelder wie etwa der Drogenhandel offensichtlich, muss man umgehend eingreifen. Georg Schumacher von der Rheinbahn erklärt: „In den Bahnen gab es häufiger Fahrkartenkontrollen. Außerdem waren sowohl unser Sicherheitspersonal als auch Polizeibeamte in Uniform und in Zivil vermehrt in den Bahnen unterwegs. Dadurch hat man klar gemacht, dass ein solches Verhalten unerwünscht und die Bahn ein unbequemes Pflaster für Dealer ist.“

Scratching in Zügen ist ein großes Problem

© fuxart, fotolia

Vandalismus und Graffiti: Keine Kavaliersdelikte

Ein großes Problem im Gleis- und Bahnhofsbereich sind Graffitis und die so genannten „Scratchings“, das heißt zerkratzte Scheiben: Im Jahr 2016 zählte die Bundespolizei rund 27.000 Vorfälle von Graffiti und Vandalismus zu Lasten der DB – gegenüber dem Vorjahr ein leichter Anstieg. Der Schaden, der der Deutschen Bahn durch diese Taten entsteht, summiert sich Jahr für Jahr auf einen Betrag von ca. 34 Millionen Euro. Wird etwa ein ganzer Zug besprüht, beläuft sich der Schaden schnell auf mehrere Zehntausend Euro. Denn die einzelnen Lackschichten müssen Schicht für Schicht mit hohem Aufwand abgetragen werden. Das ist nicht nur teuer, sondern auch mit großen Umweltbelastungen verbunden. In der Graffitiszene finden solche Sprayer, die komplette Züge besprühen, größte Beachtung. Was viele der jugendlichen Täter jedoch nicht wissen: Auch wenn sie noch unter das Jugendstrafrecht fallen – den wirtschaftlichen Schaden kann die Deutsche Bahn über 30 Jahre im Nachhinein geltend machen und vom Täter einfordern.

Verstärkte Präventionsarbeit

Graffitis sind nach wie vor ein großes Problem, das die Deutsche Bahn allein mit Kameras und Personaleinsatz nicht in den Griff bekommt. Das Unternehmen setzt daher vermehrt auf Präventionsarbeit im Bereich Gewalt und Vandalismus. Mitarbeiter gehen dabei direkt in die Schulen und klären Kinder und Jugendliche über die Konsequenzen ihres Handelns auf. Zum Schutz von Zügen und Gebäuden setzt die DB Schutzlacke und Graffiti-Schutzfolien ein. Außerdem werden Zugabstellanlagen mit Technik und Personal bewacht. Gebäude erhalten zum Schutz neben Lackanstrichen so genannte „Opferschichten“. Darauf lassen sich Graffiti leichter entfernen. Außerdem sollen eine stärkere Beleuchtung möglicher Tatorte und der verstärkte Einsatz von Sicherheitstechnik dafür sorgen, dass weniger Graffiti entstehen. Ein weiterer Problembereich ist der Diebstahl von Buntmetall und Eisen von Bahnstrecken oder aus Baustellenbereichen. Das Metall wird von den Tätern im Anschluss weiterverkauft. Hier geht es nicht nur um den finanziellen Schaden, sondern auch um Ausfälle wie etwa Streckensperrungen. Der ganze Schienenverkehr kann beeinträchtigt werden, wenn etwa Signale oder Weichen nicht gestellt werden können oder gar ganze Schienen fehlen. Nach mehr als 3.000 Fällen im Jahr 2012 wurden 2016 nur noch gut 1.000 Fälle von Metalldiebstahl registriert. Gezielte Bestreifung, enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, künstliche DNA zur Markierung von Metallteilen und die enge Zusammenarbeit mit Metallhändlern im In- und Ausland haben das Risiko für Täter massiv erhöht und dafür gesorgt, dass die Fallzahlen zurückgehen.

(KL 29.09.2017)

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