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Fit fürs Elektroauto

Das Interesse an privater Elektromobilität steigt: Derzeit sind weltweit bereits mehr als drei Millionen elektrisch betriebene Autos auf den Straßen unterwegs, so das Ergebnis einer Untersuchung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW). Zudem gibt es in Deutschland immer mehr Carsharing-Angebote, die Fahrzeuge mit Elektroantrieb zur Verfügung stellen. Auch viele Fahrschulen reagieren auf den klimafreundlichen Trend und bieten ihren Fahrschülerinnen und Fahrschülern die Möglichkeit, die Führerscheinprüfung im E-Auto abzulegen. Doch was müssen Autofahrerinnen und Autofahrer beachten, wenn sie sich ans Steuer eines Elektroautos setzen?

Was müssen Autofahrer beachten?


Immer mehr Menschen steigen auf E-Autos um

© mmphoto, Adobe Stock

 

Das Interesse an privater Elektromobilität steigt: Derzeit sind weltweit bereits mehr als drei Millionen elektrisch betriebene Autos auf den Straßen unterwegs, so das Ergebnis einer Untersuchung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW). Zudem gibt es in Deutschland immer mehr Carsharing-Angebote, die Fahrzeuge mit Elektroantrieb zur Verfügung stellen. Auch viele Fahrschulen reagieren auf den klimafreundlichen Trend und bieten ihren Fahrschülerinnen und Fahrschülern die Möglichkeit, die Führerscheinprüfung im E-Auto abzulegen. Doch was müssen Autofahrerinnen und Autofahrer beachten, wenn sie sich ans Steuer eines Elektroautos setzen?

So kommen Sie sicher ans Ziel

Aus rechtlicher Sicht muss man für die Fahrt mit dem Elektroauto keine besonderen Voraussetzungen erfüllen, außer einen gültigen Führerschein zu besitzen. Auch das Fahren mit einem Hybrid-Auto ist weitestgehend unproblematisch. Dennoch gelten im Vergleich zum klassischen Verbrennungsmotor beim Elektroantrieb einige Besonderheiten, auf die sich Autofahrerinnen und Autofahrer einstellen müssen. Beispielsweise kann ein E-Auto deutlich schneller beschleunigen, da das maximale Drehmoment sofort zur Verfügung steht. Um Unfälle beim Anfahren zu vermeiden, muss das Fahrverhalten entsprechend angepasst werden. Hinzu kommt, dass alle Elektrofahrzeuge über ein Automatikgetriebe verfügen. Wer zuvor nur mit einem Schaltwagen gefahren ist, muss sich daher erst einmal umgewöhnen. Was außerdem zu beachten ist: Elektroautos verursachen kaum Geräusche, weshalb Fahrradfahrer oder Fußgänger sie häufig erst viel später wahrnehmen. Insbesondere beim nahezu geräuschlosen Anfahren oder Rangieren muss besonders auf andere Verkehrsteilnehmer geachtet werden.

Frank Schneider

Geschäftsbereich Fahrzeug und Mobilität, VdTÜV, © VdTÜV

Fahrprüfung mit dem E-Auto

Wer die Führerscheinprüfung mit einem Elektroauto absolviert, erhält einen voll gültigen Führerschein – dieser gilt allerdings nur für Fahrzeuge, die auch ein Automatikgetriebe besitzen. Wenn man diese Einschränkung umgehen möchte, sollte die Fahrprüfung auf einem Schaltwagen erfolgen. Fahrschülerinnen und Fahrschülern, die mit einem Schaltgetriebe üben, empfiehlt der Verband der TÜV (VdTÜV) dennoch, während der Ausbildung einige Fahrstunden auf einem E-Fahrzeug zu nehmen. Zudem ist es nach Einschätzung des Verbands sinnvoll, sich mit den vorhandenen Assistenzsystemen vertraut zu machen, die in den Elektroautos verbaut sind. „Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Assistenzsysteme, etwa für den Spurwechsel, oder auch Einparkhilfe. Je nach Hersteller und Modell kann es hier Unterschiede geben“, erklärt Frank Schneider vom VdTÜV. „Das gilt natürlich für normale Autos genauso. Daher ist es immer wichtig, sich damit auseinanderzusetzen – egal ob E-Auto oder nicht.“ Wer sich für eine Fahrausbildung oder einen Auffrischungskurs mit einem Elektro- oder Hybridfahrzeug interessiert, sollte bei den lokalen Fahrschulen nachfragen.

Begrenzte Reichweite beachten

Die durchschnittliche Reichweite eines Elektroautos liegt derzeit bei etwa 200 Kilometern. Dann muss die Batterie wieder aufgeladen werden. Kürzere Strecken lassen sich daher problemlos absolvieren. Schwieriger wird es auf längeren Distanzen. Denn in Deutschland gibt es bisher noch keine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Laut einer Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gab es Mitte 2017 in Deutschland rund 11.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Bis 2020 sollen es 15.000 sein – 10.000 Normal- Ladesäulen und 5.000 Schnell-Ladesäulen, an denen die Batterie innerhalb von etwa 30 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden kann. Auch die Hersteller investieren in die technische Weiterentwicklung der Fahrzeuge, um die Reichweite zu steigern. „Einige Fahrzeuge können bereits Distanzen von bis zu 400 Kilometer schaffen“, erklärt Frank Schneider. „Die Technik wird sich dahingehend immer weiter verbessern.“

E-Auto im Ausland: In einigen Ländern wie Frankreich, Norwegen oder Österreich ist die Ladeinfrastruktur bereits relativ gut ausgebaut. Innerhalb von Europa ist das Aufladen des Elektroautos in der Regel unproblematisch, da die meisten öffentlich zugänglichen Ladestationen, wie auch in Deutschland, über einen Anschluss mit einem Stecker des „Typ 2“ verfügen.

Reiseplanung nicht vergessen

Wer mit einem E-Auto längere Strecken innerhalb von Deutschland oder sogar ins Ausland fährt, sollte sich vor Fahrtantritt unbedingt über die auf dem Weg verfügbare Ladeinfrastruktur informieren, beispielsweise bei der Bundesnetzagentur. Denn ist die Batterie plötzlich leer, gibt es derzeit noch keine Möglichkeit, das E-Auto vor Ort mit einem mobilen Akku wieder fit zu machen, erklärt VdTÜV-Experte Frank Schneider: „Die Pannenhilfe muss in dem Fall leider abschleppen. Das ist dann vergleichbar mit einem technischem Defekt.“

MW (23.02.2018)

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