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Flexible Radarfallen in Berlin

Die Berliner Polizei sagt Rasern verstärkt den Kampf an. Seit Anfang des Jahres werden in der Bundeshauptstadt zwei semistationäre, autark arbeitende Geschwindigkeitsmessanhänger eingesetzt. Wie funktionieren sie? Und: Was verspricht sich die Polizei davon? Oliver Woitzik von der Polizei Berlin erklärt, warum sich die Polizei für diese Geräte entschieden hat und welche Vorteile sie bieten.

Raser im Visier


Zwei semistationäre, autark arbeitende Radargeräte sorgen in Berlin für mehr Verkehrssicherheit

© Vitronic

 

 

Die Berliner Polizei sagt Rasern verstärkt den Kampf an. Seit Anfang des Jahres werden in der Bundeshauptstadt zwei semistationäre, autark arbeitende Geschwindigkeitsmessanhänger eingesetzt. Wie funktionieren sie? Und: Was verspricht sich die Polizei davon? Oliver Woitzik von der Polizei Berlin erklärt, warum sich die Polizei für diese Geräte entschieden hat und welche Vorteile sie bieten.

Aufstellen, einstellen – los geht‘s

Seit Januar 2019 sind die beiden neuen Radargeräte im Berliner Stadtgebiet im Einsatz. Die Messgeräte sind in einem unscheinbaren Anhänger montiert, der am Straßenrand geparkt wird. So können sie ganz flexibel platziert werden. Einmal positioniert, messen die Anlagen selbstständig die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge und blitzen Verkehrssünder, die zu schnell unterwegs sind. „Man kann die Anlagen fast überall, innerhalb von nur 30 Minuten errichten und anschließend messen sie völlig autark. Lediglich für die Aufstellung und Abholung nach etwa fünf Tagen werden zwei Mitarbeiter benötigt – denn dann geht die Batterie langsam zur Neige“, erklärt Oliver Woitzik. Sobald die Batterie gewechselt ist, sind die Messgeräte sofort wieder einsatzbereit und können an anderer Stelle wieder für mehrere Tage aufgestellt werden. Der Verkehrsexperte sieht die Anhänger als optimale Ergänzung zu den bestehenden Radargeräten. „Die Anlagen schließen eine Lücke zwischen den stationären und den gängigen mobilen Radargeräten der Polizei hier in Berlin.“

Blitzen für mehr Verkehrssicherheit

Eingesetzt werden die Geräte überall da, wo es vermehrt zu deliktsbezogenen Unfällen kommt oder an Stellen, an denen regelmäßig zu schnell gefahren wird. „Das kann eine Tempo-30-Zone vor einer Schule sein oder ein Wohngebiet, in dem vielleicht nur zwischen zehn Uhr abends und sechs Uhr morgens Tempo 30 gilt. Wir nehmen aber auch individuelle Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern entgegen“, erklärt Woitzik. Ziel sei es, das Geschwindigkeits-Niveau nachhaltig zu senken und Autofahrer für die bestehenden Tempolimits zu sensibilisieren. „Wir merken schon, dass die Geschwindigkeit angepasst wird, wenn die Anhänger ein paar Tage vor Ort sind. Oft wiederholen wir die Aktion an der gleichen Stelle dann nach ein oder zwei Wochen noch einmal. Damit lässt sich der Effekt verstärken.“ Dabei gehe es der Polizei nicht darum, Autofahrer abzuzocken. „Wir blitzen dort, wo es aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit vermehrt zu Unfällen kommt. Das soll für mehr Sicherheit sorgen. Tempolimits gibt es schließlich nicht ohne Grund. Deshalb sollte man sich daran halten.“ Zudem seien die Geräte auch gut als Radarmessgeräte zu erkennen. „Es geht auch um Prävention – und nicht darum, jemanden zu täuschen.“

Polizeihauptkommissar Oliver Woitzik, Polizei Berlin

© Polizei Berlin

Bürokratischer Aufwand nicht zu unterschätzen

Die Beweisfotos zu erstellen ist eine Sache. Doch damit ist die Aufgabe noch nicht erledigt. Denn die Bearbeitung der Blitzerfotos ist für die Polizei und die Bußgeldbehörden aufwändig. „Wir hatten die Radargeräte über Ostern auf der Autobahn positioniert. Insgesamt gab es in diesem Zeitraum rund 17.000 Verstöße wegen zu schnellem Fahren. Einerseits kann man das als Erfolg verbuchen. Andererseits muss das auch alles bearbeitet und ausgewertet werden – dazu braucht man viel Personal“, gibt Oliver Woitzik zu bedenken.

Positives Feedback

Dennoch ist das Fazit der Testphase positiv. Während die Geräte zur Probe erst einmal nur gemietet wurden, sollen sie nun gekauft und fest in den Bestand der Berliner Polizei aufgenommen werden. Das Feedback zu den Geräten spricht für sich: „Die Kolleginnen und Kollegen sind mit der Bedienung, den Aufstellmöglichkeiten und dem Handling insgesamt sehr zufrieden. Und auch aus der Bevölkerung bekommen wir positive Rückmeldungen“, betont Oliver Woitzik. Denn im Gegensatz zu den normalen mobilen Radargeräten sind die Anhänger nicht schon nach zwei oder drei Stunden wieder verschwunden, sondern messen Geschwindigkeitsüberschreitungen über mehrere Tage hinweg. „Anwohner berichten, dass tatsächlich langsamer gefahren und es in ihrer Straße ruhiger wird. Das ist für uns schön zu hören und es zeigt, dass die Geräte eine sinnvolle Ergänzung für uns sind.“ SBa (27.09.2019)

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