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Opfer von Verkehrsunfällen unterstützen

Wer unverschuldet Opfer eines Verkehrsunfalls wird, für den ändert sich das Leben schlagartig. Betroffene sind häufig schwer verletzt und traumatisiert, manche müssen mit bleibenden Schäden wie etwa lebenslangen Behinderungen fertig werden. Hinzu kommt der Kampf mit Behörden und Versicherungen, der sich oft über mehrere Jahre hinzieht und die Betroffenen zusätzlich belastet. „Opfer von Verkehrsunfällen brauchen mehr Unterstützung“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Peter Schlanstein von der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e. V. (VOD).

„Es muss gleiches Recht für alle gelten“ 

Ein Verkehrsunfall kann von jetzt auf gleich alles verändern 

© benjaminnolte, fotolia 

 

Wer unverschuldet Opfer eines Verkehrsunfalls wird, für den ändert sich das Leben schlagartig. Betroffene sind häufig schwer verletzt und traumatisiert, manche müssen mit bleibenden Schäden wie etwa lebenslangen Behinderungen fertig werden. Hinzu kommt der Kampf mit Behörden und Versicherungen, der sich oft über mehrere Jahre hinzieht und die Betroffenen zusätzlich belastet. „Opfer von Verkehrsunfällen brauchen mehr Unterstützung“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Peter Schlanstein von der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e. V. (VOD).

Verkehrsunfallopfer sind auf sich allein gestellt 

Die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland wurde 2011 in der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster gegründet. Als neuer Dachverband vertritt er die Interessen der Institutionen und Selbsthilfe-Einrichtungen zum Schutz von Verkehrsunfallopfern in Deutschland. „Wir stehen mit unserer Arbeit noch relativ am Anfang. Unser Ziel ist es, ein strukturiertes Netzwerk zu schaffen, Kräfte zu bündeln und damit gezielt etwas zu verändern“, so Schlanstein. „Was der „Weiße Ring“ für die Opfer von Kriminalität ist, das möchte der VOD für die Opfer von Verkehrsunfällen sein. Denn der Weiße Ring schließt diese Opfer von seinen Unterstützungsmöglichkeiten aus.“ 

70.000 Schwerverletzte 

Kein anderer Lebensbereich in Deutschland birgt durch die Einwirkung Dritter so viele Gefahren für Menschen wie der Straßenverkehr: Im Jahr 2016 wurden mehr als 396.000 Menschen durch Verkehrsunfälle verletzt, etwa 70.000 davon schwer. „Wir möchten diese Menschen in ihrer schwierigen Lage unterstützen, denn bislang sind die Betroffenen mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Obwohl sie an ihrer Situation keine Schuld tragen, haben sie keinen Rechtsanspruch auf Hilfe. Das muss sich unbedingt ändern“, erläutert der Verkehrsexperte. Denn während Opfern von Kriminalstraftaten Unterstützung durch das Opferentschädigungsgesetz zusteht, gehen Verkehrsunfallopfer leer aus.

Verkehrsunfallopfer stehen mit ihren Problemen oft allein da

© Kadmy, fotolia

Opferentschädigungsgesetz auch für Verkehrsunfallopfer 

Im Opferentschädigungsgesetz ist geregelt, dass Opfer von Kriminalstraftaten unmittelbare Unterstützung erhalten. Sie haben beispielsweise das Recht auf einen Anwalt, der sie bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche unterstützt sowie auf sofortige finanzielle Hilfen. „Für Verkehrsunfallopfer gilt dieses Gesetz nicht. Und das, obwohl die Anzahl dieser Opfer sogar höher ist als die von Kriminalstraftaten. Vielen ist dies gar nicht bewusst. Wir setzen uns daher aktiv für die Änderung des Gesetzes ein und haben uns bereits mit einem Vorschlag an das Bundesjustizministerium gewandt.  Letztendlich spielt es ja keine Rolle, wodurch jemand unverschuldet verletzt wurde. Niemand sucht sich solch ein Schicksal selbst aus. Daher sollte hier gleiches Recht für alle gelten“, fordert Schlanstein. Die Belastungen für die Opfer seien zum Teil enorm. „Manche Opfer müssen sich ihr Recht bei Versicherungen, Arbeitgebern oder Behörden mühsam auf eigene Kosten erkämpfen. Dadurch geraten viele in eine finanzielle Notlage.“ 

Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e. V. (VOD) 

Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol)  Zum Roten Berge 18-24  48165 Münster  Tel.: 02501/806436 VOD@dhpol.de 

Win-Win-Situation schaffen 

Der VOD will außerdem erheben, wie groß der individuelle, aber auch der volkswirtschaftliche Schaden von Verkehrsunfällen ist, denn bisher gibt es in diesem Bereich nur Schätzungen, aber keine konkreten Zahlen. Außerdem soll festgestellt werden, inwieweit es Schäden durch verschleppte Versicherungsleistungen gibt. „Wir glauben, dass wir auf Dauer eine Win-Win-Situation schaffen können. Und zwar dadurch, dass wir das Geld, das volkswirtschaftlich durch Unfälle und die Beeinträchtigung der Opfer verloren geht, durch eine schnellere und effizientere Unterstützung der Opfer wieder ausgleichen können. Wenn Opfer sich schneller erholen können, würde das allen helfen – und nicht zuletzt die Kosten reduzieren“, erklärt Schlanstein. 

„Vision Zero“ vorantreiben 

Damit es gar nicht erst zu Verkehrsunfällen kommt, will sich die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland auch für die Umsetzung der so genannten „Vision Zero“ stark machen. Das Ziel von Vision Zero: Es soll im Straßenverkehr möglichst keine Toten und Schwerverletzten mehr geben. Der Grundgedanke ist, dass Menschen von Natur aus Fehler machen. Deshalb sollten Straßen möglichst fehlerverzeihend angelegt werden. „95 Prozent der Verkehrsunfälle resultieren aus menschlichen Fehlern. Deshalb muss der Mensch so gut es geht unterstützt werden, indem Straßen möglichst systemisch angelegt werden, das heißt, sie müssen mit klaren Vorschriften und DIN-Normen versehen werden, die eine gewisse Sicherheit zugrunde legen“, fordert Peter Schlanstein. Besonders Landstraßen seien wenig fehlerverzeihend gebaut. „Gerade in diesem Bereich müsste man überlegen, etwa mit Tempolimits zu arbeiten, wenn eine Straße bestimmte Gefahren-Kriterien erfüllt, aber auch weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zu treffen“, so der Verkehrsexperte. Auf der Internetpräsenz der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland gibt es weitere Informationen zu den aktuellen Aktivitäten des VOD sowie den aktuellen Jahresbericht 2016. KL (26.05.2017)

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