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Richtiges Verhalten bei Polizeikontrollen

Sofort anhalten oder noch bis zum nächsten Parkplatz fahren? – So reagieren Autofahrer korrekt, wenn sie von der Polizei angehalten werden:

Polizeioberkommissarin Stefanie Püttner

© Polizeipräsidium Oberfranken

Wie Autofahrer anhalten sollten

Natürlich spielt beim richtigen Anhalten die Verkehrssituation eine Rolle. Eine Vollbremsung auf einer überfüllten Straße könnte schnell zum Auffahrunfall führen. Faustregel: Man sollte dort stehen bleiben, wo gefahrloses Anhalten möglich ist. „Falls man sich unsicher ist, etwa weil man die Örtlichkeit nicht kennt, sollte man zumindest den Beamten signalisieren, dass man sie wahrgenommen hat und willens ist, anzuhalten“, sagt Stefanie Püttner. Das könnten Fahrer zum Beispiel tun, indem sie nur sehr kurz den Blinker nach rechts setzen und ihre Geschwindigkeit merklich drosseln.

Wird man von der Polizei auf der Autobahn angehalten, ist es einfacher: „Hier können die Beamten meist gut überholen, sodass sie vor dem Fahrzeug herfahren, das sie anhalten möchten. Der Fahrer braucht einfach nur dem Polizeiwagen zu folgen, der in der Regel den nächsten Parkplatz ansteuert“, erklärt die Polizistin.

Verhalten bei der Polizeikontrolle

Nicht nur auf Seiten der Autofahrer, auch bei den Polizisten kann es zu Missverständnissen kommen. Wer angehalten wurde, kann mit seinem Verhalten dafür sorgen, dass die Kontrolle reibungslos verläuft: „Es ist sinnvoll, den Motor auszumachen, die Handbremse anzuziehen und sich dann auf das Gespräch mit den Beamten vorzubereiten“, rät Stefanie Püttner. Dazu gehört auch, das Radio abzuschalten und das Fenster aufzumachen. Was irreführend sein könnte, ist, während man nach seinen Papieren kramt mit gebücktem Oberkörper irgendwo im Fußraum zu verschwinden oder vorschnell und hastig aus dem Auto zu springen. Besser ist es, bei heruntergelassener Scheibe ruhig im Auto sitzen zu bleiben und zu warten, was die Polizisten von einem möchte.

Als Fahrzeugführer muss man den Führerschein und den Fahrzeugschein bei sich haben. Hat man die Dokumente nicht dabei, kann es zu einer Verwarnung und einem Verwarnungsgeld von zehn Euro kommen. Zusätzlich muss man die Papiere innerhalb weniger Tage bei einer Polizeidienststelle vorzeigen. Nicht zwingend erforderlich, aber vor Ort hilfreich ist es, seinen Ausweis parat zu haben. Das erspart es dem Fahrer, ihn nachreichen zu müssen, sollte es zu einem Bußgeldverfahren kommen.

Missachtung der Anhaltezeichen

Polizeioberkommissarin Stefanie Püttner beruhigt: „Die Kollegen wissen ja, dass Menschen verunsichert und nervös sind, wenn sie von der Polizei angehalten werden.“ Unschlüssiges Verhalten von Autofahrern wird also erst einmal nicht als böswillig gedeutet, sondern trifft bei den Beamten in der Regel auf Verständnis. Entscheidend sind die Gesamtumstände: „Wenn jemand trotz einer Vielzahl von Zeichen, trotz Blaulicht und Blitzlicht sowie Yelp-Sirene nicht anhält oder seine Geschwindigkeit erhöht und ein Fluchtverhalten zeigt, dann müssen die Beamten natürlich davon ausgehen, dass das eine absichtliche Missachtung ist“, sagt sie. Wer wie oben beschrieben signalisiert, dass er anhalten will und seine Geschwindigkeit drosselt, hat nichts zu befürchten – jedenfalls nicht, wenn er sich regelkonform verhält. Zwar werden in manchen Fällen Autos und Fahrer kontrolliert, weil den Beamten etwas aufgefallen ist – etwa ein defektes Licht oder anderes –, meist handelt es sich aber um präventive, allgemeine Verkehrskontrollen. Bei denen werden Fahrzeuge stichprobenartig ohne konkreten Anlass überprüft. Stefanie Püttner wünscht sich auch Verständnis der Autofahrer: „Wir machen damit ja auch nur unseren Job und möchten für Verkehrssicherheit sorgen.“

(KS 29.10.2015)

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