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Senioren sicher am Steuer

Viele fordern eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit für Ältere. Aber was sagen die Statistiken? Sind ältere Autofahrer tatsächlich häufiger in Unfälle verwickelt als jüngere? Burkhard Gerkens vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, der als Referent für den Bereich „Ältere Verkehrsteilnehmer“ zuständig ist, gibt Auskunft.

„Ältere gehen verantwortlich mit Leistungseinbußen um“

Sicher mobil – auch im Alter

© Tyler Olson, fotolia

 

Wo liegen derzeit die inhaltlichen Schwerpunkte bei der Seniorenarbeit des DVR? Viele fordern eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit für Ältere. Aber was sagen die Statistiken? Sind ältere Autofahrer tatsächlich häufiger in Unfälle verwickelt als jüngere?

Burkhard Gerkens vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, der als Referent für den Bereich „Ältere Verkehrsteilnehmer“ zuständig ist, gibt Auskunft.

Senioren am Steuer werden immer wieder als Verkehrsrisiko dargestellt. Verursachen die älteren Verkehrsteilnehmer denn tatsächlich mehr Unfälle?

Eindeutig nein! Ältere Verkehrsteilnehmer tauchen in der Unfallstatistik seltener auf als jüngere. Bezogen auf 100.000 Personen der Altersgruppe verunglücken im Alter weniger Menschen als in jüngeren Jahren. Allerdings sind PKW-Fahrer über 75 Jahre häufiger Unfallverursacher, wenn es zu Unfällen kommt, was allerdings sehr selten der Fall ist.

Mit zunehmendem Alter nehmen das Sehvermögen und die körperliche Leistungsfähigkeit stark ab. Wie können Senioren diese Nachteile kompensieren?

Das Nachlassen des Sehvermögens lässt sich in den meisten Fällen mit Sehhilfen ausgleichen. Höherer Blendempfindlichkeit und Nachtblindheit begegnen Senioren mit Verhaltensänderungen, etwa dadurch, dass sie bei Dunkelheit seltener oder gar nicht mehr fahren. Nachlassende Reaktionsfähigkeit kann mit entsprechenden langsameren Geschwindigkeiten kompensiert werden. In der Regel fahren Ältere daher auch langsamer und mit mehr Abstand als Jüngere.

An welche Stellen können sich Senioren wenden, die sich innerhalb des Straßenverkehrs unsicher oder überfordert fühlen?

Eine wichtige Adresse ist hier der Hausarzt, der die gesundheitliche Voraussetzung für eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr abchecken kann. Einige TÜV´s bieten zudem Kurse an, um die Fahrtauglichkeit vertraulich zu prüfen. Auch Fahrlehrer können beispielsweise zu Rate gezogen werden und professionelle Rückmeldung über das Fahrverhalten geben. Nicht zuletzt bieten einige DVR-Mitgliedsorganisationen Kurse an, in denen man mit Gleichaltrigen die Verkehrsprobleme unter qualifizierter Anleitung diskutieren kann. 

 

Burkhard Gerkens

Referent beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat, © privat

Wo liegen derzeit die inhaltlichen Schwerpunkte bei der Seniorenarbeit des DVR?

Der DVR hat gerade seine Seniorenprogramme aktualisiert und auf alle Verkehrsteilnehmerarten ausgedehnt. Es werden nicht mehr nur Kraftfahrer und Fußgänger angesprochen, sondern auch Radfahrer, deren Anteil übrigens unter den Älteren deutlich angestiegen ist, und Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Ziel unserer DVR-Programme ist es, die Mobilität der Senioren so lange und so sicher wie möglich zu erhalten, um ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Diese zentrale Zielsetzung soll über die Schwerpunkte „Situationsbewältigung“ und „verantwortliches Handeln“ erreicht werden. Dazu gehört zum Beispiel die Vermeidung von kritischen Situationen, wie Nachtfahrten im Auto, aber auch die Stärkung von persönlichen Fähigkeiten durch entsprechendes Training, Schulungen und Hintergrundinformationen.

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