Sie sind hier >  /  
< Zivilcourage im Schnellkurs

Eine Stadt engagiert sich für Zivilcourage

Man schaut oft weg, wenn jemand in der Öffentlichkeit mit Worten oder mit körperlicher Gewalt angegriffen wird oder wenn Einbrecher am Werk sind. Aus Gleichgültigkeit oder Unsicherheit ignoriert man die Situation einfach und kneift, anstatt zu handeln. Die Folgen bekommt man zu spüren, wenn man selbst einmal Hilfe benötigt: Dann schauen die anderen weg und tun so, als ob sie nichts bemerken würden.

Goslar zeigt Gesicht

Gleichgültigkeit verhindert Zivilcourage

© Klaus-Peter Adler, fotolia

 

Man schaut oft weg, wenn jemand in der Öffentlichkeit mit Worten oder mit körperlicher Gewalt angegriffen wird oder wenn Einbrecher am Werk sind. Aus Gleichgültigkeit oder Unsicherheit ignoriert man die Situation einfach und kneift, anstatt zu handeln. Die Folgen bekommt man zu spüren, wenn man selbst einmal Hilfe benötigt: Dann schauen die anderen weg und tun so, als ob sie nichts bemerken würden.

 

Das Bild der drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen, fasst diese Haltung in ein treffendes Bild für mangelnde Zivilcourage. Das Motiv stammt eigentlich aus Japan und bedeutet in der buddhistischen Lehre, dass man weise über Schlechtes hinwegsieht. Bei uns stehen die drei Affen jedoch dafür, seine Sinne vor dem Schlechten wider besseres Wissen zu verschließen. Ein passendes Bild.

Die Polizeiinspektion in Goslar, einer Stadt mit 42.000 Einwohnern im Südostzipfel Niedersachsens,unternimmt selbst etwas für Zivilcourage in ihrem lokalen Umfeld. Im Herbst 2010 startete die Aktion „Goslar zeigt Gesicht“.Sascha Göritz, Pressesprecher der Polizeiinspektion Goslar: „Wir haben uns Kampagnenpartner gesucht. Die Goslarsche Zeitung, die uns mit Rat und Tat unterstützt hat, war schnell an unserer Seite und auch das „Cineplex“-Kino, das hier in der Region eines der größten ist. Gemeinsam mit dem Weißen Ring, der sich seit Jahrzehnten um Opfer von Straftaten kümmert, und dem Fotostudio photogeno haben wir ein gutes Team zusammengebracht.“ 

Die Goslarer Kampagne legt ihren Schwerpunkt auf die Arbeit mit Anzeigen und Kinospots. Die Grundidee ist einfach und überzeugend: „Menschen, die in Goslar wirken, die ein bekanntes Gesicht haben, und solche, die man einfach in der Stadt treffen kann, stellen sich für Plakate zur Verfügung.“ Aber auch Prominente, die man aus dem Sport oder der Politik kennt, sind dabei. „Sie alle zeigen Gesicht und sagen: Zivilcourage – dahinter stehe ich voll und ganz.“

Sascha Göritz

Pressesprecher der Polizei Goslar © Polizei Goslar

Plakatserie mit lokalen und bundesweiten Promis

Es ist bemerkenswert, dass sich mittlerweile 50 Menschen für diese Plakataktion zur Verfügung stellten: Thomas Brych, der Leiter der Polizeiinspektion Goslar („Farbe bekennen“) und Reinhard Brückner, der Pastor der St.-Stephani-Gemeinde („Es gibt Dinge im Leben, über die sollte man nicht hinwegsehen“), stehen für die Menschen, die man täglich in Goslar treffen kann. Prominente Schauspieler wie Jan Fedder („Im richtigen Augenblick die Notbremse ziehen“) und Ralph Möller („Führe Regie, wenn es brenzlig wird“) sind ebenfalls zu sehen. Auch Politiker wie SPD-Chef Sigmar Gabriel („Notruf 110 – schon immer eine coole Nummer“) und Uwe Schünemann, Niedersachsens Innenminister und Schirmherr der Kampagne („Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung“), werden mit einem passenden Gegenstand und einem entsprechenden Appell abgebildet. „Es ist für jeden, der da zu sehen ist, eine Ehre und ein Stück Selbstverständlichkeit, sich für diese Kampagne zur Verfügung zu stellen“, meint Sascha Göritz. Alle Motive der Anzeigenaktion findet man auch im Internet.

Seite: 1 2 weiter >>

Weitere Infos zum Thema Zivilcourage

Ein Präzedenzfall unterlassener Hilfeleistung

Am frühen Morgen des 13. März 1964 fährt die junge New Yorkerin Kitty...[mehr erfahren]

Tipps zur Vorbeugung und Deeskalation

Die Pöbelei in der Bahn, die Schlägerei vor der Disko, der nächtliche...[mehr erfahren]

Preise für Zivilcourage

In Deutschland gibt es viele Preise, die an Jugendliche oder...[mehr erfahren]

Blechschaden, Nachbarschaftsstreit, Prügelei: Wann sollte man die Polizei rufen?

Bei Wohnungseinbrüchen, schweren Unfällen oder Körperverletzungen ist...[mehr erfahren]

Polizeibeamte als Trainer

In der Stadt und im Landkreis München gibt es seit mehr als 20 Jahren...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Meist gelesene Artikel

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.

Polizeicartoons

Hier finden Sie noch mehr Cartoons.