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Minderwertige T-Shirts, gefälschte Sportschuhe

Im Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg gibt es sieben Ermittlungssachgebiete: Ein Fachbereich beschäftigt sich einerseits mit der Drogenfahndung, andererseits kümmert er sich um vielfältige andere Zolldelikte, angefangen vom gewerblichen Rechtsschutz über Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz bis zu Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Ingo Krumbholz ist als Fahnder beim Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg für diese breite Palette „sonstiger“ Delikte zuständig.

Der Zoll setzt Rechte von Marken- und Patentinhabern durch

Gefälschte Textilien sind manchmal schwer zu identifizieren

© GoodMood Photo, fotolia

 

Im Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg gibt es sieben Ermittlungssachgebiete: Ein Fachbereich beschäftigt sich einerseits mit der Drogenfahndung, andererseits kümmert er sich um vielfältige andere Zolldelikte, angefangen vom gewerblichen Rechtsschutz über Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz bis zu Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Ingo Krumbholz ist als Fahnder beim Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg für diese breite Palette „sonstiger“ Delikte zuständig.

Herr Krumbholz, im Jahr 2008 haben Sie mit einer spektakulären Durchsuchungsaktion auf der Internationalen Funkausstellung nach Produktfälschungen gesucht. Wie hat sich die Situation auf der IFA seitdem entwickelt?

Ganz erfreulich. Im Jahr 2009 haben wir eine ähnliche Aktion durchgeführt. Bei der haben wir aber längst nicht mehr so viel Marken- und Produktpiraterie gefunden. Daraufhin haben wir in den letzten drei Jahren unsere Präsenz dort massiv zurückgefahren.

Die Zahl der Anzeigen in Zusammenhang mit der IFA hat sich im Vergleich zu 2008 ungefähr auf ein Drittel reduziert. Das kann daran liegen, dass die Aussteller nun wissen: Der Zoll reagiert, wenn sie mit Fälschungen oder Produkten ohne Patent auf der Messe erscheinen. Vielleicht sind sie auch schlauer geworden und zeigen interessierten Kunden die gefälschten Produkte nur noch auf dem Laptop. Es ist sicherlich eine Mischung aus beiden Effekten.

Welche anderen Verfahren im Bereich Marken- und Produktpiraterie haben Sie denn in den letzten Jahren besonders beschäftigt?

Ein Beispiel: In den Jahren 2009 und 2010 fielen bei einer Spedition zahlreiche Sendungen aus der Türkei auf, in denen sich gefälschte Textilien befanden. Die Käufer waren Händler, die diese gefälschten Textilien weiterverkauften. Die einzelnen Sendungen waren bis zu mehreren hundert Kilo schwer.

Generell kann man sagen, dass die Masse der Verstöße bei Textilien und Sportschuhen zu verzeichnen ist. Aus dem technischen Bereich hatten wir zwei Verfahren mit Motorradteilen: Da wurde ein schwunghafter Handel mit gefälschten Vergasern betrieben. In diesem Fall haben wir auch hier in Berlin und Brandenburg in zwei Fällen erfolgreich durchsucht. Auch bei Tonerkartuschen für Kopierer hatten wir schon mit Plagiaten zu tun. In einem weiteren Fall ging es um Baumaschinenersatzteile. Dieses Verfahren hat sich allerdings zerschlagen, als wir feststellten, dass die Patente für die Ersatzteile nicht mehr gültig waren.

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