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Cannabis legalisieren?

Der 20. April ist für Amerikas Kiffer immer ein ganz besonderes Datum. Aus Protest gegen die geltende Drogenprohibition, die ihnen den Genuss von Cannabis verbietet, entzünden sie an diesem Tag an öffentlichen Plätzen, in Parks oder auch vor Regierungsgebäuden ihre Joints. Jedes Jahr wird am "Fourtwenty" von New Hampshire bis Kalifornien in aller Öffentlichkeit Haschisch und Gras geraucht - zumeist ungeahndet von der Polizei. Soweit ist es in Deutschland zum Glück noch lange nicht.

Harte Diskussionen über weiche Drogen

Keine gute Idee: Die Legalisierung von Cannabis 

© Ademoeller, fotolia

 

Der 20. April ist für Amerikas Kiffer immer ein ganz besonderes Datum. Aus Protest gegen die geltende Drogenprohibition, die ihnen den Genuss von Cannabis verbietet, entzünden sie an diesem Tag an öffentlichen Plätzen, in Parks oder auch vor Regierungsgebäuden ihre Joints. Jedes Jahr wird am "Fourtwenty" von New Hampshire bis Kalifornien in aller Öffentlichkeit Haschisch und Gras geraucht - zumeist ungeahndet von der Polizei. Soweit ist es in Deutschland zum Glück noch lange nicht.
 

Der Deutsche Hanf Verband (DHV) mit Sitz in Berlin fordert die Aufhebung des generellen Handelsverbotes mit Cannabis. Vorschläge und Standpunkte wie dieser stoßen auf ein geteiltes Echo. Legalisierungskritiker befürchten, dass liberalere Regeln zum Umgang mit Cannabis auch Konsequenzen für die Ausbreitung anderer Drogen hätten. Sie meinen, Cannabisprodukte seien zwar weiche Drogen, gelten aber als Einstieg für härtere Sachen. Keine der neueren Studien hätte Cannabisprodukten wie Haschisch oder Marihuana eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt. Im Gegenteil: Die Experten sind sich einig, dass Dauerkonsum zu ernsthaften körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen könne. Tatsächlich haben Marihuana und Haschisch heute nichts mehr mit der ehemaligen Ökodroge der sechziger und siebziger Jahre zu tun. Moderne Cannabisprodukte werden mittlerweile mit High-Tech-Methoden angebaut. Das professionelle Vorgehen der Produzenten verändert die Eigenschaften der Pflanze. Betrug der Anteil von THC (Tetrahydrocannabinol) in einem Gramm Hasch 1970 etwa ein bis drei Prozent, liegt der Anteil, heute bei etwa 12 bis 16 Prozent. Michaela Heyer vom Landeskriminalamt (LKA) sagte der Bild-Zeitung zu diesem Thema: "Der THC-Gehalt wird durch die optimierten Indoor-Anlagen hochgetrieben. Deshalb sehen unsere Experten die Pflanzen nicht mehr als weiche Droge." Auch Suchtexperten warnen vor den Cannabis-Wirkstoffen. Durch den Konsum könnten geistige Abwesenheit, Depressionen oder sogar Psychosen entstehen. Besonders Jugendliche seien stark gefährdet, wenn sie früh mit dem Konsum beginnen würden.

Der Konsum von Cannabis kann Depressionen oder Psychosen nach sich ziehen

© hoffmannsgalerie Berlin, fotolia

GdP lehnt Freigabe von Cannabis ab

Der Ruf nach einer Entkriminalisierung von Cannabis sorgt bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für Skepsis. Als Berufsvertretung der Polizisten, die tagtäglich auf der Straße mit den Problemen des Drogenkonsums und der Drogenkriminalität zu tun haben, setzt sich die GdP zwar für eine Versachlichung der teilweise hitzig geführten Debatte ein, ist aber klar gegen eine Freigabe von Cannabis. „Anstatt sich Gedanken um eine Legalisierung zu machen, sollte es ein Hauptanliegen der Politik sein, die Drogenprävention zu verbessern", sagt GdP-Pressesprecher Rüdiger Holecek. Mit einer Freigabe sieht er massive Probleme auf die Gesellschaft zukommen. Zwar würde, wie bei jeder Legalisierung einer Straftat, die statistisch erfasste Kriminalität logischerweise sinken, dafür geht Holecek von einer Zunahme der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss aus. Außerdem befürchtet man bei der GdP, dass nach einer Legalisierung mehr Menschen Haschisch rauchen würden. Gerade die Werbemöglichkeiten eines legalisierten Rauschgiftmarktes sorgen bei der Gewerkschaft für Bauchschmerzen. Zumindest theoretisch könnten sich die Produzenten und Händler offener Marketingmethoden bedienen und so Absatz und Konsum ankurbeln. „Mit einer Steigerung des Rauschgiftkonsums ist in jedem Fall zu rechnen - mit allen gesundheitlichen und sozialen Folgen", so der GdP-Sprecher. 

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