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Die Drogenberatungsstelle als Lebenshilfe

Drogenberatungsstellen sind für Suchtgefährdete oder Abhängige häufig die erste Anlaufstelle, wenn es um den Ausstieg aus der Sucht geht. Die Geschichten der Konsumenten sind dabei vielfältig. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und aus allen Altersstufen.

„Man muss bereit sein, zu kämpfen!“

Drogenberatungsstellen helfen auch im Umgang mit Ämtern

© Drobs Dortmund

 

Drogenberatungsstellen sind für Suchtgefährdete oder Abhängige häufig die erste Anlaufstelle, wenn es um den Ausstieg aus der Sucht geht. Die Geschichten der Konsumenten sind dabei vielfältig. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und aus allen Altersstufen. 

 

Wolfram Schulte, Diplom-Sozialarbeiter und analytischer Suchttherapeut in der Drogenberatungsstelle „Drobs“ in Dortmund erklärt: „Es wenden sich sowohl Jugendliche an uns als auch Erwachsene, die schon seit Jahren konsumieren. Mein ältester Klient war 64, die jüngste Klientin gerade mal zwölf Jahre alt. Auch die gesellschaftliche Herkunft spielt keine Rolle. Manche Klienten kommen aus völlig desolaten Familienverhältnissen, haben weder einen Schulabschluss noch einen Job. Andere wiederum sind in Führungspositionen tätig und führen ein nach außen hin geordnetes Leben.“

Die Drogenberatungsstelle berät nicht nur nach Termin, sondern macht in seinem „Cafe Flash“ auch so genannte niedrigschwellige Angebote. Abhängige und Substituierte, das heißt Personen, die sich in einer Drogenersatztherapie befinden, können sich dort aufhalten und bei Bedarf auch weitere Hilfe in Anspruch nehmen. Meistens geht es dabei um die Beantragung von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, oder auch um Unterstützung bei der Wohnungssuche. „Viele unserer Klienten sind gar nicht in der Lage, die Briefe, die sie etwa von Ämtern erhalten, zu verstehen, und können dementsprechend gar nicht darauf reagieren. Wir helfen ihnen dann dabei. Wir begleiten sie auch bei Behördengängen oder Wohnungsbesichtigungen“, erklärt Schulte.

Innere Unzufriedenheit ist oft der erste Schritt aus der Sucht

Die Motivation, um mit dem Konsum von Drogen aufzuhören, ist bei jedem Abhängigen anders. Wolfram Schulte erzählt etwa von einem 23-Jährigen, der sich nach zehnjährigem Cannabiskonsum an die Beratungsstelle wandte. „Ausschlaggebend für seinen Entschluss, etwas zu ändern, war, dass er sich in eine junge Frau verliebt hatte, die ganz gegen Drogen war. Das hat ihn dazu gebracht, sich mit seiner Situation auseinanderzusetzen und umzudenken“, so der Experte. Der Suchttherapeut berichtet auch von einem cannabisabhängigen Jugendlichen, der aufgrund seiner Sucht die Schule abgebrochen hatte: „Er hat irgendwann gemerkt, dass er ohne Schulabschluss und Ausbildung im Leben nicht weiterkommt. Die Gelegenheitsjobs haben ihn irgendwann genervt. Er hat den Absprung dann auch tatsächlich geschafft und seinen Abschluss nachgeholt. Heute studiert er sogar.“ 

Wolfram Schulte, Diplom-Sozialarbeiter und analytischer Suchttherapeut bei „Drobs“

© Drobs Dortmund

Am Anfang des langen Prozesses, sich von einer Sucht zu lösen, steht immer eine innere Unzufriedenheit, die mit der Zeit immer stärker wird. „Ich glaube, da unterscheiden sich Drogen gar nicht so sehr von anderen Dingen. Man stellt irgendwann fest: ‚So will ich das nicht mehr, da fühle ich mich nicht mehr wohl mit. Ich muss etwas ändern.’ Da spielt es gar keine Rolle, ob es um das Körpergewicht, eine Beziehung oder eben den Drogenkonsum geht. Diese erste Einsicht muss aber da sein, sonst kommt man nicht weiter“, weiß der Experte. Trotz diesem ersten wichtigen Schritt schafft es aber noch lange nicht jeder, sich erfolgreich gegen seine Sucht zu stellen. Der Weg ist mühsam und viele geben unterwegs auf. „Letztendlich kommt es aber darauf an, wie sehr man bereit ist, für etwas zu kämpfen. Auch die stetige Reflektion ist wichtig. Man muss sich immer wieder fragen: Was will ich erreichen und was habe ich schon erreicht? Man muss sich realistische Ziele setzen, damit man zwischendurch immer wieder kleine Erfolgserlebnisse hat“, erklärt Schulte.

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