An Zebrastreifen fühlen sich gerade jüngere Schüler oft unsicher, da sie nicht erkennen, inwieweit der herannahende Fahrzeugführer sein Fahrzeug abbremst
An Zebrastreifen fühlen sich gerade jüngere Schüler oft unsicher, da sie nicht erkennen, inwieweit der herannahende Fahrzeugführer sein Fahrzeug abbremst

Das ehrenamtliche Engagement von Elternlotsen

Verkehrshelfer im Einsatz

Verkehrshelfer bzw. Schülerlotsen sind dazu da, jüngeren Kindern auf ihrem Schulweg bei der Überwindung kritischer Stellen zu helfen, die für sie problematisch sind. Oftmals sind Schülerinnen und Schüler an gefährlichen Örtlichkeiten als Verkehrshelfer allerdings überfordert und müssen durch Erwachsene ersetzt werden. Viele Schulen rufen aus diesem Grund speziell Eltern dazu auf, sich ehrenamtlich als Verkehrshelfer an der Schule ihres Kindes zu engagieren. An Grundschulen kommen in der Regel nur erwachsene Verkehrshelfer in Frage. Seit Anfang der 90er Jahre hat der Begriff „Verkehrshelfer“ den zuvor gängigen Ausdruck „Schülerlotse“ weitestgehend abgelöst. Das liegt auch daran, dass sich das Aufgabenfeld erweitert hat – inzwischen werden Verkehrshelfer z. B. auch im bereich des ÖPNV an Bus- und Bahnhaltestellen eingesetzt. Grundsätzlich kann sich jeder Jugendliche, der älter ist als 13 Jahre oder mindestens die 7. Klasse besucht, bei vorhandener Eignung als Verkehrshelfer ausbilden lassen. Jährlich finden Schülerlotsenwettbewerbe auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene statt, um mehr Jugendliche für diese verantwortungsvolle Funktion zu gewinnen. Dennoch ist die Polizei in vielen Kommunen auf die Bereitschaft und den Einsatz von Eltern und Großeltern angewiesen, um den großen Bedarf an ehrenamtlich tätigen Verkehrshelfern zu decken. PolizeiDeinPartner.de sprach dazu mit dem Verkehrssicherheitsberater Erich Klaus, Polizeihauptkommissar (PHK) beim Polizeipräsidium Bonn. 

PHK Erich Klaus, Verkehrssicherheitsberater der Bonner Polizei

© Polizeipräsidium Bonn

Die Ausbildung 

Die Einweisung der Verkehrshelfer – ob Jugendliche oder Erwachsene – erfolgt grundsätzlich durch die zuständigen Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern der jeweiligen Schule. „Während die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern mehrere Unterrichtseinheiten umfasst, in denen Theorie und Praxis vermittelt wird, ist die Ausbildung von erwachsenen Verkehrshelfern in der Regel nicht an eine Form gebunden“, so Klaus. Die angehenden Verkehrshelfer erfahren in diesen Einweisungen etwas über die Aufgaben eines Verkehrshelfers, 

  • seine Möglichkeiten und Grenzen, 
  • benötigte Kenntnisse über Verkehrsregeln und Verkehrszeichen, 
  • das Wissen über Reaktions- und Bremswege, 
  • das Erkennen und der Umgang mit Gefahrensituationen, 
  • haftungsrechtliche Fragen und 
  • die Kommunikation im Umgang mit (Mit-)Schülern und anderen Verkehrsteilnehmern.

Gerade Erwachsenen sollten vor allem auch verkehrserzieherische Inhalte vermittelt werden. „Als Erwachsener stellt man für die Kinder schnell eine wichtige Bezugsperson dar, deren eigenes Verhalten für sie eine wichtige Bedeutung hat“, betont Klaus. Bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz sind die Verkehrshelfer übrigens über die Gesetzliche Unfallversicherung abgesichert: „Bei Schäden, die nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurden, kann ein Verkehrshelfer nicht haftbar gemacht werden.“ Die Ausrüstung und das Unterrichtsmaterial für die Einweisungen werden in der Regel von der Deutschen Verkehrswacht gestellt. 

Jede Örtlichkeit, an der ein Verkehrshelfer eingesetzt wird, muss mit dem Verkehrszeichen „Verkehrshelfer“ (VZ 356) kenntlich gemacht worden sein

© ufotopixl10, fotolia

Die besondere Funktion von Elternlotsen 

Oftmals sind jugendliche Verkehrshelfer an besonders gefährlichen Verkehrsknotenpunkten überfordert, weshalb an diesen Stellen bevorzugt Elternlotsen eingesetzt werden, die mehr Erfahrung im Straßenverkehr gesammelt haben. „Eltern und Großeltern, die sich als Verkehrshelfer engagieren, können Kindern ein wichtiges Signal senden, wie wichtig ein regelkonformes Verhalten auch für sie selbst ist und aus jeder Fahrbahnüberquerung bei vorhandener Vorkenntnis ein Stück Verkehrserziehung gestalten.“, meint Klaus. Will man als Verkehrshelfer eingesetzt werden, ist in der Regel die Schule der erste Ansprechpartner – man wendet sich an einen Lehrer. Gerne nutzen die Schulen die Elternveranstaltungen für Schulneulinge, um für neue Verkehrshelfer zu werben. Bietet die Schule bislang noch keinen Verkehrshelferdienst an, lohnt es sich auf jeden Fall, den Stein ins Rollen zu bringen. Ist die Schule einverstanden und erkennt die Notwendigkeit, wird meistens ein entsprechender Posten in Kooperation mit der Polizei und dem Schulamt eingerichtet. „Die Schulen sind sehr daran interessiert, engagierte Eltern zu finden. Wenn Sie Verkehrshelfer an der Schule Ihres Kindes werden wollen, wird man Sie mit offenen Armen empfangen und Ihnen dankbar sein“, ist sich der Verkehrssicherheitsberater sicher. 

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