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Antidemokratische Aktivitäten stoppen

Sport und Politik sind nicht voneinander zu trennen, auch nicht in der Realität deutscher Sportvereine. Ob unter den Fans, den Trainern und Übungsleitern, unter den Vereinsmitgliedern oder den aktiven Sportlerinnen und Sportlern: Überall findet man neben vielen demokratisch gesinnten Menschen auch solche mit rechtsextremen Einstellungen oder rassistischen Ressentiments, die sie bei Spielen und Wettkämpfen offen zur Schau stellen oder bei ihren Aktivitäten in den Vereinen einfließen lassen.

Wenn Rechtsextreme Sportvereine unterwandern

Gemeinsam gegen Rechtsextremismus – auch im Sport

© contrastwerkstatt, fotolia

Sport und Politik sind nicht voneinander zu trennen, auch nicht in der Realität deutscher Sportvereine. Ob unter den Fans, den Trainern und Übungsleitern, unter den Vereinsmitgliedern oder den aktiven Sportlerinnen und Sportlern: Überall findet man neben vielen demokratisch gesinnten Menschen auch solche mit rechtsextremen Einstellungen oder rassistischen Ressentiments, die sie bei Spielen und Wettkämpfen offen zur Schau stellen oder bei ihren Aktivitäten in den Vereinen einfließen lassen.

Gerhard Bücker vom Landespräventionsrat Niedersachsen ist Kriminalbeamter und ehrenamtlicher Beauftragter des Vorstandes der Deutschen Sportjugend (dsj) im Deutschen Olympischen Sportbund für das Themenfeld „Sport und Rechtsextremismus“. Er konstatiert eine Entwicklung, die ihm Sorge bereitet: „Vor allem in den letzten fünf bis sieben Jahren sind Angehörige antidemokratischer Gruppen, fast ausschließlich Angehörige oder Sympathisanten der rechtsextremen Szene, in Sportvereine eingetreten und haben dort versucht, ihre Ansichten und ihre Ideologie in die Vereine zu tragen und dadurch so etwas wie Meinungshoheit herzustellen.“

Abteilungen in Sportvereinen sollen „nationale Enklaven“ werden

Der Sport ist für die Rechtsextremen so attraktiv, weil sie hier einen leichten Zugang zu den Kindern und Jugendlichen haben. Im Sport gibt es eine Vertrauensbasis, dort hat man erst einmal ein positives Gefühl. Außerdem findet man heute nicht mehr allzu leicht Ehrenamtliche, die sich im Verein als Übungsleiter engagieren. Da füllen die Rechtsextremen dann im Einzelfall Lücken im Angebot. Sie laden zum Beispiel die Jugendlichen aus Sportvereinen zu Konzerten von rechtsorientierten Rockgruppen ein. Manche Rechtsextreme zeigen bei Spielen oder Wettkämpfen offen ihre Gesinnung: „Sie erscheinen außerhalb des Spielfeldes oft in für die rechte Szene typischer Markenkleidung – ein Beispiel ist das Label „Thor Steinar“, berichtet Gerhard Bücker. Er kennt auch Fälle, in denen in der Umkleidekabine Rechtsrock gehört wurde und vereinzelt sogar auf dem Spielfeld nach Ende eines Spiels der rechte Arm zum Hitlergruß gehoben und damit der Sieg gefeiert wurde.

Andere Rechtsextreme versuchen, eine Mannschaft oder eine Abteilung in einem Verein zu dominieren. Gerhard Bücker: „Wenn drei oder vier jüngere Personen mit rechtsextremer Gesinnung in einer Mannschaft spielen, holen sie sich vielleicht noch einen Betreuer dazu, der ihre Ansichten vertritt. Und dann wird versucht, die Mannschaft, vielleicht auch die Abteilung, in eine Art „nationale Enklave“ umzustrukturieren; man fühlt und gibt sich als „echte nationale deutsche Mannschaft“, die eben nur nach außen für den Verein agiert.“

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