Taschendiebe nutzen jede Gelegenheit
Taschendiebe nutzen jede Gelegenheit

Abgelenkt und abgezockt

Vorsicht vor Taschendieben!

Taschendiebe nutzen gerne große Menschenmengen und dichtes Gedränge um unbemerkt an die Geldbörsen ihrer Opfer zu kommen. Durch geschickte Ablenkungsmanöver merkt man den Verlust oft erst dann, wenn die Betrüger bereits über alle Berge sind.

In diesem Text erfahren Sie:

Ablenkung ist häufig die Voraussetzung dafür, dass Taschendiebe unbemerkt zugreifen können. Die Tricks der Betrüger können im konkreten Fall variieren und werden ständig weiterentwickelt und angepasst. Die Täter arbeiten meist in Teams – während einer das potenzielle Opfer ablenkt, greift der andere zu. Die Bundespolizei ist zum Beispiel auf Bahnhöfen häufig die erste Anlaufstelle für Opfer von Diebstählen. Sie beschreibt auf ihrer Website einiger der aktuellen Vorgehensweisen:


Im Zug: Vorgetäuschte Einsteigehilfe

Auf Bahnhöfen beobachten Taschendiebe oft Reisende mit Gepäck. Ein Täter ist hilfsbereit und bietet an, die Reisetasche in den Zug zu tragen. Während dieser Täter voraus eilt oder im Einstiegsbereich eines Zuges einen Stau provoziert, nimmt ein Mittäter aus der Umhänge- oder Handtasche des Opfers die mitgeführten Wertgegenstände.


Im Gedränge: Drängel-Trick

Ein oder mehrere Täter rempeln das Opfer im Gedränge an oder nehmen es in die Zange. Der Mittäter befindet sich vor dem Opfer und bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer auf den Mittäter aufläuft und dadurch abgelenkt wird, stiehlt der Taschendieb die Wertsachen aus dem Rucksack.


Diebstahl aus abgehängter Jacke

Sitzreihen, zum Beispiel im Zug oder im Restaurant, bieten Taschendieben eine gute Gelegenheit. Sobald jemand eine Jacke oder Tasche über die Sitzgelegenheit hängt, kann der Taschendieb zugreifen und die darin befindlichen Wertsachen entnehmen.


Rolltreppen-Trick

Rolltreppen bieten verschiedene Möglichkeiten für Trickdiebe, zum Beispiel:

  • Ein Täter stellt sich auf der Rolltreppe hinter sein Opfer, ein Mittäter stellt sich davor. Am Ende der Rolltreppe erzeugt der vordere Täter einen Stau – das Opfer läuft auf. Dieses ermöglicht dem Mittäter hinter dem Opfer, die Geldbörse aus der Handtasche zu nehmen.
  • Ein Täter stellt sich auf der Rolltreppe hinter sein Opfer. Der Mittäter löst den Nothalt der Rolltreppe aus. Das ruckartige Stehenbleiben der Rolltreppe gibt dem Taschendieb die Möglichkeit, den Diebstahl unbemerkt auszuführen.


Bettel-Trick

Dieser Trick wird vorwiegend von Kindern angewandt, die vorgeben, gehörlos zu sein. Dabei wird dem Opfer ein Pappschild mit der Bitte um eine Spende vorgehalten. Während das Opfer bereitwillig nach Kleingeld im Münzfach der Geldbörse sucht, zieht der Täter abgedeckt durch das Pappschild die Banknoten aus dem Scheinfach. Eine Variante ist auch der Griff in die offene Handtasche.


Beschmutzer-Trick

Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer versehentlich mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche.


Stadtplan-Trick

Der Taschendieb spricht sein potentielles Opfer an, zeigt sich ortsunkundig und fragt unter Vorhaltung eines Stadtplans nach dem Weg. Während das Opfer die Karte in die Hand nimmt und sich orientiert öffnet der Taschendieb unbemerkt die Handtasche.


Fußball/Tanz-Trick

Der Taschendieb begrüßt das Opfer überschwänglich, klatscht es ab und nimmt es in den Arm, um mit ihm zu tanzen oder stellt sein Bein zwischen das des Opfers, um ihm einen Fußballtrick zu zeigen. Diese Unachtsamkeit nutzt der Taschendieb oder ein Komplize aus, um die Geldbörse oder das Mobiltelefon zu entwenden. Leichtes Spiel haben die Täter bei alkoholisierten Personen.


Supermarkt-Trick

Im Supermarkt lassen sich Mittäter eine Bestimmte Ware erklären. Während der Hilfeleistung wird die Tasche im Einkaufswagen durchsucht und die Geldbörse oder die gesamte Handtasche entwendet.


PIN-Ausspähen

Ein Täter beobachtet das Opfer am Geldautomaten bei der Eingabe der PIN-Nummer. Die Mittäter provozieren zum Beispiel einen Stau, hierbei wird die Geldbörse samt EC-Karte gestohlen. Die EC-Karte wird dem Täter übergeben, der die PIN-Nummer ausgespäht hat. Dieser geht dann zum nächsten Geldautomaten und hebt Geld vom Konto des Opfers ab.

So schützen Sie sich vor Taschendieben

  • Halten Sie Ihre Tasche immer geschlossen und tragen Sie diese eng neben oder vor dem Körper. Bei einer Handtasche sollte der Trageriemen quer über den Körper verlaufen.
  • Tragen Sie Ihr Portemonnaie am besten in innen liegenden Jackentaschen oder in der vorderen Hosentasche.
  • Stellen Sie Ihre Tasche nie unbeaufsichtigt ab – auch nicht im Einkaufswagen, im Restaurant über die Stuhllehne gehängt oder unter dem Tisch.
  • Seien Sie wachsam, wenn Sie von Fremden angesprochen oder abgelenkt werden.
  • Hantieren Sie in der Öffentlichkeit möglichst nicht mit der offenen Geldbörse und seien Sie beim Geldabheben am Automaten besonders aufmerksam.
  • Melden Sie jeden Diebstahl der Polizei und lassen Sie gestohlene EC- oder Kreditkarten umgehend sperren (Sperr-Notruf 116 116).

WL (28.11.2025)

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