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Hilfesuchende unterstützen, Schleuser verfolgen

Seit Monaten fliehen Menschen aus Kriegsgebieten nach Deutschland – sie suchen hier Schutz und Hilfe nach einer oftmals langen und beschwerlichen Flucht. Manche schaffen den Weg auf eigene Faust, viele begeben sich jedoch in die Hände von Schlepperbanden. „Das Geschäft der Schleuser ist knallhart, sie nutzen die Notlage der Flüchtlinge schamlos aus. Es geht ihnen dabei nur ums Geld. Ob die Menschen ihr Ziel auch lebend erreichen, spielt für sie keine Rolle“, so Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bezirks Bundespolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Herausforderung für Deutschland


Asylverfahren schnell auf den Weg bringen

© stockWERK, fotolia

 

Seit Monaten fliehen Menschen aus Kriegsgebieten nach Deutschland – sie suchen hier Schutz und Hilfe nach einer oftmals langen und beschwerlichen Flucht. Manche schaffen den Weg auf eigene Faust, viele begeben sich jedoch in die Hände von Schlepperbanden. „Das Geschäft der Schleuser ist knallhart, sie nutzen die Notlage der Flüchtlinge schamlos aus. Es geht ihnen dabei nur ums Geld. Ob die Menschen ihr Ziel auch lebend erreichen, spielt für sie keine Rolle“, so Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bezirks Bundespolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

 

Schleuserbanden finden sich dabei auf der ganzen Route – etwa in syrischen oder türkischen Häfen. Dort erkaufen die geflüchteten Menschen dann den Transport in ein sicheres Land für sich und ihre Familie teuer. Dabei werden Preise von 3.000 bis 12.000 Euro pro Person verlangt. Eine Garantie, dass man das gewählte Ziel auch erreicht, gibt es dagegen nicht. „Organisiert wird das Ganze von professionellen Banden, die gut durchstrukturiert arbeiten. Diese Netzwerke der organisierten Kriminalität sind hochkomplex und schwer zu durchdringen – und an die eigentlichen Auftraggeber ist nur sehr schwer heranzukommen“, betont Radek. Wenn die Flüchtlinge hier in Deutschland ankommen, befragt die Bundespolizei sie unter anderem auch zu den genutzten Verkehrsmitteln, um Anhaltspunkte zu Schleusern zu erhalten. Interessant ist dabei etwa, ob man bei der Flucht Unterstützung hatte, wer daran beteiligt war oder ob Fahrkarten selbst gekauft wurden. „Darunter können erste Hinweise sein – etwa zu Fahrern von Bussen oder LKWs. Es wird viel verdeckt ermittelt, um weitere Strukturen erkennen zu können. An die Hintermänner heranzukommen, ist jedoch sehr schwierig“, weiß Radek.

Jörg Radek

Stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP, © GdP

Identität feststellen, menschlich bleiben

Um Asyl beantragen zu können, müssen alle Einreisenden zunächst registriert werden. Das stellt die Behörden in ganz Deutschland vor große Herausforderungen, daher unterstützt auch die Polizei bei der Erfassung. „Neben der organisatorischen Meisterleistung einer menschenwürdigen Unterbringung und einer medizinischen Erstversorgung muss die Identitätsfeststellung und Registrierung möglichst schnell vonstattengehen, damit das Asylverfahren überhaupt auf den Weg gebracht werden kann“, weiß Dietmar Schilff, ebenfalls stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP. Dazu wird die Identität der Person festgestellt, das heißt, Name und Geburtsdatum werden erfasst und überprüft, die Fingerabdrücke registriert sowie ein Foto gemacht. Außerdem muss der Grund angegeben werden, warum man in Deutschland Asyl beantragen möchte. „Viele Menschen kommen in Deutschland ohne Pass an. Dann muss zunächst in den Herkunftsländern recherchiert werden, ob die Angaben soweit stimmen. Auch die Sprachbarrieren machen das Ganze nicht leicht – aber mit der Unterstützung von Dolmetschern funktioniert es ganz gut“, so Schilff. Problematisch sei auch, dass viele Flüchtlinge große Angst vor der Polizei hätten und Vorurteile und Misstrauen erst einmal abgebaut werden müssten. „Die Kollegen sehen Menschen mit Folterwunden am ganzen Körper. Diese Menschen sind froh, dass die Polizei hier mit großer Ruhe und Transparenz agiert, damit sie wissen, was auf sie zukommt“, erklärt der GdP-Experte.

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