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Ein guter Draht zu Jugendlichen

Der Göttinger Cheltenhampark sowie der Wilhelmsplatz sind beliebte Treffpunkte für Jugendgruppen. Anwohner klagten jedoch in der Vergangenheit über Alkoholmissbrauch, Lärmbelästigung oder zu viel Müll. In Abstimmung mit dem Jugendamt und dem Ordnungsdienst der Stadt Göttingen sowie der Polizei hat der Verein Jugendhilfe Göttingen ein Präventionskonzept entwickelt. Die Streetworker des Projekts „Go Willi!“ suchen seither gezielt den offenen Dialog mit den Jugendlichen und helfen ihnen auch bei persönlichen Problemen weiter.

Das Göttinger Streetwork-Projekt „Go Willi!“


Jugendgruppen hinterließen häufig Müll in den Göttinger Grünanlagen

© Kzenon, Adobe Stock

 

Der Göttinger Cheltenhampark sowie der Wilhelmsplatz sind beliebte Treffpunkte für Jugendgruppen. Anwohner klagten jedoch in der Vergangenheit über Alkoholmissbrauch, Lärmbelästigung oder zu viel Müll. In Abstimmung mit dem Jugendamt und dem Ordnungsdienst der Stadt Göttingen sowie der Polizei hat der Verein Jugendhilfe Göttingen ein Präventionskonzept entwickelt. Die Streetworker des Projekts „Go Willi!“ suchen seither gezielt den offenen Dialog mit den Jugendlichen und helfen ihnen auch bei persönlichen Problemen weiter.

Anwohner fühlten sich bedroht

Zwei Streetworker sind im Projekt „Go Willi!“ aktiv und sprechen seit 2007 junge Menschen an öffentlichen Plätzen in der Göttinger Innenstadt an. Dort gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern über nächtliche Ruhestörungen, Vandalismus, Gewalt und eine zunehmende Vermüllung der Wiesen im Park. „Durch Anwohnertreffen konnten wir diese Situation spürbar entschärfen. Im gemeinsamen Gespräch konnten beide Seiten ihre Sichtweisen austauschen und Vorurteile abbauen. Mittlerweile gibt es kaum noch Beschwerden“, sagt der Streetworker Oliver Sauer. Es wurde sogar ein umfassendes Konzept entwickelt, um für mehr Sauberkeit im Park zu sorgen. Darin wurde beispielsweise empfohlen, größere Mülleimer aufzustellen.

Oliver Sauer und Milena Jurczik von „Go Willi!“

© Jugendhilfe Göttingen e. V.

Hilfe anbieten, wo sie gebraucht wird

Die Streetworker sprechen ganz offen mit den Jugendlichen und erfahren viel über die Sorgen und Nöte der jungen Menschen. „Dabei drängen wir uns nicht auf, sondern suchen das ungezwungene Gespräch, stellen uns kurz vor und bieten bei Bedarf unsere Hilfe an“, erklärt Sauer. Sie leisten Hilfestellung bei ganz normalen Alltagsproblemen wie dem Scheitern der ersten Beziehung oder bei behördlichen Antragstellungen, sprechen mit den Jugendlichen aber auch über größere Probleme wie Schwierigkeiten in der Schule oder bei der Ausbildung. Manchmal sind Konflikte mit dem Jugendstrafrecht oder Probleme mit Alkohol und Drogen ein Grund, sich an die Streetworker zu wenden. „Wir überlassen die Jugendlichen nicht der Anonymität sondern hören ihnen zu und bieten ihnen an, zu uns zu kommen und diese Probleme gemeinsam anzugehen“, sagt der Streetworker. „Selbst wenn das einmal nicht klappt, stehen unsere Türen den Betroffenen selbstverständlich weiterhin offen“, betont Sauer.

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