Unter dem Titel „Ich fahr sicher Rad“ setzt die Polizeidirektion Koblenz seit dem Schuljahr 2023/24 in neues Präventionskonzept in der Verkehrserziehung um. Beim Erwerb des Fahrradführerscheins wird die Leistung der Grundschulklassen des dritten und vierten Schuljahres in einem spielerischen Wettbewerb miteinander verglichen. Die Besonderheit: Neben der praktischen und theoretischen Leistung spielen dabei auch das Miteinander und der Gemeinschaftsgedanke der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle.
Neben Praxis und Theorie zählt beim Wettbewerb vor allem der Teamgeist
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Der Wettbewerb „Ich fahr sicher Rad“ ist in die schulische Radfahrausbildung integriert. Hauptzielgruppe sind Grundschulkinder. Die Idee zum Projekt entstand bereits im Schuljahr 2021/2022. Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz schreibt vor, dass die Polizei in die schulische Verkehrserziehung eingebunden wird. „Unsere Verkehrspolizistinnen und -polizisten begleiten die Radfahrausbildung bereits seit Jahren“, erklärt Daniel Bernath von der Polizeidirektion Koblenz. „Wir haben uns dann gefragt, wie wir diese Ausbildung für Kinder noch attraktiver machen können. Uns fiel auf, dass das Interesse daran bei manchen Schülerinnen und Schülern nicht sehr stark ausgeprägt war. Gleichzeitig gab es mehr Fahrradunfälle. So entstand die Idee eines Wettbewerbs, um Motivation und Lernerfolg zu steigern und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu verbessern.“ Das Projekt wird von der Polizeidirektion Koblenz organisiert. Die zuständigen Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater führen die Radfahrausbildung durch und bewerten die Prüfungen. Unterstützt werden sie von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Koblenz und dem Verein „Haus des Jugendrechts“.
Die beste Klasse erhält einen Pokal
Im Schuljahr 2023/24 nahmen 176 Klassen des dritten und vierten Schuljahres an dem Wettbewerb teil. Sie absolvieren sowohl eine theoretische als auch eine praktische Prüfung. Die Ergebnisse dieser Prüfungen wurden erfasst und daraus eine Durchschnittsbewertung für die jeweilige Klasse errechnet. „Zusätzlich kann der Verkehrssicherheitsberatende, der die Ausbildung begleitet, seinen Gesamteindruck der Schulklasse einfließen lassen“, so Daniel Bernath. Dieser Eindruck kann sich beispielsweise auf besondere Disziplin, Motivation oder Engagement der Kinder beziehen. Nach Abschluss der Bewertung werden die Ergebnisse miteinander im Wettbewerb verglichen. Daniel Bernath: „Der Wettbewerb hat verschiedene Ebenen. Die beste Schulklasse im gesamten Bereich der Polizeidirektion Koblenz erhält einen Wanderpokal, eine vollständige Ausstattung mit Fahrradhelmen und sie besucht an einem Tag die zuständige Polizeidienststelle.“
Im vergangenen Schuljahr ging der erste Platz des Wettbewerbs an die Kinder der Pestalozzi-Grundschule aus Koblenz-Goldgrube, die sich durch besonderes Engagement und einen herausragenden Teamgeist auszeichneten. Aber auch die besten Schulklassen innerhalb der einzelnen Inspektionsbereiche werden ausgezeichnet. Sie erhalten ebenfalls einen Wanderpokal als Anerkennung ihrer Leistung. Die Preisverleihungen erfolgen in feierlichem Rahmen in den Polizeidienststellen, oft mit Pressebegleitung. „Das sorgt nicht nur für eine Würdigung der Kinder, sondern rückt auch das Thema Verkehrssicherheit in die Öffentlichkeit“, freut sich der Verkehrssicherheitsberater.
Vertrauen schaffen und Ängste abbauen
Hauptziel von „Ich fahr sicher Rad“ ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit. „Die Kinder sollen lernen, sich sicher und regelkonform auf dem Fahrrad zu bewegen. Gleichzeitig wollen wir ihnen Freude am Radfahren vermitteln und ihre Eigenverantwortung im Straßenverkehr stärken“, meint Daniel Bernath. Darüber hinaus fördert das Projekt den Teamgeist, denn die ganze Klasse arbeitet gemeinsam auf ein Ziel hin. Durch den Wettbewerb ist die Motivation höher, was sich positiv auf die Lernerfolge auswirkt. Nicht zu unterschätzen sei auch der präventive Charakter: Kinder, die frühzeitig ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr erlernen, tragen dieses Wissen ihr Leben lang mit sich. Und schließlich stärkt das Projekt die Beziehung zwischen Polizei und Kindern. „Durch den engen Kontakt zu unseren Verkehrssicherheitsberatenden lernen die Kinder uns als Unterstützer kennen, die ihnen helfen, sich sicher im Alltag zu bewegen. Das schafft Vertrauen und baut mögliche Berührungsängste ab.“ Aber das Projekt habe auch eine breitere Wirkung. Auch die Eltern werden sensibilisiert, wenn sich ihre Kunden intensiver mit dem Thema Verkehrssicherheit auseinandersetzen. Lehrkräfte profitieren von der strukturierten Unterstützung durch die Polizei. Und letztendlich trägt ein sicheres Verhalten der Kinder im Straßenverkehr zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei.
Neues Jahr, neuer Wettbewerb
Mit dem neuen Schuljahr 2024/25 startete die Aktion in die nächste Runde. Nicht zuletzt aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler soll das Projekt auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. „Unser Fokus liegt darauf, das bestehende Konzept zielgerichtet weiterzuführen und es stetig zu optimieren, um die beste Wirkung für die Kinder zu erzielen“, blickt der Verkehrssicherheitsberater positiv in die Zukunft. „Und das bedeutet: möglichst viele Kinder für sicheres Radfahren zu begeistern und ihnen die besten Voraussetzungen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu geben.“
Kontakt
Polizeipräsidium Koblenz
„Ich fahr sicher Rad“
Moselring 10/12
56068 Koblenz
Telefon: 0261 103-50023
violetta.heinrich@[email protected]
KF (28.03.2025)







