Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt wieder. Für das Jahr 2025 verzeichnet die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 82.920 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche. 2024 waren es noch 78.436 Fälle. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei nur 14,1 Prozent. Gleichzeitig zeigt die Statistik aber auch: Fast jeder zweite Einbruch scheitert. Der Grund: Richtiges Verhalten und moderne Sicherungstechnik.
In Teil 1 der PolizeiDeinPartner-Serie „Alles rund um Einbruchschutz“ haben wir die wichtigsten Fakten zu Einbrüchen zusammengestellt und erklären, wie man sich richtig verhält.
In diesem Text erfahren Sie:
- wie wichtig mechanischer Einbruchschutz ist
- wie moderne Technik für den Einbruchschutz eingesetzt werden kann
- wie man sich nach einem Einbruch verhält
Wie gehen Einbrecher vor?
Die Mehrzahl der Einbrüche wird nach Angaben der Polizei nicht von spezialisierten Profis begangen. Häufig suchen Täter nach Schwachstellen, die sich schnell und mit einfachen Werkzeugen überwinden lassen. Besonders gefährdet sind leicht erreichbare Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren. Auch schlecht gesicherte Haus- und Wohnungstüren bieten Angriffspunkte. Wenn der Zugang schwierig ist, erhöht das die Chance, dass ein Einbruchsversuch abgebrochen wird. 2025 scheiterten 44,9 Prozent der registrierten Wohnungseinbrüche bereits im Versuchsstadium. Die Polizei wertet den hohen Anteil gescheiterter Taten auch als Hinweis auf die Wirkung von Sicherungstechnik und aufmerksamem Verhalten.
Wann wird am häufigsten eingebrochen?
Statistisch gesehen wird in der dunklen Jahreszeit häufiger eingebrochen, da die Dunkelheit den Einbrechern mehr Schutz bietet. Am häufigsten wird freitags und samstags eingebrochen, weil die Chance dann größer ist, dass niemand zu Hause ist. Mehr als zwei Drittel der Einbrüche erfolgen tagsüber zwischen 8 Uhr und 22 Uhr.
Welche Fehler machen Bewohner besonders häufig?
Eine nur ins Schloss gezogene Haustür ist für Einbrecher unter Umständen leicht zu überwinden. Deshalb sollten Haus- und Wohnungstüren auch bei kurzer Abwesenheit abgeschlossen werden. Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren sollten vollständig geschlossen sein. Ein gekipptes Fenster ist aus Sicht des Einbruchschutzes praktisch ein offenes Fenster.
Ersatzschlüssel gehören außerdem nicht unter Fußmatten, Blumentöpfe oder an andere vermeintlich sichere Verstecke. Solche Stellen sind auch Einbrechern bekannt. Geht ein Schlüssel verloren, sollte der betroffene Schließzylinder möglichst schnell ausgetauscht werden.
Wie wichtig ist mechanischer Einbruchschutz?
Das richtige Verhalten allein reicht nicht aus. Die Polizei empfiehlt als grundlegende Maßnahme für den Einbruchschutzes eine wirksame mechanische Sicherung von Fenstern und Türen. Bei Neu- und Umbauten sollten geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Fenster und Türen nach DIN EN 1627 mindestens der Widerstandsklasse RC 2 eingebaut werden.
Auch ältere Fenster und Türen lassen sich nachrüsten. Wichtig ist dabei, dass die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt und fachgerecht montiert werden. Ein abschließbarer Fenstergriff allein verhindert beispielsweise nicht, dass ein schlecht gesichertes Fenster aufgehebelt wird.
Auch Rollläden bieten nicht automatisch einen wirksamen Einbruchschutz. Herkömmliche Modelle lassen sich vergleichsweise leicht überwinden. Einen zusätzlichen Schutz können dagegen geprüfte einbruchhemmende Rollläden bieten, die der Widerstandsklasse RC 2 entsprechen. Bei dieser Klasse muss ein Bauteil einem Einbruchsversuch mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendrehern, Zangen oder Keilen mindestens drei Minuten widerstehen. Das klingt zunächst wenig, ist für Einbrecher aber relevant: Je länger und aufwendiger ein Einbruch wird, desto größer werden das Entdeckungsrisiko und die Wahrscheinlichkeit, dass der Versuch abgebrochen wird.
Fenster, Türen und Rollläden sollten mindestens Widerstandsklasse RC 2 entsprechen
Brian Jackson/stock.adobe.com
Was bringen Alarmanlagen, Kameras und Smart Home?
Elektronische Sicherheitstechnik kann den mechanischen Einbruchschutz sinnvoll ergänzen. Alarmanlagen können einen Einbruchsversuch erkennen und melden. Kameras helfen bei der Einschätzung einer Situation. Doch Elektronik ersetzt nicht stabile Fenster und Türen.
Das gilt auch für Smart-Home-Systeme. Automatisch gesteuerte Beleuchtung oder Rollläden können beispielsweise Anwesenheit simulieren. Soll ein Smart-Home-System jedoch tatsächlich als Einbruchmeldeanlage dienen, empfiehlt die Polizei entsprechend zertifizierte Technik. Gewöhnliche Smart-Home-Produkte mit einfachen Alarmfunktionen erfüllen diese Anforderungen nicht automatisch.
Vernetzte Sicherheitstechnik bringt außerdem neue Risiken mit sich. Die Geräte sollten regelmäßig aktualisiert, voreingestellte Passwörter geändert und die Datenübertragung verschlüsselt werden. Die Polizei empfiehlt unter anderem, Smart-Home-Geräte in einem separaten WLAN zu betreiben und nur dann mit dem Internet zu verbinden, wenn dies tatsächlich erforderlich ist.
Wie lässt sich das Zuhause während des Urlaubs schützen?
Ein längerer Urlaub sollte von außen möglichst nicht erkennbar sein. Ein überquellender Briefkasten, dauerhaft heruntergelassene Rollläden oder ein über Wochen unbeleuchtetes Haus können auf die Abwesenheit der Bewohner hinweisen. Nachbarn, Freunde oder Verwandte können Briefkästen leeren und regelmäßig nach dem Rechten sehen. Zeitschaltuhren oder Smart-Home-Steuerungen können Beleuchtung und Rollläden zu unterschiedlichen Zeiten aktivieren und dadurch einen bewohnten Eindruck vermitteln.
Zurückhaltung empfiehlt sich auch in den sozialen Netzwerken. Öffentlich sichtbare Urlaubsposts, Stories oder Standortinformationen können erkennen lassen, dass Haus oder Wohnung derzeit unbewohnt sind. Urlaubsfotos sollten besser erst nach der Rückkehr veröffentlicht werden.
Was gilt im Mehrfamilienhaus?
Einbruchschutz endet nicht an der Wohnungstür. Hauseingänge sollten geschlossen gehalten und unbekannten Personen nicht ungeprüft über die Gegensprechanlage geöffnet werden. Auch Keller-, Boden- und Nebentüren sollten zuverlässig geschlossen sein.
Eine aufmerksame Nachbarschaft kann ebenfalls schützen. Unbekannte Personen im Treppenhaus oder auffällige Vorgänge rund um das Gebäude sollten nicht ignoriert werden. Bei verdächtigen Beobachtungen sollte die Polizei über den Notruf 110 informiert werden.
Keller verdienen besondere Aufmerksamkeit. 2025 registrierte die Polizei zusätzlich zu den Wohnungseinbrüchen 92.870 Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen. Gerade hochwertige Fahrräder und E-Bikes können dort attraktive Beute sein.
Was tun, wenn plötzlich ein Einbrecher im Haus steht?
Wer einen Täter überrascht, sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen. Der Schutz der eigenen Person und anderer Bewohner hat Vorrang vor dem Eigentum. Eine direkte Konfrontation sollte vermieden und dem Täter nicht der Fluchtweg versperrt werden.
Sobald es gefahrlos möglich ist, sollte die Polizei über die Notrufnummer 110 verständigt werden. Hilfreich ist es, sich Aussehen, Kleidung, besondere Merkmale und gegebenenfalls Fluchtrichtung oder das Fahrzeug des Täters einzuprägen.
Die fünf wichtigsten Regeln zum Einbruchschutz
- Türen abschließen: Haus- und Wohnungstüren auch bei kurzer Abwesenheit nicht nur zuziehen.
- Fenster schließen: Gekippte Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren sind leicht zu überwinden.
- Mechanisch sichern: Fenster und Türen mit geprüfter einbruchhemmender Technik schützen oder nachrüsten.
- Abwesenheit nicht zeigen: Briefkasten, Rollläden, Beleuchtung und öffentliche Social-Media-Posts können verraten, dass niemand zu Hause ist.
- Nachbarschaft aufmerksam halten: Verdächtige Personen oder ungewöhnliche Vorgänge ernst nehmen und bei dringendem Verdacht die Polizei verständigen.
Was ist nach einem Einbruch zu tun?
Besteht die Möglichkeit, dass sich Täter noch im Haus oder in der Wohnung befinden, sollte das Gebäude nicht betreten und sofort die Polizei verständigt werden.
Auch wenn die Täter bereits verschwunden sind, gilt: möglichst nichts anfassen oder aufräumen. Dadurch könnten wichtige Spuren zerstört werden. Nach der polizeilichen Spurensicherung sollte möglichst genau dokumentiert werden, welche Gegenstände fehlen oder beschädigt wurden. Anschließend ist die Hausratversicherung zu informieren.
Hilfreich ist es, bereits vorher eine Liste wertvoller Gegenstände anzulegen und Rechnungen, Fotos sowie Seriennummern aufzubewahren. Das erleichtert nach einem Diebstahl sowohl die Fahndung als auch die Schadenregulierung.
Beratung durch die Polizei
Welche Sicherung für ein Haus oder eine Wohnung sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen Immobilie ab. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen bieten deshalb kostenlose und produktneutrale Beratungen zum Einbruchschutz an. Dort gibt es auch Informationen über geprüfte Sicherungstechnik und qualifizierte Fachbetriebe.
TE (28.08.2026)
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