Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) gibt Aufschluss über Straftaten, die im Laufe eines Jahres von der Polizei erfasst wurden. Danach sank die Zahl der registrierten Straftaten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf 5.508.559 Fälle (2024: 5.837.445 Fälle). Ein wesentlicher Grund dafür ist weiterhin die Teillegalisierung von Cannabis seit April 2024, weil dadurch zahlreiche Betäubungsmitteldelikte nicht mehr statistisch erfasst werden. Ohne die ausländerrechtlichen Verstöße lag der Rückgang laut Bundeskriminalamt bei 4,7 Prozent. Die Aufklärungsquote blieb mit 57,9 Prozent nahezu unverändert.
Mehr Gewaltkriminalität durch Kinder
Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, sie enthält nur Straftaten, bei denen die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen und die Akten an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden. Besonders auffällig bleibt die Entwicklung bei jungen Tatverdächtigen: Die Zahl der tatverdächtigen Kinder im Bereich Gewaltkriminalität stieg 2025 erneut um 3,3 Prozent auf 14.235 Fälle. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ging die Zahl dagegen um 7,4 Prozent auf 29.070 zurück. Insgesamt wurden 212.335 Fälle von Gewaltkriminalität registriert – ein Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber 2024, aber weiterhin deutlich mehr als vor der Corona-Pandemie.
Auch die Gewaltkriminalität durch nichtdeutsche Tatverdächtige bleibt überdurchschnittlich hoch. Laut PKS entfielen 42,1 Prozent der Tatverdächtigen bei Gewaltkriminalität auf Nichtdeutsche. Das BKA weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass Alter, Geschlecht, soziale Lage, Wohnumfeld und Flucht- beziehungsweise Migrationserfahrungen wichtige Einflussfaktoren darstellen. Junge Männer seien generell deutlich häufiger tatverdächtig als andere Bevölkerungsgruppen.
Mit 5.508.559 registrierten Straftaten liegt die Kriminalität weiterhin deutlich unter dem Höchststand des Jahres 2016 mit damals 6.372.526 Fällen.
Als Ursachen für die steigende Gewaltbereitschaft junger Menschen nennt das Bundeskriminalamt weiterhin psychische Belastungen, Zukunftsängste, soziale Unsicherheiten und problematische Gewalterfahrungen im familiären Umfeld. Hinzu kommen wirtschaftliche Sorgen, fehlende gesellschaftliche Teilhabe und gewaltakzeptierende Rollenbilder. Besonders bei Kindern und Jugendlichen mit Flucht- oder Migrationserfahrung könnten einzelne Risikofaktoren häufiger auftreten.
Mehr Gewalt mit Messern
„Messerangriffe“ sind für die Kriminalstatistik nur solche Taten, bei denen ein Messer unmittelbar gegen eine Person eingesetzt oder damit gedroht wird. Das bloße Mitführen eines Messers reicht für eine Erfassung nicht aus.
Auch 2025 blieb die Zahl der Messerangriffe auf hohem Niveau. Bundesweit registrierte die Polizei 29.243 Messerangriffe. Davon entfielen 14.787 Fälle auf Gewaltkriminalität. Insgesamt stieg die Zahl der Messerangriffe leicht um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mehr Sexualstraftaten werden angezeigt
Die Zahl der Sexualdelikte blieb auch 2025 hoch. Insgesamt registrierte die Polizei 131.335 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Das entspricht einem Anstieg um 2,8 Prozent. Besonders schwere Sexualdelikte wie Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall nahmen um 8,5 Prozent auf 14.454 Fälle zu. Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass sowohl eine tatsächliche Zunahme einzelner Delikte als auch eine gestiegene Sensibilisierung und Anzeigenbereitschaft zu den hohen Zahlen beitragen. Öffentliche Debatten über sexualisierte Gewalt, gesellschaftliche Sensibilisierung sowie gesetzliche Änderungen der vergangenen Jahre dürften weiterhin Einfluss auf das Anzeigeverhalten haben.
TE (29.05.2026)


