Sie sind hier >  /  
< Nach dem Einbruch

Sicherheitsmaßnahmen für Unternehmen

Besonders für Unternehmen und Geschäfte kommt es auf eine gute mechanische, elektronische und organisatorische Gebäudesicherung an. Jürgen Schöttke von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Bremen erklärt, worauf bei den Sicherungsmaßnahmen geachtet werden muss.

„Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!“

Machen Sie es Einbrechern möglichst schwer

© CC-Verlag

 

Besonders für Unternehmen und Geschäfte kommt es auf eine gute mechanische, elektronische und organisatorische Gebäudesicherung an. Jürgen Schöttke von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Bremen erklärt, worauf bei den Sicherungsmaßnahmen geachtet werden muss.

 

Bei allen Sicherheitsmaßnahmen ist zu beachten, dass die eingesetzten mechanischen und elektronischen Sicherungen aufeinander abgestimmt sein müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt, der häufig vernachlässigt wird, ist die Organisation der beiden Sicherheitsbereiche. Denn nur in Kombination mit dem richtigen Verhalten entsteht ein wirklicher Schutz. Ein Beispiel: Ein Betrieb hat eine gute mechanische und elektronische Sicherung. Freitags nachmittags werden alle Türen verschlossen und die Alarmanlage scharf geschaltet. Die Mitarbeiter verlassen das Büro – lassen jedoch ihre Laptops auf den Schreibtischen stehen und ziehen die Lamellenvorhänge nicht zu. Ein Einbrecher hat leichtes Spiel: Er schlägt die Scheibe ein und ist mit den Laptops über alle Berge, bevor die alarmierte Polizei vor Ort ist. Kriminalhauptkommissar Jürgen Schöttke von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Bremen erklärt: „ Auch wenn die mechanische und elektronische Sicherung in einem Unternehmen gut ist – wenn Fehler im organisatorischen Bereich gemacht werden, klafft häufig eine große Sicherheitslücke. Denn im Sicherheitsbereich gilt: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!“ 

Mechanische Sicherungen
Einbruchhemmende Türen, Tore, Fenster, Dachkuppeln, Rollläden und Rollgitter geprüft und zertifiziert nach DIN V ENV 1627:

Die genannten Elemente können in verschiedenen Widerstandsklassen oder Resistance Classes (WK/RC1 bis WK/RC 6) verbaut werden. Jürgen Schöttke erklärt: „Ab WK/RC 2 erhält man einen guten Einbruchschutz. Diese eignet sich meist für kleinere Betriebe mit geringen Werten. Einen sehr guten Einbruchschutz erhält man bei WK/RC 3 und 4 – etwa für größere Betriebe mit höheren Werten. WK/RC 5 und 6 bieten einen außerordentlichen Einbruchschutz. WK/RC 5 ist etwa für Juweliere geeignet, WK/RC 6 wird nur sehr, sehr selten eingesetzt.“

Jürgen Schöttke

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Bremen, © privat

Türen/Tore nach DIN V ENV 1627:

Ab WK/RC 2 ist gewährleistet, dass die Gesamtkonstruktion von Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag keine Schwachstellen aufweist. Einzelne Elemente wie Türblätter, Türrahmen, Türbänder oder Zusatzsicherungen können auch nachgerüstet werden, müssen aber sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. 

Schließzylinder:

In einer einbruchhemmenden Tür sollte ein Schließzylinder nach den Normen DIN 18252 bzw. EN 1303 eingebaut werden. Dieser sollte darüber hinaus VdS-zertifiziert sein.

Gitter und Gittertüren, Kellerschachtroste:

Fenster von Lagerräumen, Kellerfenster, Kellerlichtschächte oder Türen können mit zusätzlichen einbruchhemmenden Gittern, Gittertüren oder Kellerschachtrosten nach DIN 18106 (ab WK/RC2) gesichert werden. Will man Gitterroste für Kellerschächte nachrüsten, kann man dies über spezielle Abhebesicherungen, die im Schacht verankert werden, tun.

 

Seite: 1 2 3 weiter >>

Weitere Artikel zum Thema Einbruchschutz

Schäden dokumentieren, Reinigung dem Fachmann überlassen

Entdecken Sie ein Graffiti auf Ihrer Hauswand, ist schnelles Handeln...[mehr erfahren]

Rationales Handeln statt emotionaler Reaktionen

In jedem Gebäude ist es sinnvoll, mögliche Brandquellen wie zum...[mehr erfahren]

Einbruchschutz Förderung

Teil 3: Die häufigsten Fragen rund um Fördermöglichkeiten

Um sich vor Einbrechern zu schützen, raten die polizeilichen...[mehr erfahren]

Was tun nach einem Einbruch?

Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren

Wenn es doch einmal zu einem Einbruch kommt, gilt es zunächst, Ruhe...[mehr erfahren]

In regelmäßigen Brandschauen kontrolliert die Feuerwehr Gewerbebetriebe

Alle fünf Jahrenimmt die Berufsfeuerwehr Gewerbeobjekte bei der so...[mehr erfahren]

Bei der Versicherung von Gewerbegebäuden ist gute Beratung entscheidend

Unternehmer müssen bei der Gründung ihres Betriebs vieles bedenken –...[mehr erfahren]

Kosten und Nutzen abwägen

Bevor man zu elektronischen Sicherungen wie einer Alarmanlage greift,...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Meist gelesene Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.