Gewalt in sozialen Nahbeziehungen

Häusliche Gewalt

Ein Viertel aller Frauen erfahren mindestens einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt. Mit diesem Phänomen sehen sich fast alle Kolleginnen und Kollegen in der Polizei im Laufe ihrer Dienstzeit konfrontiert. Doch mit wie vielen Fällen häuslicher Gewalt sich Polizistinnen und Polizisten jedes Jahr in Deutschland beschäftigen, weiß niemand. Bundesweit hat dieses Deliktfeld viele verschiedene Namen u.a. Beziehungsgewalt, Gewalt in sozialen Nahbeziehungen und erfährt fast ebenso viele Auslegungen.


Das war Grund für die Frauengruppe (Bund) der Gewerkschaft der Polizei, sich auch mehr als zehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes dem Thema zu widmen. In verschiedenen Arbeitstreffen wurde im Laufe der letzten zwei Jahre ein Positionspapier entwickelt und im September 2013 vom Bundesvorstand der GdP beschlossen. Ziel war es festzustellen, welche Belastungen diese Einsätze mit sich bringen und was Dienstherr und Gewerkschaft tun können, um die eingesetzten Kolleginnen und Kollegen zu schützen, zu entlasten und in ihrem Engagement zu stärken. Denn mit ihren oft unbefriedigenden Einsätzen in den zumeist unübersichtlichen Situationen häuslicher Gewalt tragen die Kolleginnen und Kollegen nicht nur zur Strafverfolgung, sondern auch zur Gefahrenabwehr bei – und sie haben ein Recht auf angemessenen Arbeitsschutz, Anerkennung ihrer Arbeit und Achtung ihrer Leistung. Das stützt sie auch in ihrem Bemühen um die Opfer häuslicher Gewalt.

Ein weiteres Anliegen der Frauengruppe war, das Thema in Politik und Gesellschaft zu transportieren. Dazu wurde ein Themenheft erstellt, das mit Beiträgen von Expertinnen und Artikeln von Hilfsorganisationen Einblick in ihre Sicht- und Arbeitsweise gewähren soll.  Das Themenheft sowie das Positionspapier wurden im Rahmen einer Pressekonferenz am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, am 25. November 2013 im Presseamt der Bundesregierung vorgestellt. Die von verschiedenen Medienvertretern/innen gut besuchte Pressekonferenz der Frauengruppe wurde in einem Filmbeitrag im RBB gesendet sowie die Statements der Podiumsteilnehmerinnen Dagmar Hölzl und Anne Kortleben in verschiedenen Zeitungsartikeln zitiert.

Autor: Annette Terweide, GdP

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