
Polizei: Gewalt, Hass und Hetze in Stadien unterbinden
Ultras außer Kontrolle: Gewalt beim Fußball
Gewaltbereite terrorisieren die Fußballwelt
Die meisten Menschen besuchen Fußballspiele in friedlicher Absicht. Aber von der E-Jugend bis zur Ersten Bundesliga prägt auch Gewalt den Alltag am Spielfeldrand. Einige Beispiele:
- Kinder im Fußballverein: Aggressive und ehrgeizige Eltern bedrohen Schiedsrichter oder prügeln sich mit anderen Eltern.
- Online: Ultras sehen sich als die „einzig wahren Fußballfans“ und hetzen in Online-Foren gegen alle Institutionen mit Ordnungsaufgaben: Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehren und private Sicherheitsdienste.
- An- und Abreise: Verfeindete Ultra-Gruppierungen verabreden sich an Treffpunkten zu Schlägereien oder sie überfallen gegnerischer Fans außerhalb des Stadions.
- Im Stadion: Vereine räumen Ultras teilweise Privilegien ein wie nicht kontrollierte Räume im Stadion. Dadurch können sie zum Beispiel überlange Fahnen, diffamierende und strafrechtlich relevante Banner sowie Pyrotechnik im Stadion benutzen. Sie setzen sie auch gezielt gegen Polizeikräfte ein.
- Während des Spiels: Spieler mit dunkler Hautfarbe werden rassistisch beleidigt. Frauen werden sexuell belästigt. Ultras zeigen hetzerische Banner, in denen sie sogar zum Mord an Gegnern aufrufen. Sie zünden Bengalos oder werfen Gegenstände nach gegnerischen Spielern, die diese verletzen.
Gewalt rund um Fußballspiele kann verhindert werden
Mögliche Ansätze:
- Anti-gewaltorientierte Fanarbeit leisten: Wenn die Positionen von Fanbeauftragten und Sicherheitsbeauftragten ausreichend ausgestattet sind und die Vereine hinter ihnen stehen, können sie Fairplay-Aktionen durchführen und gewaltvermeidend auf Fans und Ultras einwirken. Das Ziel muss eine weltoffene und tolerante Fankultur sein.
- Gewaltbereite Fußballfans isolieren: Die Fußballszene sollte keine Sympathie für Menschen zeigen, die rund um die Spiele Gewalt ausüben. Dies geschieht derzeit jedoch teilweise.
- Empathie für die Einsatzkräfte zeigen: Es darf keine verbalen und körperlichen Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei geben. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag, damit jeder Mensch, der ein Fußballspiel besucht, unverletzt und gesund wieder zu Hause ankommt. Dieser Einsatz sollte Wertschätzung erfahren.
Stadionallianzen verhindern Gewaltausbrüche
- Stadionallianzen: Clubs, Fanprojekte, städtische Behörden und die Polizeikräfte können gemeinsam verhindern, dass es etwa bei Hochrisikospielen zu Gewaltausbrüchen kommt. In solchen Fällen müssen sich die Beteiligten in Sondersitzungen vorher absprechen.
- Terminplanung: Risikospiele sollten nicht abends oder an Feiertagen wie dem 1. Mai angesetzt werden, an denen die Polizeikräfte auch anderswo gebraucht werden.
- Crowd-Management und Videoüberwachung: Mit KI-basierten Methoden können Zuschauerströme so gelenkt werden, dass Menschen nicht zu dicht zusammengedrängt werden und dass gegnerische Ultras sich nicht begegnen. Durch Videoüberwachung können Täter besser identifiziert werden. Das hat eine abschreckende Wirkung. Die Entwicklung neuer KI-Lösungen kann künftig dazu beitragen, Täter noch besser zu isolieren und zu identifizieren.
- Personalisierte Tickets bei Hochrisikospielen: Solche Tickets stellen eine Möglichkeit dar, um Gewalttäter zu identifizieren. Wiederholungstäter sollten gezielte Stadionverbote erhalten.
Was wir tun können, wenn wir Gewalt im Fußball beobachten
Wir können...
- die Mannschaft, zu deren Fans wir gehören, friedlich unterstützen.
- uns selbst schützen, indem wir den Ort von Ausschreitungen zügig verlassen.
- andere davon abhalten, sich an den Ausschreitungen zu beteiligen.
- uns als Zeugen bei der Polizei melden und ggf. unsere Handyfotos oder -videos zur kriminalistischen Auswertung zur Verfügung stellen.
An wen sich Gewaltopfer im Fußball wenden können
- Die medizinische Erstversorgung läuft über Erste-Hilfe-Angebote im Stadion.
- Ebenfalls im Stadion sind Ordnungskräfte privater Sicherheitsdienste sowie Polizeibeamte. Auch sie sind erste Ansprechpartner für Gewaltopfer.
- Frauen werden möglicherweise während des Stadionbesuchs sexuell belästigt. Viele Vereine haben eigene Anlaufstellen gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt.
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