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Auf Siegel und Impressum achten!

Der Internethandel mit gefälschten Medikamenten blüht – Schätzungen gehen davon aus, dass jedes zweite über das Internet vertriebene Lifestyle-Präparat gefälscht ist. Wer online Medikamente bezieht, sollte daher vorsichtig sein. Wir beleuchten im Gespräch mit einer Expertin die aktuelle Situation.

Versandapotheken sind auch in Deutschland schon sehr aktiv

Blister mit Medikamenten

© takedapharma über VFA 

 

Der Internethandel mit gefälschten Medikamenten blüht – Schätzungen gehen davon aus, dass jedes zweite über das Internet vertriebene Lifestyle-Präparat gefälscht ist. Wer online Medikamente bezieht, sollte daher vorsichtig sein. Wir beleuchten im Gespräch mit einer Expertin die aktuelle Situation. 

 

Zu den Lifestyle-Medikamenten zählen Potenzmittel, Haarwuchsmittel, Schlankheitspräparate sowie Anabolika. Aber auch gefälschte Antibiotika, Krebsmittel oder Medikamente gegen HIV werden über das Internet verkauft. Wer online Medikamente bezieht, sollte daher unbedingt darauf achten, dass er über eine seriöse Webseite bestellt, also über den Internetauftritt einer zertifizierten deutschen Versandapotheke. Diese Versandapotheken verfügen alle zusätzlich über eine so genannte Präsenzapotheke. Diese hat eine ergänzende Erlaubnis, gegen Vorlage eines Rezeptes online Medikamente abgeben zu dürfen – auch solche, die verschreibungspflichtig sind. Christina Conradi, Pressesprecherin bei Sanicare, einer großen deutschen Versandapotheke, erklärt: „Die Arzneimittel, die über die Webseite abgegeben werden, stammen aus genau dem gleichen Großhandel, über den wir auch die Medikamente für unsere Präsenzapotheke beziehen. Der Einkauf findet zentral für beide Bereiche gleich statt. Der einzige Unterschied ist, dass die online bestellten Waren eben per Post versandt werden.“ 

„DIMDI-Gütesiegel“ gibt mehr Sicherheit

Nur lizenzierte deutsche Versandapotheken dürfen auf ihrer Seite das Gütesiegel des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) tragen. Über die Webseite des Instituts http://www.dimdi.de/static/de/amg/index.htm lässt sich mithilfe des Versandapothekenregisters schnell herausfinden, ob eine Versandapotheke eine offizielle Erlaubnis zur Abgabe von Medikamenten hat. Im Impressum der Apotheken-Webseite muss außerdem der Apotheker genannt werden, der die Seite betreibt. Zusätzlich ist dieser verpflichtet, auf der Seite seine zuständige Aufsichtsbehörde, das heißt, die zuständige Apothekerkammer zu nennen. Verschreibungspflichtige Medikamente werden außerdem nur gegen Vorlage eines Rezepts verschickt. Es muss per Post bei der Versandapotheke eingereicht werden. „Generell kann man sagen, dass lizenzierte Versandapotheken in Deutschland genau so sicher sind wie die Apotheke vor Ort“, so Conradi.

Ein Restrisiko bleibt

Aber selbst, wenn man auf alle Indizien, wie Impressum, Siegel, Hinweis auf die zuständige Aufsichtsbehörde etc. achtet, gibt es im Internet keine vollständige Sicherheit vor Betrug. So kann es durchaus vorkommen, dass Siegel gefälscht und im Impressum falsche Angaben gemacht werden. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Misstrauisch muss man außerdem immer dann werden, wenn verschreibungspflichtige Medikamente ohne Vorlage eines Rezeptes abgegeben werden. Auch von extrem billigen Angeboten sollte man sich nicht locken lassen. „Wir haben in Deutschland Festpreise für rezeptpflichtige Medikamente. Sobald ein Mittel extrem billig angeboten wird, handelt es sich nicht um ein Schnäppchen, sondern vermutlich um eine Fälschung. Damit kann einfach etwas nicht stimmen“, warnt Christina Conradi. Werden die Medikamente lose im Plastikbeutel verschickt, sieht die Verpackung des Medikaments anders aus als andere Packungen des gleichen Arzneimittels, fehlt der Beipackzettel oder ist dieser gekürzt, gilt: Hände weg von solchen Medikamenten! „Man muss bei dem Thema wirklich an den gesunden Menschenverstand appellieren. Denn viel liegt in der Verantwortung der Patienten selbst. Wenn man auf einer dubiosen Webseite Viagra ohne Rezept für ein paar Euro kauft, dann muss man davon ausgehen, dass man betrogen wird“, so die Sprecherin.

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