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Lindenstraße auf allen Kanälen

Mehr als zwei Millionen Kundenkonten auf einen Schlag geknackt – der Datendiebstahl bei Vodafone im Jahr 2013 macht klar, dass die zunehmende Zentralisierung von Datenpools neue Angriffsflächen bietet. Das ist nur einer von mehreren Megatrends, die der IT-Experte Jens Fromm beschreibt.

Die Kommunikationswelt der Zukunft stellt die Gesellschaft vor viele Fragen

Jens Fromm

Forscher am Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme © privat

Mehr als zwei Millionen Kundenkonten auf einen Schlag geknackt – der Datendiebstahl bei Vodafone im Jahr 2013 macht klar, dass die zunehmende Zentralisierung von Datenpools neue Angriffsflächen bietet. Das ist nur einer von mehreren Megatrends, die der IT-Experte Jens Fromm beschreibt.

 

„Stellen Sie sich vor, Sie gucken zuhause auf dem Sofa gerade die Lindenstraße und müssen dann kurzfristig zu einem Besuch bei Ihrer Schwiegermutter aufbrechen. Kein Problem!“, meint Jens Fromm, Forscher am Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme. In Zukunft könnte man dann nämlich einfach im Auto weitergucken, und nach der Ankunft das Ende noch auf dem Smartphone im Wohnzimmer der Schwiegermutter verfolgen. „Fernsehen, E-Mails abrufen, das Smartphone benutzen – egal was, es wird auf einer gemeinsamen Plattform basieren“, so die Vision von Jens Fromm. Der heikle Punkt aus Sicht des Datenschutzes besteht allerdings darin, dass alles über ein Datenformat läuft und technische Systeme immer enger zusammen arbeiten. Diese Zentralisierung bringt enorme Probleme mit sich. Denn dadurch kommen Hacker eben auch viel rascher an gewaltige Mengen von Daten heran, wenn sich Sicherheitslecks auftun, wie in dem im Herbst 2013 bekannt gewordenen Fall bei Vodafone.

Bequemlichkeit oder Sicherheit?

Die mobile Kommunikation bringt ernst zu nehmende Gefahren mit sich, diese Erkenntnis müsste mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen sein. Doch allzu oft siegt im Bewusstsein der Kunden die Lust an komfortablen Services oder die Aussicht auf mögliche finanzielle Vorteile über die Vorsicht. IT-Forscher Jens Fromm sieht hier auch einen Knackpunkt für Sicherheitsfragen der Zukunft: „Auf der einen Seite will der Kunde sehr schnell bestimmte Dienste in Anspruch nehmen, auf der anderen Seite gibt es den berechtigten Wunsch, Daten zu schützen.“ So wollen Bürger heute gerne Anträge aller Art bequem und rasch am besten gleich online vom Wohnzimmersofa aus abwickeln. Aus Sicht der Bedienerfreundlichkeit wäre es am besten, dafür gleich das Melde- und das Steuerregister zusammen zu führen – was bei Datenschützern für einen Aufschrei sorgen würde. Ein anderes Beispiel dafür, dass Kunden gerne der Bequemlichkeit den Vorrang geben: Wer bei Online-Vorgängen zu oft gebeten wird, eine Option zu wählen, klickt oft einfach rasch und ungeprüft die erste vorgeschlagene Variante an. Auch Warnmeldungen von Schutzsoftware werden beim ersten Mal noch gelesen, danach einfach automatisch weggeklickt. „Entweder geht es schnell und komfortabel für den User, aber ohne Datenschutz, oder es ist alles zu hoch abgesichert“, resümiert Jens Fromm das Dilemma, das die Gesellschaft in Zukunft noch verstärkt beschäftigen wird. 

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