Wie können wir uns und andere besser schützen?

Kein Raum für sexuellen Missbrauch

Von ungewollten Berührungen bis hin zu Vergewaltigung

Sexueller Missbrauch

  • bezeichnet jede Form von sexueller Handlung oder sexuellem Verhalten, das gegen den Willen einer Person erfolgt oder bei der die betroffene Person nicht in der Lage ist, ihre Zustimmung zu geben.
  • betrifft sowohl Erwachsene als auch Kinder
  • kann viele unterschiedliche Formen annehmen, darunter z. B.
    • körperliche Übergriffe wie Berührungen, die als unangemessen empfunden werden, bis hin zu Vergewaltigung
    • sexuelle Nötigung (Druck ausüben), um sexuelle Handlungen zu erzwingen
    • sexuelle Ausbeutung wie der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen für pornografische Zwecke

Gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch

Prävention gegen sexuellen Missbrauch ist ein gemeinschaftliches Anliegen und erfordert das Engagement von Individuen, Familien, Schulen und der Gesellschaft insgesamt. Um sexuellem Missbrauch zu verhindern, können wir zum Beispiel:

  • eine offene Diskussion über gesunde Beziehungen, Einvernehmen und Sexualität fördern
  • Kinder und Jugendliche ermutigen, über ihre Gefühle und Erfahrungen zu sprechen
  • Kindern und Jugendlichen dabei helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln, damit sie in der Lage sind, für ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen
  • sicherstellen, dass Orte, an denen sich Kinder aufhalten (wie Schulen, Spielplätze oder Sportvereine), gut überwacht und sicher sind
  • Projekte in unserer Gemeinde unterstützen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und Aufklärungsarbeit leisten

So erkennen wir körperliche und psychische Anzeichen

Es ist wichtig, aufmerksam auf Verhaltensänderungen und Anzeichen zu achten, die auf sexuellen Missbrauch hinweisen könnten. Dazu zählen zum Beispiel:

  • plötzliche Verhaltensänderungen einer Person (z. B. Angst, Nervosität, Aggressivität, Wut, Reizbarkeit, Depression)
  • plötzlicher Rückzug von Freunden, Familie oder Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben
  • Beschreibungen von Verletzungen, Schmerzen oder Beschwerden, insbesondere im Genitalbereich
  • Vernachlässigung von Hygiene und Aussehen
  • übermäßiges oder unangemessenes sexuelles Wissen oder Verhalten, das nicht dem Entwicklungsstand entspricht (bei Kindern)
  • Lernschwierigkeiten oder Leistungsabfälle in der Schule (bei Kindern und Jugendlichen)

So reagieren wir in verdächtigen Situationen richtig

Wenn wir den Verdacht haben, dass jemand sexuell missbraucht wird, ist es wichtig, sensibel und verantwortungsbewusst zu handeln. Wir können zum Beispiel:

  • eine sichere Umgebung für die betroffene Person schaffen, Verständnis zeigen und unsere Unterstützung anbieten
  • Druck vermeiden und die Person nicht zum Reden drängen
  • uns über Beratungsstellen oder Fachleute informieren, die auf dieses Thema spezialisiert sind
  • alle relevanten Informationen und Vorfälle schriftlich festhalten (dies kann später wichtig sein, wenn professionelle Hilfe benötigt wird)

Das können wir nach sexuellem Missbrauch tun

Unmittelbar nach einer Tat können wir

  • uns bzw. das Opfer in Sicherheit bringen
  • die Nummer der Polizei oder eine Notrufnummer kontaktieren
  • medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, um Verletzungen festzustellen und Beweise zu sichern
  • psychologische Unterstützung annehmen
  • mit Vertrauenspersonen wie Freunden, Familienmitgliedern oder anderen Betroffenen über das Erlebte sprechen
  • rechtliche Schritte gegen den Täter einleiten

KF (25.04.2025)

Artikel zum Thema sexueller Missbrauch

Wird der §184b des Strafgesetzbuchs erneut geändert?

Kinderpornografie im Netz

Während des Corona-Homeschoolings bekommt eine achtjährige Schülerin über den Chat ein Foto des Intimbereichs einer Mitschülerin zugeschickt. Ihre…

| mehr

Menschenhändler missbrauchen ukrainische Flüchtlinge

Statt Hilfe droht Prostitution

Die Flüchtlingskrise im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg hat eine weitere dunkle Facette. Menschenhändler und die Pornoindustrie versuchen die…

| mehr

Missbrauch, Gewalt, Übergriffe

Tatort Sportverein

Körperliche und seelische Gewalt, aber auch Missbrauch und sexualisierte Gewalt sind überall anzutreffen – auch im Sport. Jeder Vorfall kann, vor…

| mehr

„180Grad“ setzt im Vorfeld potenzieller Taten an

Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen

Bei einer Party haben drei Jungs eine Mitschülerin total abgefüllt. Als sie betrunken genug war und sich nicht mehr wehren konnte, haben sie die…

| mehr

Im Interview: Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Sexueller Missbrauch geschieht nicht im Affekt

Kerstin Claus wurde im März 2022 für fünf Jahre in das Amt der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) berufen.…

| mehr

„Wir benötigen strukturelle Veränderungen“

Kinder besser vor Missbrauch schützen

Die schweren Fälle von Kindesmissbrauch, die im nordrhein-westfälischen Lügde und Münster ans Licht gekommen sind, haben in der Politik erneut für…

| mehr

Wenn sich Erwachsene zu Kindern hingezogen fühlen

Pädophilie und Hebephilie

Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz, bei der sich die betroffene Person von Kindern mit einem vorpubertären Körper angesprochen fühlt. Weist die…

| mehr

Die Arbeit der Fahnder im Internet

Pädosexuellen auf der Spur

Das Sachgebiet 543 beim Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) war europaweit das erste, das schon im Jahr 1995 damit begann, das Internet nach…

| mehr

Letzter Artikel

Keine weiteren Nachrichten-Seiten