Anzeichen erkennen, rechtzeitig unterstützen

Alkohol – Prävention und Hilfsangebote

Wenn Alkohol zum Problem wird

Eine Alkoholsucht, auch als Alkoholabhängigkeit bezeichnet, kann sich auf folgende Weise äußern:

  • ein starkes, oft unkontrollierbares Verlangen, Alkohol zu konsumieren
  • Schwierigkeiten, den Alkoholkonsum zu reduzieren oder zu stoppen, obwohl man es versucht
  • die Notwendigkeit, immer größere Mengen Alkohol zu konsumieren, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
  • körperliche oder psychische Symptome wie Zittern, Schwitzen, Angst oder Übelkeit, die auftreten, wenn der Alkoholkonsum verringert oder eingestellt wird

Strategien gegen die Alkoholsucht

Es gibt verschiedene präventive Maßnahmen, die wir selbst ergreifen können, um eine Alkoholsucht zu verhindern. So können wir zum Beispiel

  • lernen, Stress zu bewältigen, Probleme zu lösen oder uns zu belohnen, auch ohne Alkohol zu trinken
  • unsere sozialen Beziehungen in Schule, Familie und Freundeskreis stärken
  • unseren eigenen Alkoholkonsum regelmäßig hinterfragen und gegebenenfalls anpassen
  • unser Verlangen nach Alkohol überlisten (z. B. durch Joggen, Spazierengehen, Musik hören)
  • als Eltern unseren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vorleben

So erkennen wir Anzeichen für eine Abhängigkeit rechtzeitig

Es gibt mehrere Symptome und Verhaltensweisen, die auf eine Alkoholabhängigkeit hinweisen können:

  • körperliche Entzugserscheinungen, wenn der Konsum von Alkohol reduziert oder gestoppt wird
  • sichtbare körperliche Veränderungenwie gerötete Augen, Hautveränderungen, Gewichtsveränderungen, Mundgeruch
  • Kontrollverlust über die Menge und Häufigkeit des konsumierten Alkohols
  • Vernachlässigung anderer Interessen und sozialer Kontakte
  • Schamgefühle und Verheimlichen des Trinkverhaltens

So behalten wir in kritischen Situationen die Kontrolle

Um impulsives Trinken in kritischen Situationen zu vermeiden und nicht die Kontrolle über den Alkoholkonsum zu verlieren, ist es wichtig, dass wir

  • Situationen erkennen, die uns in Versuchung führen könnten, mehr zu trinken als geplant (z. B. Partys oder Treffen mit Freunden, die viel trinken)
  • im Voraus festlegen, wie viel wir trinken möchten, und uns an diese Grenze halten
  • uns an alkoholfreie Getränke halten oder zwischen alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken wechseln
  • Freunde oder Begleiter über unsere Absicht informieren, weniger trinken zu wollen
  • eine Situation verlassen können, wenn wir uns unwohl fühlen oder das Gefühl haben, in Versuchung zu geraten

Professionelle Unterstützung ist fast immer notwendig

Um eine Alkoholsucht dauerhaft wirksam zu bekämpfen, können wir

  • uns ärztlichen Rat suchen und mit unserem Hausarzt oder unserer Hausärztin offen über den eigenen Alkoholmissbrauch sprechen
  • uns weitere professionelle Hilfe bei Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen (z. B. Anonyme Alkoholiker) holen
  • psychologische Hilfe in Anspruch nehmen
  • bei schwerer Abhängigkeit einen stationären Entzug in Erwägung ziehen

KF (25.04.2025)

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