Die psychische und körperliche Abhängigkeit von Drogen

Zwischen Glücksgefühlen und Kontrollverlust

Legale und illegale Substanzen

Drogensucht ist gekennzeichnet durch

  • körperliche und/oder seelische Abhängigkeit von einem Genuss- oder Rauschmittel
  • Kontrollverlust beim Konsum
  • psychische und körperliche Entzugssymptome

Bei den verschiedenen Drogen unterscheidet man zwischen

  • legalen Drogen wie Nikotin, Tabak, Koffein und Cannabis (mit Einschränkungen)
  • illegalen Drogen wie Heroin, Kokain, Ecstasy, Amphetamine, Speed und LSD

In Bezug auf die Herstellung unterscheidet man zwischen

  • pflanzlichen Drogen wie Cannabis, Kokain und Tabak
  • synthetischen (künstlich hergestellten) Drogen wie Ecstasy, Crystal Meth, Amphetamine
  • halbsynthetischen Drogen wie Heroin und LSD

In Bezug auf die Wirkung unterscheidet man zwischen

  • aufputschenden Wirkstoffen (z. B. Nikotin, Speed, Kokain, Ecstasy)
  • sedierenden Wirkstoffen (z. B. Cannabis, Heroin)
  • bewusstseinsverändernden Wirkstoffen, auch „Halluzinogene“ genannt (z. B. LSD)

Wie sich Drogenabhängigkeit äußert

Drogensucht kann sich auf unterschiedliche Weisen äußern. Dazu gehören:

  • Zittern, starkes Schwitzen, Übelkeit, nervöse oder fahrige Bewegungen
  • verringerte Konzentrationsfähigkeit, Halluzinationen
  • Magen-Darm-Beschwerden, Unter-/Mangelernährung
  • häufige Infektionen
  • geschädigte oder verfärbte Zähne
  • geweitete oder verkleinerte Pupillen
  • häufiges Nasenbluten

Wie wir Drogensucht erkennen können

Häufige Anzeichen, die darauf hinweisen können, dass jemand drogensüchtig ist, sind:

  • Veränderungen im Wesen und in der Persönlichkeit
  • aggressives Verhalten
  • Depressionen, Angst und Teilnahmslosigkeit
  • Verlust von Empathie
  • sozialer Rückzug von Familie und Freunden
  • mangelnde Körperpflege
  • Vernachlässigung von Hobbys
  • veränderte Schlafgewohnheiten

Wie wir uns selbst (und andere) vor Drogenmissbrauch und den Gefahren schützen können

Wir können…

  • unser Selbstbewusstsein stärken und lernen, „Nein“ zu sagen, wenn uns Drogen angeboten werden
  • sportliche Aktivitäten und Hobbys beetreiben, die uns Freude bereiten und Stress abbauen
  • Techniken zur Stressbewältigung lernen, um emotionale Probleme nicht mit Drogen zu kompensieren
  • uns über verschiedene Drogen, deren Wirkungen, Risiken und mögliche Folgen des Konsums informieren
  • offen mit Freunden und Familienmitgliedern über das Thema Drogenmissbrauch sprechen und über die Gefahren, die damit verbunden sind
  • aufmerksam gegenüber Veränderungen im Verhalten von Freunden oder Familienmitgliedern sein, die auf Drogenmissbrauch hindeuten könnten

Was wir tun können, wenn wir das Gefühl haben, dass jemand ein Drogenproblem hat:

  • Zuhören sowie Geduld und Verständnis zeigen, die Person zu nichts zwingen
  • ihn/sie ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen
  • anbieten, die Person zu Terminen bei Ärzten oder Therapeuten zu begleiten
  • uns an eine entsprechende Beratungsstelle, eine Entzugsklinik oder einen Arzt wenden, wenn die Person bereit dazu ist
  • unmittelbar den Notruf wählen, wenn die Person in einer akuten Krise ist oder droht, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen

KF (28.03.2025)

Artikel zum Thema Drogensucht

Das „Pick-Up“-Programm für Drogenabhängige in Essen

Neuer Lebenssinn durch Arbeit

Das Projekt „Pick-Up“ („Aufheben“) in Essen hilft Drogenabhängigen dabei, wieder einen Sinn in ihrem Leben zu sehen und einen Weg zurück in die…

| mehr

Eine Droge auf dem Vormarsch

Crystal zerstört Körper und Seele

Methamphetamin – umgangssprachlich Crystal, Meth oder Ice genannt – gehört zu den gefährlichsten Drogen überhaupt. Es ist leicht zu bekommen, macht…

| mehr

Beschaffungskriminalität in einer deutschen Großstadt

Wie Süchtige immer wieder an Stoff kommen

Thomas Becker kämpft seit 20 Jahren präventiv und aktiv gegen Drogen. Er ist Erster Kriminalhauptkommissar beim Rauschgiftkommissariat (K 64) in…

| mehr

Drogenpolitik in kleinen Schritten

Drogensucht muss nicht im Gefängnis enden

Arthur Kreuzer, emeritierter Professor für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug an der Universität Gießen, arbeitete als Jugendrichter,…

| mehr

Synthetische Cannabinoide werden als Kräutermischungen getarnt

„Ein ganz großer Feldversuch“

Die sogenannten „Legal Highs“ gehören zu den aktuellen Modedrogen. Sie tarnen sich als Kräutermischungen oder Badesalze. Den Kräutern werden aber…

| mehr

Süchtige Mütter leben mit ihren Kindern

Erfolgreiches Wohnprojekt

Der Verein „FrauSuchtZukunft ? Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen e. V.“ in Berlin bietet ein besonderes Projekt: betreutes Einzelwohnen…

| mehr

Eine Arbeitssüchtige berichtet über ihre Sucht

Die Arbeit hatte mich im Griff

Ich bin jetzt 67 Jahre alt, verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und bin mittlerweile Rentnerin. Ich war lange als Lehrerin tätig und wie alle…

| mehr

Neuer Lebensmut für abhängige Jugendliche

Therapie in der Suchtklinik

Für viele alkohol- oder drogenabhängige Jugendliche ist die stationäre Aufnahme in einer speziellen Klinik häufig die letzte Chance, von ihrer Sucht…

| mehr

Letzter Artikel

Keine weiteren Nachrichten-Seiten