Rettungskarten unterstützen die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit
Rettungskarten unterstützen die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit

Bei Unfällen kann sie Leben retten

Die Rettungskarte gehört in jedes Auto

Nach einem Verkehrsunfall zählt oft jede Sekunde. Die Rettungskräfte von der Feuerwehr setzen daher alles daran, eingeklemmte Schwerverletzte möglichst schnell aus einem Fahrzeug zu befreien. Hilfreiche Unterstützung bieten dabei die so genannten Rettungskarten.

In diesem Text erfahren Sie:

Eigene Rettungskarte für jedes Fahrzeugmodell

Auf den Rettungskarten (auch „Rettungsdatenblatt“) finden die Feuerwehrkräfte wichtige Infos zur Bauart des jeweiligen Fahrzeugs: Wo sind überall Airbags eingebaut? Wo gibt es Verstärkungen im Metall? Wo befinden sich die Gurtstraffer? Auf diese Fragen geben die Rettungskarten auf einen Blick eine Antwort. Die Rettungskräfte benötigen diese Informationen, denn in allen Fahrzeugen gibt es verstärkte Bereiche in der Karosserie, die das Fahrzeug stabiler machen und die Insassen bei Unfällen besser schützen sollen. Setzt die Feuerwehr mit ihren Rettungsinstrumenten aber genau an einer dieser Stellen an, kann es passieren, dass das Werkzeug dabei zerbricht und die Person nicht schnell genug befreit werden kann. Auf den Rettungskarten sind diese und andere relevante Bereiche genau eingezeichnet. Jeder Hersteller stellt für seine verschiedenen Fahrzeugmodelle Rettungskarten zur Verfügung. Jedes Fahrzeugmodell verfügt dabei über eine eigene Rettungskarte.

Airbags und Gurtstraffer

Die Rettungskarte enthält auch Informationen über die im Fahrzeug verbauten Airbags. Die gibt es nicht nur auf Fahrer- und Beifahrerseite, sondern oft auch in den seitlichen Säulen oder sogar im Fahrzeugdach. Während eines Rettungsversuches können die Airbags versehentlich ausgelöst werden und sowohl Helfer als auch Insassen verletzen. Dabei kann es zu Prellungen, Schürfwunden oder sogar Verbrennungen kommen. Und auch die Gurtstraffer sind auf den Karten verzeichnet, denn auch sie funktionieren wie Airbags mit Hilfe einer kleinen Sprengladung oder alternativ mit einer starken Feder, durch die man sich verletzen kann.

Bei der Befreiung von Verletzten ist keine Zeit zu verlieren

Bei der Befreiung von Verletzten ist keine Zeit zu verlieren

Stefan Körber, fotolia

Besondere Hinweise für Elektrofahrzeuge

Besonders wichtig sind die Rettungskarten für Gas-, Hybrid- und Elektroautos. Denn bei diesen Fahrzeugen gibt es viele zusätzliche Hinweise, die beachtet werden müssen. Man muss genau wissen, wo in dem jeweiligen Modell etwa die Gasleitungen entlanglaufen oder wo sich der Gastank befindet. Bei Elektrofahrzeugen gilt das Gleiche für die Hochvoltleitungen. Die Sicherheitskräfte müssen zum Beispiel wissen, wo der „Not-Aus“-Knopf im Fahrzeug liegt, damit niemand einen Stromschlag bekommt. Auch die Lage der Batteriepakete im Fahrzeugboden ist auf der Karte verzeichnet.

Per QR-Code auf das Tablet der Feuerwehr

Die Rettungskräfte sind immer besser mit Tablets und mobilen Datenzugängen ausgestattet. Sie können die benötigten Angaben auch über einen QR-Code aufrufen. Dazu muss man aber eine Plakette mit dem korrekten QR-Code für sein Fahrzeug in der Frontscheibe anbringen. Einige gewerbliche Unternehmen bieten diese QR-Code-Plaketten kostenpflichtig an. Eine andere Variante gibt es zum Beispiel für Mitglieder des AvD: Sie können ihr Kennzeichen in einer Datenbank hinterlegen. Über eine kommerzielle Website kann dann die Feuerwehr im Schadensfall das Kennzeichen des verunfallten Autos eingeben und sich bereits während der Anfahrt zum Unfallort die digitale Rettungskarte ansehen.

Wichtige Hinweise zur Rettungskarte

  • Die Rettungskarten stehen in der Regel auf der Webseite des Fahrzeugherstellers oder hier zum Download zur Verfügung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die richtige Rettungskarte entsprechend Ihrem Fahrzeugmodell auswählen.
  • Drucken Sie die Karte auf jeden Fall farbig aus – die unterschiedlichen farblichen Markierungen müssen deutlich zu erkennen sein.
  • Deponieren Sie die Rettungskarte ausschließlich hinter der Fahrer-Sonnenblende und nirgendwo anders im Fahrzeug. Die Rettungskräfte suchen nur an dieser Stelle danach!
  • Bringen Sie den Aufkleber „Rettungskarte im Fahrzeug“ am linken oberen oder unteren Rand der Windschutzscheibe an. Den Aufkleber erhalten Sie zum Beispiel bei den Automobilclubs oder beim TÜV oder DEKRA.

WL (28.11.2025)

Präventionstipps als Video

Tippen Sie auf ein Video, um es zu starten. Sie können die Videos wechseln, indem Sie nach unten oder nach oben wischen.

Präventionstipps als Video

Klicken Sie auf ein Video, um es zu starten. Sie können die Videos wechseln, indem Sie die Pfeilsymbole verwenden.

Weitere Infos zum Thema Verkehrsicherheit im privaten Straßenverkehr

Harte Zeiten für Mobilitätsdienste

Zukunftstrend Carsharing

Weniger Autos, weniger Emissionen, weniger Parkplatznot: In ihren Anfängen vor rund zehn Jahren galten Carsharing-Dienste als große Hoffnungsträger…

| mehr

Stark gestiegene Unfallzahlen

E-Scooter: Freizeitspaß mit Risiko

E-Scooter polarisieren: Für manche sind sie Ausdruck eines modernen, urbanen Lebensgefühls, für die anderen ein ständiges Ärgernis. Vor allem junge…

| mehr

Schutzplanken können Leben retten

Gefährliche Baumunfälle auf Alleen

Von Bäumen gesäumte Landstraßen sehen zwar schön aus, bergen für Autofahrer aber auch große Risiken, die von vielen unterschätzt werden. Im Jahr 2019…

| mehr

Wie man sich als Autofahrer schützen kann

Auffahrende Lkw am Stauende

Baustellen, ein hohes Verkehrsaufkommen und Unfälle sind die Hauptursachen für Stau und stockenden Verkehr auf deutschen Autobahnen. Das ist nicht nur…

| mehr

Wie Autofahrer reagieren sollten

Richtiges Verhalten bei Polizeikontrollen

Sofort anhalten oder noch bis zum nächsten Parkplatz fahren? – So reagieren Autofahrer korrekt, wenn sie von der Polizei angehalten werden:

| mehr