Sie sind hier >  /  
< Das Auto winterfest machen

Gefährliche Baumunfälle auf Alleen

Von Bäumen gesäumte Landstraßen sehen zwar schön aus, bergen für Autofahrer aber auch große Risiken, die von vielen unterschätzt werden. Im Jahr 2015 starben etwa 603 Menschen, weil sie auf einer Allee mit einem Baum kollidierten – im Vergleich dazu: Nur 13 Personen kamen bei einem Wildunfall ums Leben. Dr. Detlev Lipphard, Leiter des Fachbereichs Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, erklärt im Interview, welche Maßnahmen getroffen werden sollten, um Alleen für Autofahrer sicherer zu machen.

Schutzplanken können Leben retten


Alleen bergen für Autofahrer besondere Risiken

© ThomBal, fotolia

 

Von Bäumen gesäumte Landstraßen sehen zwar schön aus, bergen für Autofahrer aber auch große Risiken, die von vielen unterschätzt werden. Im Jahr 2015 starben etwa 603 Menschen, weil sie auf einer Allee mit einem Baum kollidierten – im Vergleich dazu: Nur 13 Personen kamen bei einem Wildunfall ums Leben. Dr. Detlev Lipphard, Leiter des Fachbereichs Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, erklärt im Interview, welche Maßnahmen getroffen werden sollten, um Alleen für Autofahrer sicherer zu machen.

Herr Lipphard, was macht Alleen so gefährlich?

Das Problem ist, dass die Bäume meist sehr nah am Fahrbahnrand stehen. Baumunfälle haben fast immer schwere Folgen – sie sind entweder mit schweren Verletzungen verbunden oder enden sogar tödlich. Ein Baum ist ein sehr festes Hindernis. Selbst kleine Bäume, die erst wenige Jahre alt sind und noch gar nicht so stabil aussehen, können zur tödlichen Gefahr werden. Wir kennen Beispiele von schwersten Unfällen, wo jemand gegen einen relativ kleinen Baum geprallt ist und durch den Aufprall gestorben ist. Eine weitere Problematik: Autofahrer sind oft abgelenkt oder zu schnell unterwegs – Bäume verzeihen aber auch kleine Fahrfehler nicht. Viele meinen auch, sie könnten im Ernstfall zwischen zwei Bäumen hindurchsteuern. Bei den Geschwindigkeiten, die auf Landstraßen üblich sind, ist das aber nahezu unmöglich. Auch das Wechselspiel von Licht und Schatten kann Probleme bereiten. Außerdem wird auf Landstraßen gerne überholt. Dann kann es etwa sein, dass man ein Fahrzeug oder einen Radfahrer im Schatten übersieht.

Ist diese Problematik denn allgemein bekannt?

Nein, den meisten Menschen sind diese Risiken nicht bewusst. Bei einer bundesweiten DEKRA-Umfrage im Jahr 2013 hatten vor einem Baumunfall nur zehn Prozent der Befragten am meisten Angst, 72 Prozent jedoch vor einem Unfall mit Wild. Dabei endet Letzteres nur sehr selten tödlich.

Dr. Detlev Lipphard

Leiter des Fachbereichs Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, © DVR

Welche Maßnahmen müssten aus Sicht des DVR getroffen werden, um die Zahl der Baumunfälle zu reduzieren?

Uns kommt es auf zwei Kernpunkte an: Der eine betrifft den Umgang mit bestehenden Alleen, der zweite das Pflanzen von neuen Bäumen. Zu Maßnahmen rund um bestehende Baumbestände sagen wir grundsätzlich: Man sollte sich auf Alleen konzentrieren, die unfallauffällig sind. Wenn dies der Fall ist, sollten Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, wie etwa das Anbringen von Schutzplanken. Bäume zu entfernen sollte das letzte Mittel sein und nur dann geschehen, wenn nichts anderes mehr möglich ist. Hier sollte dann aber die Unfallkommission und die jeweilige Natur- und Landschaftsbehörde mit ins Boot geholt werden, denn das Fällen von Bäumen ist zu Recht ein sensibles Thema in der Bevölkerung. Wenn neue Bäume gepflanzt werden sollen, ist grundsätzlich zu beachten: Die sicherste Landstraße ist die mit freiem Seitenraum. Deshalb Neuanpflanzungen von Alleen bitte nur mit Schutzplanken. Sonst schafft man die Unfallstrecken der Zukunft.

Seite: 1 2 weiter >>

Weitere Infos für Autofahrer

Reifen, Licht und Scheiben

Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, wird es Zeit für...[mehr erfahren]

Richtig vorbereitet starten

Anschnallen – Gepäck sichern – Spiegel, Sitz und Kopfstütze...[mehr erfahren]

Mannheimer Ermittlungsgruppe sagt Motorenlärm den Kampf an

Den Motor aufheulen lassen, mit möglichst laut quietschenden Reifen...[mehr erfahren]

Interaktive Funkstreifenwagen der Polizei Brandenburg

Wie kann man die Funkstreifenwagen der Polizei mit moderner...[mehr erfahren]

Polizei Karlsruhe setzt auf Prävention

Die große Zahl an Menschen, die aus Kriegsgebieten geflohen sind,...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Audio Podcasts

Hier finden Sie alle Podcasts

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Beliebte Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.