Der Straßenverkehr stellt für Kindern nach wie vor ein großes Sicherheitsrisiko dar. Obwohl sich die Situation über viele Jahre verbessert hat, zeigen aktuelle Zahlen, dass noch immer viele Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet werden.
Zahl der Todesfälle gestiegen
Nach Angaben des Statistisches Bundesamt verunglückten im Jahr 2024 in Deutschland rund 27.260 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr. Damit blieb die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Gleichzeitig ist jedoch die Zahl der tödlich verunglückten Kinder gestiegen: 53 Kinder kamen ums Leben, nachdem im Jahr 2023 nicht mehr als 44 Kinder im Straßenverkehr starben. Insgesamt wird damit statistisch gesehen etwa alle 19 Minuten ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet.
Langfristig betrachtet ist dennoch ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Seit dem Jahr 2010 hat sich die Zahl der tödlich verunglückten Kinder erheblich reduziert. In den letzten Jahren zeigt sich jedoch eine gegenläufige Entwicklung, da nach einem Rückgang während der Corona-Pandemie wieder mehr schwere Unfälle registriert wurden.
Jüngere Kinder verunglücken am häufigsten im Auto, ältere Kinder auf dem Fahrrad
Ein genauerer Blick auf die Unfälle zeigt, dass Kinder auf unterschiedliche Weise am Straßenverkehr teilnehmen und dabei verschiedenen Risiken ausgesetzt sind. Ein großer Teil der verunglückten Kinder saß als Mitfahrende im Auto (35 Prozent), während ein ähnlich großer Anteil mit dem Fahrrad unterwegs war (33 Prozent). Auch Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, stellen weiterhin eine bedeutende Gruppe unter den Verunglückten dar (21 Prozent). Besonders jüngere Kinder unter 6 Jahren verunglücken häufiger als Mitfahrende im Auto, während ältere Kinder im Grundschulalter zunehmend mit ihrem Fahrrad in einen Unfall verwickelt werden.
In der Rubrik „Verkehrserziehung“ finden Sie zahlreiche Beispiele für polizeiliche und schulische Präventionsprojekte sowie hilfreiche Tipps zu Themen wie dem verkehrssicheren Fahrrad oder angemessener Kleidung im Dunklen. Der Kinder-Verkehrsfilm „Mach‘s richtig!“ zeigt zudem, wie der fünfjährige Bruno mit seinem Hund Wasti im Straßenverkehr ohne Begleitung unterwegs ist.
Der Schulweg als Sicherheitsrisiko
Das Unfallrisiko ist zudem nicht gleichmäßig über den Tag verteilt. Besonders häufig ereignen sich Unfälle montags bis freitags auf dem Schulweg in den Morgenstunden zwischen sieben und acht Uhr. In dieser Zeit wurden im vergangenen Jahr 13 Prozent der verunglückten Kinder verletzt oder getötet. In den Nachmittagsstunden von 15 bis 16 Uhr sowie 16 bis 17 Uhr, wenn viele Kinder wieder nach Hause oder in ihrer Freizeit unterwegs sind, erreichen sie mit einem Anteil von je 9 Prozent den zweithöchsten Wert.
Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass der Straßenverkehr weiterhin eine erhebliche Gefahrenquelle für Kinder darstellt. Umso wichtiger bleiben eine frühzeitige Verkehrserziehung, rücksichtsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
TE (27.03.2026)
