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Toter Winkel bei Lkw und Bussen

Im März 2019 starb auf der Hamburger Allee in Hannover ein 48-jähriger Radfahrer, nachdem er von einem nach rechts abbiegenden Sattelschlepper überrollt wurde. Nur vier Monate später erfasste ein Lastwagen in Eisenhüttenstadt ein Kind, das auf einem kombinierten Rad- und Gehweg unterwegs war.

Mehr Sicherheit durch Abbiegeassistenten


Für Radfahrer und Fußgänger sind abbiegende Lkw eine große Gefahr

© Kara/stock.adobe.com

 

Im März 2019 starb auf der Hamburger Allee in Hannover ein 48-jähriger Radfahrer, nachdem er von einem nach rechts abbiegenden Sattelschlepper überrollt wurde. Nur vier Monate später erfasste ein Lastwagen in Eisenhüttenstadt ein Kind, das auf einem kombinierten Rad- und Gehweg unterwegs war. Immer häufiger sorgen Unfälle wie diese für Schlagzeilen, bei denen Radfahrer und Fußgänger von Lkw- oder Busfahrern beim Abbiegen übersehen werden. Viele Zusammenstöße enden tödlich. Abbiegeassistenten können helfen: Sie senden Warnsignale oder bremsen das Fahrzeug automatisch ab. Die EU will sie deshalb ab 2022 für Lkw und Busse verpflichtend vorschreiben.

Gefahr des toten Winkels

Radfahrer müssen in Städten mit Auto-, Bus- und Lkw-Fahrern um den knappen Platz auf den Straßen kämpfen. Die meisten Unfälle gibt es im Kreuzungs- und Abbiegebereich, wo vor allem geradeausfahrende Radfahrer mit rechtsabbiegenden Lkw kollidieren. Nach Angaben der Unfallforschung der Versicherer (UDV) kommt es jährlich zu rund 3.200 Zusammenstößen zwischen Radfahrern und Lkw. Dabei verlieren im Durchschnitt 70 Radfahrer ihr Leben und 660 werden zum Teil schwer verletzt. Das Problem: Wenn sie sich im toten Winkel befinden, sind sie trotz Außenspiegel nicht oder nur schwer erkennbar. Auch Fußgänger können dadurch überrollt oder unter dem Fahrzeug eingeklemmt werden. Viele dieser Unfälle ließen sich mithilfe elektronischer Abbiegeassistenten vermeiden, die den Lkw-Fahrer rechtzeitig vor der Kollision warnen. Nach einem Beschluss der EU-Kommission werden die Assistenten sowohl für Lkw als auch für Busse ab 2022 für alle neuen Fahrzeugtypen und ab 2024 für neue Fahrzeuge zur Pflicht. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) empfiehlt Transportunternehmen jedoch, ihren Fuhrpark schon vor Einführung der verbindlichen Richtlinie mit den entsprechenden Systemen auszustatten. Seit Januar 2019 ist es Unternehmen möglich, Anträge zur Förderung eines Abbiegeassistenzsystems beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) zu stellen.

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