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Mangelhafter Brandschutz ist kein Kavaliersdelikt

Alle fünf Jahrenimmt die Berufsfeuerwehr Gewerbeobjekte bei der so genannten „Brandschau“ genau unter die Lupe.Jörg Wackerhahn von der Berufsfeuerwehr Essen hat dabei schon viele unhaltbare Situationen vorgefunden: Oft steht er vor Brandschutztüren, die mit einem Holzkeil offen gehalten werden. Er sieht Flure, die als Fluchtwege ausgezeichnet sind, in denen aber Kartons, Tische und Stühle oder Kopierer stehen. Wenn die Mängel nicht rasch beseitigt werden, kann sogar eine Betriebsschließung drohen.

In regelmäßigen Brandschauen kontrolliert die Feuerwehr Gewerbebetriebe

 Feuerwehreinsatz in einem Betrieb

© Bluelight, fotolia

 

Alle fünf Jahrenimmt die Berufsfeuerwehr Gewerbeobjekte bei der so genannten „Brandschau“ genau unter die Lupe.Jörg Wackerhahn von der Berufsfeuerwehr Essen hat dabei schon viele unhaltbare Situationen vorgefunden: Oft steht er vor Brandschutztüren, die mit einem Holzkeil offen gehalten werden. Er sieht Flure, die als Fluchtwege ausgezeichnet sind, in denen aber Kartons, Tische und Stühle oder Kopierer stehen. Wenn die Mängel nicht rasch beseitigt werden, kann sogar eine Betriebsschließung drohen. 

 

In einem Turnus von maximal fünf Jahren werden Gewerbeobjekte von der Berufsfeuerwehr zur so genannten „Brandschau“ besucht. Die Prüfer achten auf viele Punkte: Sind die Rettungswege in Ordnung und die Fluchtwegspiktogramme beleuchtet, sind die Wandhydranten, ist die Sicherheitsbeleuchtung ausreichend? Sind alle technischen Einrichtungen intakt und gewartet? Die Experten der Feuerwehr erstellen nach jeder Brandschau eine Mängelliste und geben den Eigentümern in der Regel vier Wochen Zeit, um die Mängel abzustellen. Wenn zum Beispiel eine Brandmeldeanlage ausgefallen ist, die für den Betrieb notwendig ist, müssen die Besitzer einen 24-Stunden-Wachdienst im betroffenen Gebäude einrichten, bis Abhilfe geschaffen wurde. Als letzte Maßnahme bei schweren Verstößen gegen den Brandschutz kann ein Betrieb auch umgehend geschlossen werden.

Der Katalog des Leichtsinns

Jörg Wackerhahn von der Berufsfeuerwehr Essen hat bei den Brandschauen schon viele unhaltbare Situationen vorgefunden: Verschlossene bzw. zugestellte Brandschutztüren oder Fluchtwege. Er bemängelt außerdem leicht entflammbares Material, das gedankenlos zur Innendekoration unter die Decke von Gaststätten gehängt wird. Zum Beispiel ein notdürftig geflicktes und eingeklemmtes Elektrokabel in einem Lampenschirm aus Bambusstroh.

Jörg Wackerhahn

Berufsfeuerwehr Essen, © privat

Fehlende Lagerkapazitäten

Der Brandschutzexperte aus Essen kennt die beiden wichtigsten Ursachen für Nachlässigkeiten beim Brandschutz in Gewerbeobjekten: Grund Nummer Eins ist die fehlende Lagerkapazität in vielen Läden. „Gerade in Hauptumsatzzeiten wie zum Beispiel vor Weihnachten stapelt sich die Ware. Die Mitarbeiter wissen nicht, wohin mit den Kisten und stellen bedenkenlos die Fluchtwege voll. Oder sie schieben die Ware, die tagsüber vor dem Laden gestanden hat, über Nacht auf die Fluchtwege im Laden.“ Auch das ist gefährlich, denn dann wird die Feuerwehr behindert, wenn nachts ein Brand entsteht und sie ins Gebäude muss.

Problemfall Müllentsorgung

Der andere kritische Punkt ist die Müllentsorgung. Imbisse mit kleiner Standfläche haben mit dem Problem genauso zu kämpfen wie große Messegelände: Müllsäcke werden nicht direkt entsorgt, sondern vor Brandschutztüren gestapelt. Wenn er so etwas sieht, besteht Jörg Wackerhahn auf sofortiger Beseitigung: „Spielt ein Geschäftsführer in einem solchen Punkt auf Zeit, müssen wir auch schon mal deutlich werden oder mit dem Einschalten der Ordnungsbehörde drohen“, berichtet er. Aber in den meisten Fällen sind die Betroffenen einsichtig. Der Feuerwehrexperte hofft, dass sich durch die regelmäßigen Brandschauen die Verhaltensroutinen der Menschen ändern. Denn ein mit Gegenständen verstopfter oder sogar verschlossener Rettungsweg kann eine tödliche Falle darstellen, wie man immer wieder bei Großbränden in Diskotheken feststellen muss.

Vorbeugende Brandschutzmaßnahmen im Gewerbe

Auf der Webseite des Bundesverbands Brandschutz-Fachbetriebe e.V. finden Sie noch mehr praktische Hinweise.

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