Ältere Menschen sind als Autofahrer, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil verunglücken sie zwar seltener als jüngere Menschen. Kommt es jedoch zu einem Unfall, sind die Folgen häufig schwerwiegender. Altersbedingte Einschränkungen der Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit sowie die abnehmende körperliche Widerstandskraft erhöhen das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen.
In diesem Text erfahren Sie:
- welchen Einfluss das Alter auf die Unfälle hat
- was über die Unfallursachen bekannt ist
- warum Männer stärker gefährdet sind
Zahl der verletzten Senioren gestiegen
Im Jahr 2025 verunglückten nach den endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts 57.189 Menschen ab 65 Jahren im Straßenverkehr. 44.550 von ihnen wurden leicht, 11.524 schwer verletzt. Weitere 1.115 Seniorinnen und Senioren kamen ums Leben. Die Zahl der Verletzten stieg gegenüber 2024 um 4,6 Prozent, die Zahl der Getöteten erhöhte sich um 14 Personen.
Insgesamt stellten die Seniorinnen und Senioren 15,3 Prozent aller 373.941 Verunglückten. Bei den Verkehrstoten war ihr Anteil mit 39,4 Prozent jedoch mehr als doppelt so hoch. Allein 738 der Getöteten waren mindestens 75 Jahre alt. Das entsprach mehr als einem Viertel aller Verkehrstoten.
Die meisten Seniorinnen und Senioren kamen als Pkw-Insassen ums Leben: 2025 waren es 414 Menschen. Weitere 257 wurden als Fußgänger getötet. Besonders hoch war auch das Risiko auf dem Fahrrad: 148 Menschen ab 65 Jahren verunglückten mit einem Pedelec tödlich, 138 mit einem Fahrrad ohne Motor.
Die Fahrqualität lässt nach
Die Generation 65+ ist gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil vergleichsweise selten in Unfälle mit Personenschaden verwickelt. Waren ältere Menschen als Pkw-Fahrer an einem solchen Unfall beteiligt, gelten sie jedoch häufig als hauptverantwortlich.
Im Jahr 2025 waren 49.154 Pkw-Fahrerinnen und -Fahrer ab 65 Jahren an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. In 33.405 Fällen beziehungsweise 68 Prozent wurden sie von der Polizei als Hauptverursacher eingestuft. Mit zunehmendem Alter stieg dieser Anteil weiter: Bei den mindestens 75-Jährigen trugen 17.442 von 22.934 Beteiligten die Hauptverantwortung. Das sind rund 76 Prozent.
Unfallursachen
Den an Unfällen mit Personenschaden beteiligten Pkw-Fahrern ab 65 Jahren wurden insgesamt 38.400 Fälle von Fehlverhalten zur Last gelegt. Mehrfachnennungen sind dabei möglich. Am häufigsten waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie beim Ein- und Anfahren. Auf diese Gruppe entfielen 22,2 Prozent der registrierten Fälle. Das Missachten von Vorfahrt oder Vorrang folgte mit 20,8 Prozent.
Eine nicht angepasste Geschwindigkeit spielte bei älteren Autofahrenden mit 5,1 Prozent eine deutlich geringere Rolle. Auch Alkohol wurde vergleichsweise selten festgestellt: Von den 49.154 beteiligten Pkw-Fahrenden ab 65 Jahren waren 414 alkoholisiert. Das entsprach einem Anteil von 0,8 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg lag der Anteil bei rund zwei Prozent.
Ältere Männer sind stärker gefährdet
Im Straßenverkehr kamen 2025 weiterhin deutlich mehr Männer als Frauen ums Leben. 2.085 männlichen Verkehrstoten standen 746 weibliche gegenüber. Damit wurden knapp dreimal so viele Männer wie Frauen getötet.
Auch unter den Menschen ab 65 Jahren waren Männer mit 723 Todesopfern stärker betroffen als Frauen mit 392. Bei älteren Fußgängern zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Während 112 Männer ab 65 Jahren zu Fuß tödlich verunglückten, waren es 145 Frauen. Unterschiede bei der Art der Verkehrsteilnahme, in Bezug auf die Fahrleistung und bei der Wahl des Verkehrsmittels tragen zu diesen Abweichungen bei.
TE (28.08.2026)
