Warum und wann entstand dieses Projekt?
Viele Jugendliche machen früh erste Erfahrungen mit illegalen Drogen, in der Regel konsumieren die meisten aber noch nicht regelmäßig. Diese Jugendlichen haben noch die Chance, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren und zu verändern. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die wenigsten Jugendlichen mit missbräuchlichem und riskantem Drogenkonsum die Angebote einer Drogenhilfe nutzen. Die Motivation, sich mit seinem Drogenkonsum auseinanderzusetzen, steigt aber deutlich, wenn dadurch ernstzunehmende Schwierigkeiten auftreten – wie zum Beispiel durch polizeiliche Ermittlungen wegen Drogenbesitzes. Diese Erfahrungen führten zu einer Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit: Es entstand das bundesweite Modellprojekt „FreD“ (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten). Mittlerweile wird „FreD“ an rund 120 Orten in Deutschland angeboten. In Karlsruhe erfolgt die Umsetzung des Projekts unter dem Namen „RESET C“ (Cannabis).
Worum geht es bei dem Projekt, was sind die Ziele?
Das achtstündige Kursangebot umfasst detaillierte Informationen aus den Bereichen Recht, Drogenkunde und zur Entstehung von Drogensucht. Die Kursteilnehmer sollen sich mit ihren Konsummustern auseinandersetzen und in der Gruppe Verhaltensalternativen kennenlernen. Die Teilnahme am RESET-Kurs wirkt sich bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe meist strafmildernd aus. Pro Jahr finden vier bis fünf Kurse mit jeweils zehn bis 15 jugendlichen Teilnehmern statt.
Wer steht hinter dem Projekt?
RESET C ist ein Gemeinschaftsprojekt des Polizeipräsidiums Karlsruhe und der Drogenhilfe Karlsruhe in Kooperation mit der Staatsanwaltschaft und der Jugendgerichtshilfe.
Wer ist die Zielgruppe?
RESET C ist ein kostenloses Kursangebot für 14- bis 21-Jährige, die erstmals polizeilich durch den Besitz von Cannabis, Amphetaminen, Ecstasy oder biogenen Drogen, wie etwa berauschenden Pilzen, für den Eigenkonsum aufgefallen sind. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden im Rahmen der Ermittlungen durch die Polizei über die Möglichkeit der Teilnahme an einem RESET-Kurs informiert. Wenn sich die betroffene Person bei der Drogenhilfe gemeldet hat, wird in einem Eingangsgespräch festgestellt, ob sie für den RESET-Kurs geeignet erscheint oder ob im speziellen Fall auf andere Beratungsangebote der Drogenhilfe zurückgegriffen werden sollte.
Welche positiven Effekte ergeben sich aus dem Projekt?
Nehmen die Jugendlichen erfolgreich an einem RESET-Kurs teil, wird das Verfahren gegen sie in der Regel eingestellt. Durch die Kurse werden die Jugendlichen für das Thema Drogen sensibilisiert, Informationsdefizite zur rechtlichen Lage bei Drogenkonsum und -besitz werden ausgeglichen. Viele der Teilnehmer nehmen den Kurs als zweite Chance wahr und sind froh, noch einmal ohne Strafe davongekommen zu sein. Durch den Kurs wird die Drogenberatungsstelle als niedrigschwelliges Angebot wahrgenommen, die Scheu sich bei Problemen zukünftig an die Drogenhilfe zu wenden, sinkt.
Kontakt
Jugend- und Drogenberatung Karlsruhe
Inge Brake-Zinecker
Kaiserstraße 64
76133 Karlsruhe
jdb@karlsruhe.de









