Das Präventionsprojekt gibt es seit 1995
Das Präventionsprojekt gibt es seit 1995

Polizei Oberfranken seit 20 Jahren in der Präventionsarbeit aktiv

„Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen“

Das Projekt „Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen“ wurde von der Polizei Oberfranken im Jahr 1995 in den Städten Hof, Selb, Kronach, Kulmbach, Forchheim und Bamberg gegründet. Seitdem arbeiten die Drogenpräventionsbeamten mit verschiedenen lokalen und regionalen Netzwerk-Partnern zusammen. Inzwischen ist das Projekt in rund 30 bayrischen Städten, Gemeinden und Regionen erfolgreich.
 

Die Polizei Oberfranken übernimmt als Initiator des Projekts die gesamte Planung und Koordination der verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen. „Ziel ist es unter anderem, alle beteiligten gesellschaftlichen Gruppen an einen Tisch zu holen und gemeinsam als Netzwerk die Präventionsarbeit in Schulen, Vereinen oder Verbänden zu gestalten und voranzutreiben“, erklärt Stefanie Vollert, die das Projekt bei der Kriminalpolizeiinspektion Hof seit 2017 leitet. Durch die gemeinsame Arbeit sollen Jugendliche von dem Konsum illegaler Drogen abgehalten bzw. zu einem bewussten und vernünftigen Umgang mit legalen Suchtmitteln wie Alkohol und Nikotin angeregt werden.

Prävention in Schulklassen

Stefanie Vollerts Hauptaufgabe sind Suchtpräventionsveranstaltungen in Schulen, Vereinen und Institutionen, das heißt konkret: Sie hält Vorträge und bietet Workshops zu den Themen Alkohol, Tabak, Nikotinprodukte, Cannabis und illegalen Drogen an. „Nach der Erklärung von Suchtmechanismen und Informationen zum Jugendschutzgesetz nehmen die Jugendlichen an einem interaktiven Parcours mit dem Titel „Cannabis – Quo Vadis?“ teil, oder sie beschäftigen sich mit dem „KlarSicht-Parcours“, einem interaktiven Angebot rund um die Themen Alkohol und Tabak/Nikotin“, erklärt die Kriminaloberkommissarin. „Die Parcours finden die Jugendlichen natürlich immer viel spannender als eine Powerpoint-Präsentation.“ Auch die Eltern werden in die Suchtpräventionsarbeit eingebunden. „Bei den Elternabenden liegt der Fokus unter anderem auf dem neuen Cannabisgesetz und dessen Bedeutung für Eltern und Erziehungsberechtigte“, so Vollert. Weitere Schulungen wenden sich an Lehrkräfte und vermitteln Präventionsmaßnahmen und den Umgang mit suchtbezogenen Themen im Schulalltag.

Bei den Jugendfilmtagen setzten sich Jugendliche kritisch mit Alltagsdrogen auseinander

Bei den Jugendfilmtagen setzten sich Jugendliche kritisch mit Alltagsdrogen auseinander

Kriminalpolizeiinspektion Hof

Aktuelle Themen im Blick behalten

Zweimal im Jahr lädt Stefanie Vollert wichtige Akteure der Region zu einem Arbeitskreis ein. Mit dabei sind etwa Vertreter vom Gesundheitsamt, der Stadt, der Führerscheinstelle, der Schulen (Lehrkräfte, Jugendsozialarbeiter, Schulsozialpädagogen), der Firmen, Selbsthilfegruppen und ein Jugendrichter. „Bei diesen Treffen besprechen wir gemeinsame Aktionen, aber auch Entwicklungen im Bereich des Drogenkonsums bei Jugendlichen, etwa welche neuen Substanzen sich gerade im Umlauf befinden“, erklärt die Präventionsexpertin. Ein großes Thema sei zuletzt die Teil-Legalisierung von Cannabis gewesen. „Wir beobachten immer wieder, dass Jugendliche neuerdings öfter den Notruf wählen, weil sie überrascht sind, dass Cannabis tatsächlich eine Wirkung hat“, berichtet Stefanie Vollert. „Ihnen wird schwindelig oder schlecht, sie kippen um, kommen sogar auch ins Krankenhaus.“ Denn seitdem der Besitz und Anbau von Cannabis in Deutschland für Erwachsene legal sei, könne niemand mehr mit Sicherheit sagen, welchen Wirkstoffgehalt die selbstgezüchteten Pflanzen tatsächlich haben.

Der Kurzfilm „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ hat viele Jugendliche im Kino berührt

Der Kurzfilm „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ hat viele Jugendliche im Kino berührt

Kriminalpolizeiinspektion Hof

Wenn Eltern süchtig sind

Einmal im Jahr setzt sich der Arbeitskreis mit einem aktuellen Suchtthema auseinander. Ein Highlight der letzten Jahre waren die Jugendfilmtage zum Thema „Nikotin und Alkohol – Alltagsdrogen im Visier”, eine Aktionsveranstaltung in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Spielfilme und Mitmach-Aktionen animierten Schülerinnen und Schüler dazu, sich mit den Themen Rauchen, Dampfen und Alkohol kritisch auseinanderzusetzen. 2024 stand mit dem Kurzfilm „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ ebenfalls ein visuelles Projekt im Mittelpunkt, der Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse im Kino in Hof gezeigt wurde. In dem 30-minütigen Film thematisiert Regisseur Lars Smekal das Thema Sucht im Elternhaus aus der Perspektive eines Kindes. Die Handlung basiert auf der eigenen Geschichte des Regisseurs, der selbst mit alkohol- und spielsüchtigen Eltern aufgewachsen ist. In einer anschließenden Expertenrunde mit dem Regisseur, einem Süchtigen, einer Suchtberaterin sowie einem Richter konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen. „An zwei Vorstellungstagen haben wir insgesamt 400 Jugendliche erreicht“, freut sich die Kriminaloberkommissarin. „Der Film hat viele Jugendliche bewegt und man hat gemerkt, dass er einen aktuellen Nerv trifft. Einige haben sich anschließend erkundigt, an wen sie sich wenden können, um zu erfahren: Ist es noch Gelegenheitskonsum – oder trinkt Mama oder Papa vielleicht doch zu viel?“ Auch von den Lehrkräften gab es positives Feedback. Viele haben das Thema anschließend im Unterricht noch einmal aufgegriffen und/oder vertieft. Da das Projekt im vergangenen Jahr so gut ankam, soll es 2025 sogar noch einmal stattfinden. „Die Wirkung von Präventionsarbeit ist schwer messbar. Aber wenn im Anschluss ein Schüler auf mich zukommt und sagt: „Das war interessant, da habe ich für mich was mitnehmen können“, dann ist das für mich auf jeden Fall schon ein Erfolg“, so Stefanie Vollert.

Kontakt

Stefanie Vollert
Kriminalpolizeiinspektion Hof
K 4/Prävention
Kulmbacher Str. 101
95030 Hof
Telefon: 09281-704520
E-Mail: [email protected] 

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