Aufmerksam fahren, Vorfahrt beachten, Schulterblick nicht vergessen: Schulkinder müssen einiges lernen, um sicher mit dem Rad im Straßenverkehr zu fahren. Dabei helfen ihnen die Polizeioberkommissarin Tanja Haupenthal und Polizeikommissarin Sabine Kaas. Beide sind Verkehrssicherheitsberaterinnen der Verkehrspolizei des Saarlandes an der Jugendverkehrsschule in Britten. Sie üben gemeinsam mit Grundschulkindern, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Sie erklären den Kindern auch, was ein toter Winkel ist und wie man vermeidet, von anderen Autofahrern übersehen zu werden.
Erste Fahrübungen entlang des Parcours
Die Jugendverkehrsschule in Britten gibt jedes Jahr rund 950 Kindern aus dem Landkreis Merzig-Wadern Radfahrunterricht. Das Thema ist in den <s>dritten und</s> vierten Klassen an der Grundschule Pflicht und wird im Fach Sachkunde mit zehn Stunden Theorie und zehn Stunden Praxis unterrichtet. Die Theorie lernen die Kinder in der Schule. Der praktische Unterricht erfolgt auf dem großen Übungsparcours der Jugendverkehrsschule. „Hier finden die Kinder vom Kreisverkehr bis zur Ampelanlage alles, was sie auch im echten Straßenverkehr erwartet“, erklärt Verkehrssicherheitsberaterin Tanja Haupenthal. Im September 2011 wurde die stationäre Jugendverkehrsschule eröffnet. Zuvor gab es nur eine mobile Verkehrsschule, die die Fahrradausbildung auf den Pausenhöfen der Schulen durchführte. Nach fünf Doppelstunden an der Jugendverkehrsschule nehmen die Kinder an einer Fahrprüfung teil, ähnlich einer Führerscheinprüfung. In der Schule gibt es einen Theorietest. „Wenn die Kinder alle Grundlagen beherrschen, dann klappt es meist auch im richtigen Straßenverkehr“, sagt Haupenthal.
Vorsicht, toter Winkel
Neben der Radfahrausbildung bieten die Polizistinnen Tanja Haupenthal und Sabine Kaas den Schulen im Landkreis zusätzlich das Präventionsprojekt „Raus aus dem toten Winkel“ an. Besonders Lkw-Fahrer haben beim Abbiegen das Problem, dass sie Fußgänger und Radfahrer im toten Winkel leicht übersehen. Gerade für Kinder ist das Unfallrisiko hoch. Seit 2009 ist das Projekt deshalb fester Bestandteil in der Verkehrsausbildung und soll Grundschulkinder auf die Gefahr aufmerksam machen. „Nur wer eine Gefahr kennt, kann sich auch davor schützen“, so Haupenthal. Die Verkehrspolizistinnen zeigen den Schülerinnen und Schülern zuerst mit einer Präsentation, was der tote Winkel eigentlich ist. Danach dürfen sich die Kinder einmal auf den Fahrersitz eines Lastkraftwagens setzen und entdecken beim Blick in den Rückspiegel, was sie durch den toten Winkel alles „nicht“ sehen können. So verstehen sie, dass sie beim Radfahren aufpassen müssen und lieber anhalten, wenn ein Lkw vor ihnen abbiegt.
Früh übt sich, wer ein Meister werden will
Natürlich müssen auch die Eltern dafür sorgen, dass sich das, was die Kinder in der Schule lernen, verfestigt. Haupenthal und die Lehrkräfte an den Schulen beobachten, dass die motorischen Fähigkeiten vieler Kinder nachgelassen haben. Dieser Trend wirkt sich auch auf das Radfahr-Training aus: „Die Kinder sind oft noch unsicher auf dem Rad und können sich nicht richtig auf den Verkehr konzentrieren“, so Haupenthal. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder möglichst früh ans Radfahren im Straßenverkehr heranführen. „Sonst sind die Kinder viel zu unsicher und machen mehr Fehler“, erklärt sie. Daher bietet die Jugendverkehrsschule den Parcours auch für ein freies Fahrrad-Training an. Jeden Dienstag zwischen 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern unter Anleitung eines Verkehrssicherheitsberaters das Radfahren auf dem Parcours üben. Polizistin Haupenthal freut sich, dass dieses Angebot sehr gut angenommen wird: „In den letzten Jahren hat die Verkehrsdichte stark zugenommen. Man sollte das Kind also möglichst gut auf den Schulweg vorbereiten.“
Kontakt (nach vorheriger Anmeldung)
Jugendverkehrsschule des Landkreises Merzig-Wadern
Tanja Haupenthal
Kiefernweg 10
66679 Losheim-Britten
Tel.: 06872-5050077
Jugendverkehrsschule@[email protected]
KF (28.03.2025)





