Umfangreiche, detaillierte Brandursachen mit einer Unzahl von Lichtbildern findet man auf der Internetseite: www.brand-feuer.deEine gemeinsame Brand(ursachen)prävention von Verbänden der Feuerwehr, der Versicherung und der Polizei gibt es aber nicht. Die Polizei ist gesetzlich (gem. § 163 StPO) mit der Brandursachenermittlung beauftragt, stellt aber eher selten Brandursachen vor. Die Feuerwehr unternimmt große Anstrengungen im Bereich der Brandschutzerziehung und der Brandschauen. Trotzdem stiegen nicht nur die Brandzahlen, es gab bis zum Jahr 2019 leider noch 343 Brandtote.
Daher ist Brandprävention für die unterschiedlichsten Lebensbereiche des Alltags enorm wichtig und kann Leben retten.
So können Brände verhindert werden:
- brennbare Gegenstände gehören nicht auf einen Gas- oder Elektroherd
- bei extrem kalter Witterung Vorsicht beim Auftauen gefrorener Wasserleitungen, Heizungsrohre u. ä.
- Elektroanlagen nicht überlasten, z. B. durch zu viele Heizgeräte oder andere leistungsintensive Geräte; Kabeltrommeln bei Benutzung immer abrollen
- nicht zu viele Mehrfachverteiler hintereinanderschalten; die Aufnahmeleistung der Steckdose und der Verteiler beachten
- Elektrogeräte, aber auch andere technische Geräte wie z. B. Ladegeräte nicht zweckentfremdet gebrauchen
- Kerzen ständig beaufsichtigen; beim Verlassen der Wohnung einmal mehr auf Sicherheit kontrollieren
- auf den richtigen Gebrauch von Heizstätten, Kaminen usw. achten
- Bio-Ethanol-Öfen oder ähnliche Feuerstätten können Brände auslösen, wenn die Standsicherheit nicht gegeben ist, oder wenn Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Da die Flamme kaum sichtbar ist, immer sicherstellen, dass der Ofen abgekühlt ist, bevor man ihn nachfüllt, ansonsten besteht Verpuffungsgefahr!
- Feuerstätten mit Abzug fachgerecht aufstellen und vom Schornsteinfeger abnehmen lassen; das betrifft auch vorgenommene Änderungen
- im Frühjahr besteht Gefahr durch Nester der blauen Dohlen im Kamin/Schornstein. Dadurch dann es durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu Lebensgefahr kommen.
- trockenes Holz benutzen, keinen Restmüll oder ähnliches verbrennen - nicht nur aus Umweltaspekten
- Streichhölzer, Feuerzeuge und andere Zündmittel sowie Feuerwerkskörper außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
- beim Kochen, Bügeln, Föhnen, Gebrauch von Heißluftpistolen und Umgang mit sonstigen Heiß/ Heizgeräten sich nicht von anderen Dingen ablenken lassen; auf eine sichere Ablage achten; bei Nichtbenutzung (auch im Urlaub) stromlos schalten, also den Stecker ziehen
- ausreichender Sicherheitsabstand von brennbaren Gegenständen zu Zündquellen einhalten; beachten, dass kalte Zündquellen später bewusst oder unabsichtlich eingeschaltet werden können und so zur Brandgefahr werden. Typisches Beispiel: brennbare Gegenstände auf einem nicht eingeschalteten Herd
- ausreichende Belüftungsmöglichkeiten bei Kühlgeräten, Fernseh- und Multimediageräten, Computern, Deckenspots schaffen; durch Langzeitwirkung können sich chemische Eigenschaften der Stoffe ändern. Die Folge ist eine schnellere Entzündbarkeit
- bei längerer Abwesenheit (aber auch über Nacht) möglichst viele Geräte über schaltbare Mehrfachverteiler oder Funksteckdosen per Fernbedienung stromlos schalten
- Ladegeräte, Handys und Akkus können Brände verursachen. Auf richtigen Umgang achten und Billiganbieter meiden; es gibt sichere sogenannte Präventivboxen, in denen Akkus unterschiedlicher Größe geladen werden können. Für jedes Elektrogerät nur das mitgelieferte Ladegerät nutzen
- Rauchmelder installieren und regelmäßig kontrollieren (Testfunktion)
- Elektro-Anlage in Abständen (z. B. alle 5 Jahre) kontrollieren lassen
- bewegliche Geräte, die oft benutzt werden, sollten durch einen Fachmann öfters kontrolliert oder überprüft werden
- defekte Geräte nur vom Fachmann reparieren lassen oder Geräte konsequent aussondern
- ein Elektroherd ist keine Ablagefläche für brennbare Gegenstände wie z.B. Dekoartikel - auch nicht kurzzeitig; mit unbeabsichtigten Einschalten muss man jederzeit rechnen
- Flusensiebe von Waschmaschinen und Geschirrspülern regelmäßig prüfen und von Fremdkörpern reinigen
Vor einem Brandfall:
- prüfen, ob eine Versicherung besteht (Gebäude, Betriebsunterbrechung, Hausrat, Haftpflicht) und die Beiträge bezahlt sind; regelmäßig aktualisieren
- vorhandene Feuerlöscher und Rauchmelder/Kohlenmonoxidmelder regelmäßig überprüfen lassen; über Standorte informieren
- sonstige Löschvorrichtungen (Nass/ Trockenleitungen, Löschwasserteiche) funktionsfähig halten und nicht zustellen
- sich gelegentlich die richtigen Verhaltensweisen im Brandfall vor Augen führen, besser noch versuchen, Brandgefahren rechtzeitig zu erkennen; in Einrichtungen und Betrieben eine Brandschutzordnung aushängen
- Brandschutzeinweisung, bzw. -übung durchführen
- Kinder rechtzeitig brandschutzgerecht erziehen
Im Falle eines Brandes:
auch wenn es schwerfällt - Ruhe bewahren- wenn möglich, einen Entstehungsbrand selber löschen
- ist ein möglicher Löscherfolg von vornherein ausgeschlossen, nicht selbst überschätzen, sondern sofort die Feuerwehr über 112 alarmieren
- wenn es noch möglich ist, nach Verlassen des Raumes oder Gebäudes, Türen und Fenster schließen, um eine schnellere Brandausbreitung zu verhindern
- darauf achten, dass alle Personen die Wohnung/ das Gebäude verlassen haben
- Menschen retten (Ältere, Kranke und sonstige Hilfsbedürftige unterstützen), Nachbarn alarmieren; aber Wohnung bzw. Brandgebäude nicht unnötig über das Treppenhaus verlassen, falls hier schon eine Rauchentwicklung aufgetreten ist
- Tiere rette, hierbei jedoch die Verhältnismäßigkeit wahren
- wenn vertretbar, Gegenstände von hohem Wert retten; Rettungsmaßnahmen sind jedoch vorrangige Aufgaben der Feuerwehr
- Fettbrände nie mit Wasser löschen, brennende Töpfe oder Pfannen auf dem Herd stehen lassen; es besteht ansonsten erhebliche Gefahr von Verletzungen und eine noch schnellere Ausbreitung des Feuers

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