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Kinder als Gewaltopfer

Auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde sollen über Jahre Mädchen und Jungen sexuell missbraucht worden sein. Bei Durchsuchungen stellte die Polizei zudem kinderpornografisches Material sicher. Der Fall, der Anfang 2019 für Aufsehen sorgte, ist nur ein Beispiel dafür, dass viele Kinder in Deutschland Gewalt ausgesetzt sind – manche von ihnen jeden Tag. Neben sexuellen Übergriffen zählen auch Körperverletzungen und Misshandlungen dazu. Das Problem: Das Dunkelfeld bei Gewalt gegen Kinder ist groß. Und selbst wenn die körperlichen Spuren verheilen, bleiben die seelischen Wunden ein Leben lang.

„In Sachen Prävention und Aufklärung am Ball bleiben!“


Die Verletzungen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar

© Nichizhenova Elena/stock.adobe.com

 

Auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde sollen über Jahre Mädchen und Jungen sexuell missbraucht worden sein. Bei Durchsuchungen stellte die Polizei zudem kinderpornografisches Material sicher. Der Fall, der Anfang 2019 für Aufsehen sorgte, ist nur ein Beispiel dafür, dass viele Kinder in Deutschland Gewalt ausgesetzt sind – manche von ihnen jeden Tag. Neben sexuellen Übergriffen zählen auch Körperverletzungen und Misshandlungen dazu. Das Problem: Das Dunkelfeld bei Gewalt gegen Kinder ist groß. Und selbst wenn die körperlichen Spuren verheilen, bleiben die seelischen Wunden ein Leben lang.

Die Situation ist weiterhin besorgniserregend

Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeichnet ein trauriges Bild: Im Jahr 2018 sind 136 Kinder gewaltsam zu Tode gekommen. Die Zahl der unter 14-Jährigen, die von körperlichen Misshandlungen betroffen waren, belief sich auf 4.180, was dem Vorjahresniveau entspricht. Im Bereich sexuelle Gewalt ist die Entwicklung eindeutig negativ: 2018 wurden 14.606 Fälle von Übergriffen oder Missbrauch bekannt, was einen Anstieg um sechs Prozent bedeutet. Die Zahlen zur Herstellung, zum Besitz und zur Verbreitung kinderpornografischen Materials haben ebenfalls zugenommen, von 6.512 auf 7.449 Fälle. Für Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, ist das ein ernüchterndes Ergebnis: „Zahlreiche Akteure haben viel dafür getan, die Situation zu verbessern. Wir sind dementsprechend etwas enttäuscht“, erklärt er. Für den pensionierten Polizeidirektor bedeutet das jedoch nicht, dass man die Bemühungen herunterfahren sollte – im Gegenteil: „Es ist wichtiger denn je, in Sachen Prävention und Aufklärung am Ball zu bleiben!“

Hohes Dunkelfeld bei Körperverletzungen

In die Kriminalstatistik fließen nur die Fälle ein, von denen die Polizei Kenntnis hat. „Vor allem bei Körperverletzungen ist die Zahl der Delikte sicherlich um ein Vielfaches höher“, meint Becker. Denn im Vergleich zu einer schweren Misshandlung, die häufig mit einem Arzt- oder Krankenhausbesuch endet, sind die Folgen einfacher Körperverletzungen oft kaum oder nur für kurze Zeit sichtbar. „Das kann die Ohrfeige sein aber auch das „Verhauen“ mit dem Kochlöffel oder dem Gürtel“, berichtet der Experte. Bei der Kindstötung ist es wiederum auch abhängig vom Alter, ob die Taten verdunkelt werden können. Bei älteren Kindern ist das schwieriger, da das Kind vermisst wird, erklärt der frühere Polizeidirektor. „Bei Babys sieht das anders aus. Die Tötung unmittelbar nach der Geburt kann man gut verheimlichen, wenn die Schwangerschaft kaum aufgefallen ist – denn nicht immer ist das eindeutig sichtbar. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kinder auf diese Art einfach verschwinden.“

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