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Autofahren unter Drogeneinfluss

Europaweit sind 20 von 1.000 Autofahrern unter Drogeneinfluss unterwegs, davon haben 13 Cannabis (Haschisch) im Blut. Das ist eines von vielen Ergebnissen von DRUID (Driving Under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicines), einem fünfjährigen, breit angelegten Projekt, das von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch-Gladbach koordiniert wurde. 18 europäische Staaten waren daran beteiligt. Das Projekt kostete insgesamt 23,5 Millionen Euro.

EU-Programm DRUID liefert Fakten zum Thema „Drogen im Straßenverkehr“

Cannabis (Haschisch) ist am weitesten verbreitet

© Richard Villalon, fotolia

 

Europaweit sind 20 von 1.000 Autofahrern unter Drogeneinfluss unterwegs, davon haben 13 Cannabis (Haschisch) im Blut. Das ist eines von vielen Ergebnissen von DRUID (Driving Under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicines), einem fünfjährigen, breit angelegten Projekt, das von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch-Gladbach koordiniert wurde. 18 europäische Staaten waren daran beteiligt. Das Projekt kostete insgesamt 23,5 Millionen Euro.

 

DRUID schließt zahlreiche bisher vorhandene Wissenslücken. Die Forscher untersuchten 50.000 unauffällige Fahrer in ganz Europa und 3.500 Menschen, die in Unfälle verwickelt wurden. Sie wollten herausfinden: Wie viel Drogen werden überhaupt in der Bevölkerung genommen? Wie viele Autofahrer fahren unter Drogeneinfluss? Wie viele Menschen, die Alkohol oder Drogen im Blut haben, finden wir bei den Unfällen? Daran kann man dann das statistische Risiko berechnen, das vom Alkohol bzw. einzelnen Drogen oder Medikamenten ausgeht.

Die gute Nachricht ist: Die Dunkelziffer beim Fahren unter Drogeneinfluss ist weit niedriger als bei Projektbeginn angenommen wurde. Die schlechte Nachricht: Alkohol ist nach wie vor ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem. Und: schon der Konsum von geringen Mengen von Alkohol, Drogen und Medikamenten, die das Bewusstsein verändern, kann die Verkehrssicherheit gefährden, besonders bei unerfahrenen jungen Fahrern und bei Mischkonsum.

35 von 1.000 Fahrerinnen und Fahrern sind alkoholisiert unterwegs. Das Fahren unter Alkoholeinfluss liegt im Vergleich zum Drogenkonsum weit vorn, nicht nur in Bezug auf die Häufigkeit, sondern auch auf die Gefährlichkeit. „Bei den verletzten Fahrern waren je nach Land zwischen 20 und 40 Prozent alkoholisiert. Das ist schon ganz erheblich“, meint Dr. Martina Albrecht von der BASt. „Drogen hingegen kommen nicht so häufig vor, aber dann recht häufig in Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen.“ 

Kombination von Alkohol und Drogen ist gefährlich

Deshalb kann man auch nur schwer herausfinden, wie gefährlich eine einzelne Droge überhaupt ist. Die Universität Würzburg hat in einer Zusammenfassung der Ergebnisse des DRUID-Projekts festgestellt, dass die Risikoerhöhung durch die Kombination „Alkohol und Drogen“ etwa das 30fache beträgt und nur noch durch Alkohol über 1,2 Promille übertroffen wird (Risiko mehr als 50fach erhöht). 

Bei den von Autofahrern gebrauchten Drogen steht Cannabis (Haschisch) weit vorn an erster Stelle, danach folgen aufputschende Partydrogen und Kokain. Bei den missbräuchlich eingenommenen Medikamenten sind Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) weit verbreitet, also Valium und verwandte Substanzen.

Von aufputschenden Partydrogen erhoffen sich Konsumenten eine Verbesserung der Leistung. „In den Niederlanden hat man eine Studie gemacht, wo man aufputschende Drogen in Kombination mit Schlafentzug untersucht hat. Ein Ergebnis war: Diese Drogen reichten nicht aus, um den Schlafentzug zu kompensieren“, berichtet Martina Albrecht. Die Gefahr, auf der Rückfahrt nach einer durchgefeierten Nacht hinterm Steuer einzuschlafen, wird also durch aufputschende Drogen nicht gebannt. Insgesamt ist jedoch die Gefährdung des Straßenverkehrs durch diese Drogen deutlich geringer als die durch Alkohol.

 

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