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Zahlen zu Drogendelikten

Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent auf 330.580 Fälle gestiegen. 2016 waren es noch 302.594 Fälle. Das große Problem: Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar. Es gibt Verkaufsplattformen, vor allem im Darknet, auf denen Drogen aller Art angeboten und oft per Post zum Besteller geschickt werden. 2017 wurden 2.541 Rauschgiftfälle mit dem Tatmittel Internet registriert (+24 Prozent). Es ist jedoch von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Auch die Zunahme von Anbauflächen für Heroin, Kokain und Marihuana ist ein weiterer Beleg für die Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für die synthetischen Drogen. Früher wurden diese in kleinen Laboren hergestellt – heute oft in professionellen Produktionsstätten mit umfangreichen Produktionskapazitäten, Tendenz steigend.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Rauschgiftdelikte stiegen im Jahr 2017 deutlich an

© Daniel Peter, MEV-Verlag

 

Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent auf 330.580 Fälle gestiegen. 2016 waren es noch 302.594 Fälle. Das große Problem: Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar. Es gibt Verkaufsplattformen, vor allem im Darknet, auf denen Drogen aller Art angeboten und oft per Post zum Besteller geschickt werden. 2017 wurden 2.541 Rauschgiftfälle mit dem Tatmittel Internet registriert (+24 Prozent). Es ist jedoch von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Auch die Zunahme von Anbauflächen für Heroin, Kokain und Marihuana ist ein weiterer Beleg für die Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für die synthetischen Drogen. Früher wurden diese in kleinen Laboren hergestellt – heute oft in professionellen Produktionsstätten mit umfangreichen Produktionskapazitäten, Tendenz steigend.

Mehr jugendliche Tatverdächtige

2017 wurden insgesamt 263.255 tatverdächtige Personen wegen eines Rauschgiftdelikts erfasst. Besonders kritisch ist, dass die Zahl der Jugendlichen, die wegen eines Drogendelikts verdächtigt wurden, um über 4.000 auf 34.132 Personen gestiegen ist (2016: 30.661 Tatverdächtige). Am häufigsten wurde den 14- bis unter 18-Jährigen vorgeworfen, Cannabis zu konsumieren, zu besitzen, herzustellen oder damit zu handeln (25.346 Tatverdächtige). Diese Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig eine effektive Drogenprävention in Bezug auf Kinder und Jugendliche ist. Die Erkennung und Erfassung von Konsumenten harter Drogen ist schwierig und unvollständig, denn man kann davon ausgehen, dass die Drogenabhängigkeit eines Täters häufig nicht erkannt wird. Die Anteile von Straftaten durch Konsumenten harter Drogen dürften also höher liegen als statistisch registriert – besonders bei den Delikten Diebstahl und Raub. Die Entwicklung der registrierten Rauschgiftdelikte hängt außerdem stark vom Kontrollverhalten des Zolls und der Polizei ab.

Die verschiedenen Rauschgiftarten

Aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Drogen wurden 2017 bei den Rauschgiftdelikten 204.904 Fälle von Cannabis-Konsum verfolgt – fast 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bleibt die Droge das am häufigsten konsumierte Rauschgift. Amphetamin, wozu auch Ecstasy gehört, gewinnt jedoch kontinuierlich an Bedeutung. Mit 47.662 Delikten stieg die Zahl der registrierten Fälle erneut um etwa sechs Prozent.
Im Laufe des Jahres 2017 stellten Polizei und Zoll eine Menge von 7.731 Kilogramm Marihuana sicher. Das ist ein Anstieg von fast 30 Prozent. Beim Kokain war es mit 8.166 Kilogramm sogar die vierfache Menge im Vergleich zum Vorjahr. Allein durch Großsicherstellungen im Hamburger Hafen Anfang des Jahres wurden 3,8 Tonnen Kokain beschlagnahmt (3.800 Kilogramm). Auch bei Crystal Meth sind die Sicherstellungsmengen gestiegen (+70 Prozent, 114 Kilogramm). Die Heroin-Mengen gingen hingegen um etwa 10 Prozent auf 298 Kilogramm zurück. Auch bei Ecstasy wurde ein Rückgang um knapp 70 Prozent auf 693.668 Tabletten verzeichnet.

Drogentote

Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland erstmalig wieder um fünf Prozent gesunken. 2017 wurden 1.272 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Meldepflichtig sind alle Fälle, die in Zusammenhang mit Drogenkonsum stehen. Dazu gehören Todesfälle infolge von Missbrauch, Selbsttötung aus Verzweiflung über die Lebensumstände oder unter Einwirkung von Entzugserscheinungen. Auch tödliche Unfälle von unter Drogeneinfluss stehenden Personen zählen hinzu. Jedoch muss hier von einem Dunkelfeld ausgegangen werden.
Die Rauschgifttoten wurden durchschnittlich 39 Jahre alt. Der Anteil der männlichen Toten belief sich auf rund 85 Prozent, der der weiblichen entsprechend auf 15 Prozent. Wie bereits in den Vorjahren war hauptsächlich der Konsum von Opioiden bzw. Opiaten allein oder in Verbindung mit anderen Rauschgiftarten oder Substanzen todesursächlich. Auffällig war der erneute Anstieg der Vergiftungen im Zusammenhang mit Kokain (insgesamt 81 Tote; +22 Prozent).

MW/SBa (27.07.2018)

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