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Zahlen zu Drogendelikten

Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr erneut auf 361.345 Fälle gestiegen(+2,6 Prozent). 2018 waren es noch 352.320 Fälle. Das große Problem: Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar. Es gibt Verkaufsplattformen, vor allem im Darknet, auf denen Drogen aller Art angeboten und oft per Post zum Besteller geschickt werden. 2019 wurden 3.275 Rauschgiftfälle mit dem Tatmittel Internet registriert – es ist jedoch von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Auch die Zunahme von Anbauflächen für Heroin, Kokain und Marihuana ist ein weiterer Beleg für die Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für die synthetischen Drogen. Früher wurden diese in kleinen Laboren hergestellt – heute oft in professionellen Produktionsstätten mit umfangreichen Produktionskapazitäten, Tendenz steigend.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2019


Rauschgiftdelikte stiegen erneut im Jahr 2019 deutlich an

© Daniel Peter, MEV-Verlag

 

Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr erneut auf 361.345 Fälle gestiegen(+2,6 Prozent). 2018 waren es noch 352.320 Fälle. Das große Problem: Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar. Es gibt Verkaufsplattformen, vor allem im Darknet, auf denen Drogen aller Art angeboten und oft per Post zum Besteller geschickt werden. 2019 wurden 3.275 Rauschgiftfälle mit dem Tatmittel Internet registriert – es ist jedoch von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Auch die Zunahme von Anbauflächen für Heroin, Kokain und Marihuana ist ein weiterer Beleg für die Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für die synthetischen Drogen. Früher wurden diese in kleinen Laboren hergestellt – heute oft in professionellen Produktionsstätten mit umfangreichen Produktionskapazitäten, Tendenz steigend.

Mehr jugendliche Tatverdächtige

2019 wurden insgesamt 284.927 tatverdächtige Personen wegen eines Rauschgiftdelikts erfasst. Besonders kritisch ist, dass die Zahl der Jugendlichen, die wegen eines Drogendelikts verdächtigt wurden, um fast 4.000 auf 34.495 Personen gestiegen ist (2018: 30.640 Tatverdächtige). Am häufigsten wurde den 14- bis unter 18-Jährigen vorgeworfen, Cannabis zu konsumieren, zu besitzen, herzustellen oder damit zu handeln (29.661 Tatverdächtige). Diese Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig eine effektive Drogenprävention in Bezug auf Kinder und Jugendliche ist. Die Erkennung und Erfassung von Konsumenten harter Drogen ist schwierig und unvollständig, denn man kann davon ausgehen, dass die Drogenabhängigkeit eines Täters häufig nicht erkannt wird. Die Anteile von Straftaten durch Konsumenten harter Drogen dürften also höher liegen als statistisch registriert – besonders bei den Delikten Diebstahl und Raub. Die Entwicklung der registrierten Rauschgiftdelikte hängt außerdem stark vom Kontrollverhalten des Zolls und der Polizei ab.

Die verschiedenen Rauschgiftarten

Aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Drogen wurden 2019 bei den Rauschgiftdelikten 225.120 Fälle von Cannabis-Konsum verfolgt – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bleibt die Droge das am häufigsten konsumierte Rauschgift. Der größte Anstieg ist im Jahr 2019 bei den „Neuen Psychoaktiven Substanzen“ (NPS) zu verzeichnen, den so genannten „Legal Highs“. Hier stiegen die erfassten Fälle auf 4. 606 (+38,2 Prozent).Amphetamin, wozu auch Ecstasy gehört, gewinnt ebenfalls kontinuierlich an Bedeutung. Mit 51.597 Delikten stieg die Zahl der registrierten Fälle erneut leicht an. Im Laufe des Jahres 2019 stellte der Zoll 1.649 794 Amphetaminderivate sicher. Im Jahr 2018 waren es noch 581.445 Stück. Beim Kokain war es mit 10.244 Kilogramm sogar mehr als die dreifache Menge im Vergleich zum Vorjahr (2018: 3.221Kilogramm), beim Heroin mit 938 Kilogramm fast das Sechsfache (2018: 163 Kilogramm). Beim Haschisch sank die Zahl der Sicherstellungen von 1.158 Kilogramm auf 399 Kilogramm.

Drogentote

Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland wieder gestiegen. Im Jahr 2019 wurden 1.398 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Das waren 122 Menschen (9,6 Prozent) mehr als 2018. Meldepflichtig sind alle Fälle, die in Zusammenhang mit Drogenkonsum stehen. Dazu gehören Todesfälle infolge von Missbrauch, Selbsttötung aus Verzweiflung über die Lebensumstände oder unter Einwirkung von Entzugserscheinungen. Auch tödliche Unfälle von unter Drogeneinfluss stehenden Personen zählen hinzu. Jedoch muss hier von einem Dunkelfeld ausgegangen werden. Die Rauschgifttoten wurden durchschnittlich 39 Jahre alt. Der Anteil der männlichen Toten belief sich auf rund 85 Prozent, der der weiblichen entsprechend auf 15 Prozent. Wie bereits in den Vorjahren war hauptsächlich der Konsum von Opioiden bzw. Opiaten allein oder in Verbindung mit anderen Rauschgiftarten oder Substanzen todesursächlich. Zugenommen haben unter anderem die Todesfälle aufgrund langjährigen Drogenmissbrauchs. 2019 waren es 318 Tote – im Jahr 2014 waren es noch 119. Auch bei Kokain, Amphetaminen und synthetischen Drogen gab es einen Anstieg in diesem Zeitraum: von 143 auf nunmehr 268 Tote.

MW/SBa (31.07.2020)

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