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< „Die Leute sollen nicht einfach die Augen zumachen“

Immer wieder Asbest

Umweltsünder werden in der Hauptstadt von den Spezialisten des Kompetenzzentrums Kriminaltechnik (LKA KT 61) mit moderner Spür- und Messtechnik entlarvt. Dabei ist die Entsorgung des Sanierungsabfallstoffes Asbest ein ebenso großes Thema wie die ätzenden Graffitis in S- und U-Bahnen. Risiko Asbeststaub

Das LKA Berlin nutzt die Errungenschaften der Kriminaltechnik

Ohne Schutzkleidung wäre die Arbeit der Asbestexperten lebensgefährlich

© LKA Berlin

 

Umweltsünder werden in der Hauptstadt von denSpezialisten des Kompetenzzentrums Kriminaltechnik(LKA KT 61) mit moderner Spür- und Messtechnik entlarvt. Dabei ist die Entsorgung des Sanierungsabfallstoffes Asbest ein ebenso großes Thema wie die ätzenden Graffitis in S- und U-Bahnen.

Risiko Asbeststaub

Olaf Schremm vom Landeskriminalamt Berlin ist Leiter des Dezernats 23 zur Bekämpfung von Umwelt- und Verbraucherschutzdelikten und hat vor allem mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, die bei diversen Sanierungsarbeiten in der Hauptstadt freigesetzt werden, zu tun. „Unser Dauerthema ist Asbest“, erklärt Schremm. Wegen seiner hohen Beständigkeit und Festigkeit einst als „Wunderfaser“ bezeichnet, ist Asbest heute aufgrund nachgewiesener Gesundheitsschädlichkeit innerhalb der EU komplett verboten. Weil aber in den 1970er Jahren sehr viel Asbest in Gebäuden verbaut wurde, insbesondere zur Isolierung und Dämmung, tauchen bei Abriss- und Sanierungsarbeiten immer wieder asbestbehandelte Konstruktionen auf.Das größte Risiko ist der Asbeststaub. Das ungefilterte Einatmen führt zu Schrumpfungsprozessen im Bindegewebe der Lunge und kann Lungen-, Rippen- und Bauchfellkrebs verursachen. Die Entsorgung von Asbest ist kompliziert, weil bislang kein geeignetes technisches Verfahren zur Abfallverwertung existiert. Als einzige Möglichkeit bleibt die verpackte Lagerung auf normalen Hausmülldeponien, bei der die Asbestabfälle zusätzlich mit großen Mengen mineralischem Material abgedeckt werden müssen. Die Preise für die Lagerung variieren je nach Standort der Deponie und übertreffen die Kosten für die Entsorgung normalen Mülls in der Regel um ein Vielfaches. „Es gibt in der Branche schwarze Schafe, die sich dieses Geld sparen wollen“, sagt Dezernatsleiter Olaf Schremm. Wegen des hohen Gefährdungspotentials kontrolliert das Berliner Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) regelmäßig die Einhaltung von Schutzvorschriften. Treten dabei Unregelmäßigkeiten auf oder werden gar zu hohe Asbestwerte gemessen, informieren die Kontrolleure das LKA.

 

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