Wer den Smartphone-Fahrzeugschein nutzen will, braucht die i-Kfz-App vom Kraftfahrt-Bundesamt.
Wer den Smartphone-Fahrzeugschein nutzen will, braucht die i-Kfz-App vom Kraftfahrt-Bundesamt.

Ende 2026 soll auch der Führerschein folgen

Der Fahrzeugschein auf dem Smartphone

Im November 2025 wurde die i-Kfz-App freigeschaltet. Dort soll man künftig alle Fahrzeugpapiere und auch den Führerschein hochladen und bei Bedarf auf dem Smartphone vorzeigen können. Den Anfang machte nun der Fahrzeugschein.

In diesem Text erfahren Sie:

Der Fahrzeugschein wird digital

Schon heute muss der Fahrzeugschein in Deutschland nicht mehr in Papierform mitgeführt werden, wenn man ihn in der i-Kfz-App hochgeladen hat. Bei Werkstattbesuchen, im Falle einer Polizeikontrolle oder bei der turnusmäßigen Hauptuntersuchung kann man dann einen Digitalen Fahrzeugschein (DFZ) jederzeit schnell vorzeigen, auch wenn man offline ist. Der DFZ ist die digitale Version der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein). Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erläuterte zur Einführung dieses Services: „Der Fahrzeugschein ist ab sofort immer griffbereit auf dem Smartphone dabei – ohne langes Grübeln, wo er denn zuletzt gewesen sein könnte: Bürgerinnen und Bürger können ihn nun bequem und jederzeit in der i-Kfz-App abrufen und ihn sogar problemlos teilen. Das oft mühselige Suchen des Dokuments hat mit der neuen App ein Ende.“ Ziel ist laut Bundesverkehrsministerium, dass man bis Ende 2026 auch seinen Führerschein in die i-Kfz-App hochladen kann.

Voraussetzung: eID-Funktion des Personalausweises

Um die i-Kfz-App zu nutzen, muss man sich allerdings – ähnlich wie bei der Nutzung der elektronischen Patientenakte – zwingend über die eID-Funktion seines Personalausweises anmelden und die „AusweisApp Bund“ auf seinem Smartphone installiert haben.

Das dürfte für viele Bürgerinnen und Bürger ein Problem darstellen, denn nur wenige nutzen diese Funktion ihres Personalausweises, für die man sich in einem mehrschrittigen Verfahren erst anmelden muss. Fachleute meinen, die mangelnde Akzeptanz liege daran, dass es noch zu wenig Anwendungsfälle gibt. Die Einführung der elektronischen Patientenakte und der i-Kfz-App soll nun mehr Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, die eID-Funktion freischalten zu lassen, denn sie werden sie in Zukunft immer häufiger einsetzen können bzw. müssen. Ein weiteres Anwendungsbeispiel: Das eigene Konto bei der Deutschen Rentenversicherung ist online ebenfalls nur nach einer Freischaltung mittels der eID-Funktion des Personalausweises einsehbar.

Der Freischaltungsprozess

Für Hochladen des Fahrzeugscheins gibt es einige Voraussetzungen: Es darf sich nicht um ein Leasingfahrzeug handeln. Das Fahrzeug muss auf die Person zugelassen sein, die den Fahrzeugschein hochladen will. Neben dem amtlichen Kennzeichen und dem Personalausweis benötigt man für den Freischaltungsprozess außerdem eine 6-stellige personenbezogene PIN. Diese PIN erhält man im Zuge der Freischaltung der eID-Funktion des Personalausweises. Nachdem man das Kennzeichen eingegeben hat, muss man im Freischaltungsprozess dann die Ausweis-PIN eingeben. Anschließend scannt man den Personalausweis mit seinem Smartphone. Ist dies erfolgreich abgeschlossen, kann man seinen Fahrzeugschein in der i-Kfz-App aktivieren. Wenn man das Fahrzeug abmeldet oder ummeldet, deaktiviert sich der digitale Fahrzeugschein in der App automatisch. Eine komplette Löschung des Eintrags kann nur der Nutzer selbst aktiv vornehmen.

In einer App den ganzen Fuhrpark und mehrere Fahrer

Hat man den Fahrzeugschein erfolgreich hochgeladen, eröffnen sich diverse Möglichkeiten: Man kann dem digitalen Fahrzeugschein einen individuellen Namen geben sowie ein Symbol und eine Farbe auswählen. Wenn man mehrere Fahrzeuge besitzt, kann man mehrere Fahrzeugscheine gleichzeitig digital hinterlegen. Man kann den digitalen Fahrzeugschein mit beliebig vielen Fahrerinnen und Fahrern eines Kfz teilen, auch zeitlich begrenzt. Außerdem kann man den Fahrzeugschein der App digital auch an Dritte weitergeben, zum Beispiel an eine Werkstatt. Schließlich erinnert die App die Nutzenden immer automatisch an anstehende Hauptuntersuchungen.

Zwei wichtige Einschränkungen gibt es allerdings für die Nutzung des DFZ: Bei Fahrten ins Ausland muss man den Fahrzeugschein weiterhin in Papierform mitführen, da die internationalen Behörden die digitale Version noch nicht akzeptieren können oder dürfen. Eine weitere Einschränkung: Auf Smartphones von Huawei und Motorola kann man die i-Kfz-App nicht installieren, da das Bundesverkehrsministerium hier Sicherheitsbedenken hat. Damit werden laut chip.de etwa sieben Prozent der Menschen, die ein Auto besitzen, von der Nutzung ausgeschlossen.

Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung bewertet die Einführung der App trotz der Einschränkungen positiv: „Die i-Kfz-App ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir mit digitalen Lösungen den Alltag der Menschen vereinfachen und die Verwaltung modernisieren können.“

Die Bundesminister Schnieder (Verkehr, l.) und Wildberger (Digitalisierung, r.) stellten die i-Kfz-App vor

Die Bundesminister Schnieder (Verkehr, l.) und Wildberger (Digitalisierung, r.) stellten die i-Kfz-App vor

BMV

Die Kfz-Zulassung soll künftig auch digital erfolgen können

Die App steht sowohl für iOS als auch für Android in den jeweiligen App-Stores zum Download bereit. Im Jahr 2025 stand der Digitale Fahrzeugschein allerdings nur natürlichen Personen zur Verfügung. Ab Anfang 2026 sollen auch juristischen Personen wie Flottenbetreiber ihn in der i-Kfz-App aktivieren können. Perspektivisch wird es möglich sein, während der Zulassung eines Fahrzeugs vor Ort oder online einen QR-Code zu erhalten, um damit einen digitalen Fahrzeugschein in seiner i-Kfz-App hinzuzufügen.

Das Bundesverkehrsministerium plant noch weitere Schritte zur Digitalisierung; So sollen auch die kompletten Zulassungsprozesse für Kraftfahrzeuge künftig digital, gebündelt und zentralisiert erfolgen. Dafür wird das Kraftfahrt-Bundesamt ein zentrales Portal entwickeln.

WL (23.12.2025)

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