In den sozialen Medien lauern viele Gefahren
In den sozialen Medien lauern viele Gefahren

Manipulative Methoden gehören zu den alltäglichen Gefahren

Kriminelle Socialmedia-Aktivitäten

Wer chattet, lebt gefährlich. Denn Kriminelle und Extremisten nutzen die Socialmediakanäle für ihre Zwecke. Sie wollen an unser Geld kommen, sie verbreiten Fake News, sie wollen uns mobben oder als Handlanger anwerben. Auch die Verbreitung von Kinderpornographie läuft über Chatgruppen. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz haben sich die Möglichkeiten der Kriminellen nochmals vergrößert.

In diesem Text erfahren Sie:

Die wichtigsten Phänomene

Anders als bei der klassischen Cyberkriminalität suchen Kriminelle in den Sozialen Netzwerken nicht in erster Linie nach technischen Sicherheitslücken, um etwa in Firmennetzwerke oder private Computer einzudringen und diese zu manipulieren. Auf den Socialmediakanälen nutzen sie vielmehr typische menschliche Schwächen aus: Neugier und Voyeurismus, die Gier nach schnellem Geld und positivem Feedback oder auch Neid und die Missgunst gegenüber Menschen, die anders sind als man selbst: All diese Gefühle werden von den Kriminellen genutzt, um uns zu Werkzeugen ihrer Zwecke zu machen. Dies geschieht in verschiedenen Bereichen:

Betrug und Social Engineering

  • Über gefälschte Profile bauen Kriminelle eine emotionale Bindung zu Menschen auf, die etwa auf Partnersuche sind, um sie zu Geldzahlungen zu bewegen.
  • Auch über gefälschte Kurznachrichten angeblich von Freunden oder Angehörigen („Mama, ich habe eine neue Handynummer“) werden Geldforderungen gestellt.
  • Unbekannte fragen Nutzende nach ihrem Namen, etwa auf Telegram („Bist du...?“). So wollen sie in den Dialog mit ihnen kommen und an ihre persönlichen Daten gelangen.
  • Auf Plattformen wie WhatsApp oder Telegram werden Nutzer mit unseriösen Krypto-Investments oder Börsentipps in betrügerische Gruppen gelockt.
  • Auch unseriöse Jobangebote werden über Einladungen in Chatgruppen angebahnt.
  • Kriminelle nutzen Künstliche Intelligenz, um täuschend echte Audio- oder Videosequenzen von Familienangehörigen oder Freunden zu erstellen, mit denen sie dann das Vertrauen der Opfer erlangen, um sie betrügen oder erpressen zu können.

Hasskriminalität und politisch motivierte Kriminalität

  • Hasspostings, Beleidigungen und Bedrohungen fluten die Socialmediakanäle. Besonders betroffen sind Menschen, die beruflich in der Öffentlichkeit stehen. Aufsichtsbehörden müssen entscheiden, was noch freie Meinungsäußerung ist und welche Äußerungen strafrechtliche Folgen haben.
  • Soziale Medien werden als strategische Waffe eingesetzt, um demokratiefeindliches Gedankengut und Propaganda zu verbreiten.
  • Extremistische Gruppen nutzen soziale Medien wie TikTok und Instagram zur gezielten Rekrutierung und Organisation. Dabei sprechen sie oft sehr junge Menschen an.

Klassische Cyberkriminalität

  • Angreifer kapern Socialmediaprofile, um diese für Phishing oder den Diebstahl sensibler Identitätsdaten zu missbrauchen.
  • Über manipulierte Links oder gefährliche Challenges infizieren sie Smartphones mit Schadsoftware.

Mobbing, Missbrauch, Spionage

  • Cybermobbing ist immer noch ein großes Problem in Deutschland: Das bewusste Bloßstellen oder Schikanieren von Personen führt besonders bei Jugendlichen zu schweren psychischen Belastungen. Aber Cybermobbing kann auch über Chatgruppen von Beschäftigten eines Unternehmens erfolgen.
  • Soziale Medien werden zur Verbreitung von kinderpornographischen Inhalten missbraucht.
  • Über Socialmedia-Kanäle radikalisieren sich vor allem junge Menschen. Sie können für Spionagetätigkeiten oder auch für Anschläge rekrutiert werden.

Kinder und Jugendliche sind in den Sozialen Medien besonders gefährdet

Kinder und Jugendliche sind in den Sozialen Medien besonders gefährdet

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Gegenmaßnahmen und Verhaltenstipps

Wenn wir auf den Socialmedia-Kanälen unterwegs sind oder Online-Foren chatten, sollten wir die wichtigsten Alarmsignale kennen und selbst nichts posten, was uns in juristische Schwierigkeiten bringen könnte. Ein Mix aus präventiven Maßnahmen und Verhaltenstipps minimiert das Risiko.

Präventive Maßnahmen

  • Zwei-Faktor-Authentisierung: Diese sollte für jeden Account aktiviert und genutzt werden.
  • Starke, individuelle Passwörter: Jeder Account sollte ein eigenes Passwort erhalten. Ein Passwort-Manager hilft bei der Verwaltung.
  • Voreinstellungen zum Schutz der Privatsphäre: Bei der Eröffnung eines Accounts sind oft alle Daten automatisch für alle Nutzer des sozialen Netzwerks sichtbar. Dies sollte man unbedingt einschränken.
  • Sensible Informationen nie im Chat teilen: Man sollte in Chats so selten wie möglich die Adresse, die Telefonnummer oder Details zu aktuellen Urlaubsplänen teilen.
  • Berechtigungen überprüfen: Auf dem Smartphone sollte man die Berechtigungen für Apps, die Zugriff auf die Profildaten regelmäßig überprüfen.
  • Daten löschen: Legt man einen Account still, sollten zuvor alle Daten im Account gelöscht werden.

Verhaltenstipps

  • Keinem Zeitdruck nachgeben! Kriminelle erzeugen oft künstlichen Zeitdruck. Dringende Geldforderungen von Freunden oder Verwandten können gefälscht sein, auch wenn die Stimme einer Sprachnachricht oder das übermittelte Video echt wirken.
  • Die Identität überprüfen! Wer vermutet, dass eine andere Person hinter einem Chat stecken könnte, sollte dies über einen zweiten Kommunikationsweg prüfen, etwa durch einen Anruf.
  • Nichts voreilig teilen! Betrüger wollen, dass man Nachrichten, über die man sich besonders aufregt, schnell und unüberlegt teilt. Man sollte immer erst einmal nachdenken, ob das auch wirklich stimmen kann und die Nachricht auch auf einem seriösen Nachrichtenkanal auftaucht.
  • Vorsicht bei Freundschaftsanfragen von Fremden! Sie könnten Chatnachrichten mit Links schicken, die einen zum Beispiel auf Fakeshop-Webseiten führen oder die Schadsoftware auf dem eigenen Gerät installieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat auf seiner Website umfangreiche Informationen zu den Risiken bei der Socialmediakommunikation zusammengestellt.

WL (23.12.2025)

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