Wer angerufen wird, weil er angeblich etwas gewonnen hat, sollte auf jeden Fall misstrauisch sein – vor allem dann, wenn er vor dem Erhalt des Gewinnes Steuern oder Gebühren zahlen soll. Die Verbraucherzentralen erreichen immer wieder Beschwerden über unzulässige Gewinnversprechen am Telefon. Viele Menschen sind schon Opfer dieser Form von Vorkasse-Betrug geworden. Doch wie erkenne ich falsche Gewinnversprechen am Telefon?
In diesem Text erfahren Sie:
„Sie haben gewonnen!“
Wer freut sich nicht über die frohe Botschaft am Telefon, 10.000 Euro oder einen neuen PKW gewonnen zu haben? Doch erreichen einen diese Gewinnmitteillungen unverhofft, stecken in aller Regel Betrüger dahinter. Die gängigste Methode ist, dass die Anrufer behaupten, im Auftrag von Anwälten oder Notaren anzurufen. Sie erzählen, dass auf einem bestimmten Konto Geld bereit liegt oder dass man ein teures Auto gewonnen habe. Um an den Gewinn zu kommen, müsse man allerdings in Vorleistung treten und anfallende Steuern, Versicherungen, Bearbeitungsgebühren oder Transferkosten zahlen. In Wahrheit sitzen die Täter bei ihren Anrufen jedoch nicht in einer deutschen Kanzlei, sondern in einem Callcenter im Ausland, häufig in der Türkei. Um eine seriöse deutsche Telefonnummer anzeigen zu lassen, nutzen sie eine spezielle Technik namens „Call ID Spoofing“. Damit wird die tatsächliche Nummer unterdrückt.
Gewinnbenachrichtigung aus per Post
In einer anderen Variante wird dem Verbraucher zunächst per Post ein angeblicher Gewinn versprochen. Um diesen abzuholen, wird er dazu aufgefordert, sich selbst telefonisch unter einer angegebenen Nummer zu melden. Dann wird der Anrufer in der Regel ebenfalls dazu verleitet, in Vorkasse zu treten oder in unrechtmäßige Vertragsverhandlungen verwickelt.
Die Täter geben klare Zahlungsanweisungen. Besonders beliebt sind anonyme Bezahlverfahren in Form von Gutscheinkarten wie bei Paysafe, denn dabei bleiben die Empfänger anonym.
Die betrügerischen Anrufe kommen häufig aus Callcentern im Ausland
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Täter üben massiven Druck aus
Die Telefonbetrüger rufen oft mehrmals an. Zahlt das Opfer bereitwillig, melden sich die Täter immer wieder, um unter verschiedenen Vorwänden weiter Geld zu fordern. So geben sich die Täter dann als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und behaupten, dass sich die Angerufenen durch die Erstzahlung strafbar gemacht hätten und ein angeblich gegen sie eingeleitetes Ermittlungsverfahren nur gegen eine weitere Zahlung schnell und unkompliziert abzuwenden sei.
Gerade wer beim ersten Telefonat nicht eindeutig sagt, dass diese Anrufe zu unterlassen sind und sich auf ein Gespräch einlässt, tappt schnell in die Falle und wird gezielt wieder angerufen. Ist der Angerufene hingegen kritisch und nicht so leicht zu überzeugen, drohen die Täter nicht selten mit Konsequenzen wie zum Beispiel einer Strafanzeige, wenn keine Zahlung erfolgt.
Die Erfahrung zeigt, dass besonders oft ältere Menschen angerufen werden, die falschen Gewinnversprechen vermutlich schneller Glauben schenken. Die Anrufer sind in Gesprächsführung gut geschult, wirken überzeugend und nutzen die Leichtgläubigkeit mancher Senioren schamlos aus. Doch auch wenn Senioren besonders gefährdet sein mögen, kann es grundsätzlich jeden treffen. Das Bundeskriminalamt hat umfassende Informationen zu betrügerischen Gewinnversprechen am Telefon online zusammengestellt.
Wer gewinnt, muss nichts bezahlen
Grundsätzlich gilt: Seien Sie immer vorsichtig, wenn Ihnen am Telefon ein Gewinn versprochen wird – vor allem dann, wenn mit dem Gewinn eine Bedingung verknüpft ist. Wer tatsächlich etwas gewonnen hat, wird niemals dazu aufgefordert werden, für seinen Gewinn in finanzielle Vorleistung zu treten. Wenn Sie persönliche Daten herausgeben sollen, bezahlen müssen oder gar etwas kaufen sollen, gibt es nur einen richtigen Weg: Legen Sie sofort auf. Denn am anderen Ende der Leitung sitzen in der Regel Betrüger oder dubiose Geschäftsleute. Ganz besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn
- der Anruf überraschend kommt und Sie in letzter Zeit an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben.
- eine angebliche Amtsperson (Anwalt, Notar, Polizist) Sie über den Gewinn informiert.
- persönliche Daten wie Adresse oder Bankverbindung abgefragt werden.
- Sie vor dem Erhalt des Gewinns Gebühren, Steuern oder andere Kosten tragen sollen.
Betrügerische Online-Gewinnspiele
Manche Unternehmen werben mit durchaus seriösen Online-Gewinnspielen oder Online-Rabattaktionen, bei denen man zum Beispiel Einkaufsgutscheine gewinnen kann. Bevor man dort mitmacht, ist jedoch ein genauerer Blick auf das Angebot anzuraten, denn hier sind oft Datensammler am Werk. Sie missbrauchen die Namen und Logos seriöser Firmen. An einigen Indizieren kann man Profile und Seite mit Fake-Gewinnspielen erkennen: Sie existieren erst seit kurzer Zeit, sie haben sehr wenige Beiträge, sie rufen zum Liken und Teilen auf und man soll Freunde markieren. Außerdem gibt es weder ein richtiges Impressum, noch konkrete Teilnahmebedingungen oder die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Diese Seiten haben auch keine „blaue Verifizierungshaken“, an denen man erkennen kann, dass es sich um die offizielle Seite des Unternehmens handelt. Viele Verbraucher werden über Phishing-E-Mails auf solche Seiten gelockt.
WL (28.11.2025)



