Der Handel mit Rauschgift ist auch 2023 weiter gestiegen
Der Handel mit Rauschgift ist auch 2023 weiter gestiegen

Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2023 veröffentlicht

Handel mit Rauschgift nimmt zu

Die Zahl der Rauschgift-Handelsdelikte ist 2023 um sechs Prozent auf 55.532 Fälle gestiegen. Das geht aus dem „Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2023“ des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Noch alarmierender ist die Zahl der Todesfälle: 2.227 Menschen starben im vergangenen Jahr an den Folgen ihrer Drogensucht. Das ist eine Steigerung um 11,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 1.990 Todesfälle dokumentiert wurden. Die häufigsten Todesursachen waren der Konsum von Heroin und Opiat-Substitutionsmitteln. Immer häufiger greifen Konsumentinnen und Konsumenten auf mehrere Substanzen gleichzeitig zurück, entsprechend ist die Anzahl an Mischintoxikationen gestiegen. So sind im vergangenen Jahr 1.479 Personen an den Folgen eines Mischkonsums gestorben, 34 Prozent mehr als noch 2022.

Drogenhandel gehört zu den wesentlichen Einnahmequellen der organisierten Kriminalität

Drogenhandel gehört zu den wesentlichen Einnahmequellen der organisierten Kriminalität

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Meisten Delikte entfallen auf Cannabis

346.877 Rauschgiftdelikte wurden laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2023 registriert. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Bei der Zahl der Tatverdächtigen ist ein leichter Rückgang von 0,6 Prozent auf 266.280 Personen zu verzeichnen. Doch das kann nicht als positiver Trend gedeutet werden. Denn demgegenüber stehen die steigenden Mengen an sichergestellten Drogen. So hat sich die Menge des sichergestellten Kokains im Berichtsjahr 2023 im Vergleich zu den letzten beiden Jahren auf rund 43 Tonnen verdoppelt. Bei den synthetischen Drogen wurden vor allem Amphetamin und Ecstasy sichergestellt. Die großen Produktionskapazitäten in den Niederlanden gewährleisten den stetigen Nachschub nach Deutschland. Im Jahr 2023 konnten die Behörden mehr als 1,1 Millionen Tabletten Ecstasy, rund 2.000 kg Amphetamin und 450 kg Metamphetamin sicherstellen. Die Anzahl der sichergestellten Rauschgiftlabore ist von neun auf 14 gestiegen. Cannabis bleibt mit einem Anteil von rund zwei Dritteln an allen Rauschgiftdelikten die Droge mit der weitaus höchsten Zahl an Handels- und auch konsumnahen Delikten.

Handel über Social Media

Fest etabliert hat sich inzwischen der Handel von Betäubungsmittel über das Internet. Bis Mitte 2023 erreichten die welt- und deutschlandweiten Angebotszahlen ein neues Rekordniveau, gingen dann aber durch sogenannte Exit Scams und Maßnahmen der Sicherheitsbehörden wieder zurück. Eine immer bedeutendere Rolle beim Drogenhandel nehmen Messenger-Dienste ein. In öffentlich zugänglichen Chat-Gruppen werden Betäubungsmittel beworben, um die Verkaufsgespräche dann in privaten Chats fortzuführen. Auch Social Media-Plattformen werden zunehmend für den Handel genutzt. Hier richten sich die Händler mit professionell präsentierten Rauschgiftangeboten an vornehmlich junge Menschen, denen der Zugang aufgrund der zahlreich genutzten offenen Accounts leicht gemacht wird.

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Das aktuelle Bundeslagebild Raschgiftkriminalität steht auf der Website des Bundeskriminalamts zum Download bereit.

Organisierter Drogenhandel und organisierte Kriminalität

Die Ermittler sehen dabei einen Zusammenhang zwischen Drogenhandel und organisierter Kriminalität. „Drogenhandel und der Schmuggel von Rauschgift sind Hauptbetätigungsfelder und wesentliche Einnahmequellen der Organisierten Kriminalität in Deutschland. Es ist ein Geschäft, mit dem Millionen verdient werden – über alle Drogenarten hinweg. Das haben nicht zuletzt die Erkenntnisse aus den Auswertungen von Daten der Krypto- Kommunikationsanbieter „EncroChat“, „Sky-ECC“ und „ANOM“ sowie zwei Großsicherstellungen von Kokain und Heroin im Spätsommer dieses Jahres gezeigt. Die Organisierte Kriminalität bedroht und untergräbt unsere Gesellschaft“, kommentiert BKA-Vizepräsidentin Martina Link die Situation. Bei der Entschlüsselung der Kommunikationsdaten von kriminellen Tätergruppen wurden überwiegend Fälle des organisierten Rauschgifthandels festgestellt. Mit diesen Daten konnten neue Erkenntnisse über Art und Ausmaß der Kriminalität gewonnen werden. Außerdem konnten mit Hilfe der Daten zahlreiche Tatverdächtige identifiziert und Täterstrukturen offengelegt werden.

TE/ KF (Stand 31.01.2025)

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