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Einbrecher: Wer sind die Täter?

Im Jahr 2016 war die Zahl der Einbrüche in Deutschland erstmals seit langem wieder rückläufig. Die Fälle sind bundesweit um 9,5 Prozent auf 151.265 gesunken. Dieser positive Trend hat sich 2017 fortgesetzt. Im Laufe des Jahres wurden nur noch 116.540 Einbrüche erfasst. Das entspricht einem Rückgang um weitere 23 Prozent. Die Aufklärungsquote war mit 17,8 Prozent zwar etwas höher als in den Vorjahren, dennoch gehören Einbrüche weiterhin zu den Straftaten, die am seltensten aufgeklärt werden. Viele Einzeltäter und Banden werden nie gefasst. Wer sind die Täter und warum ist es so schwierig, Einbrechern auf die Spur zu kommen?

Einbruchschutzinformation

Meist Männer, aber auch viele Frauen und Kinder


Je anonymer das Wohnumfeld, desto erfolgreicher der Einbrecher

© Racle Fotodesign/stock.adobe.com

 

Im Jahr 2016 war die Zahl der Einbrüche in Deutschland erstmals seit langem wieder rückläufig. Die Fälle sind bundesweit um 9,5 Prozent auf 151.265 gesunken. Dieser positive Trend hat sich 2017 fortgesetzt. Im Laufe des Jahres wurden nur noch 116.540 Einbrüche erfasst. Das entspricht einem Rückgang um weitere 23 Prozent. Die Aufklärungsquote war mit 17,8 Prozent zwar etwas höher als in den Vorjahren, dennoch gehören Einbrüche weiterhin zu den Straftaten, die am seltensten aufgeklärt werden. Viele Einzeltäter und Banden werden nie gefasst. Wer sind die Täter und warum ist es so schwierig, Einbrechern auf die Spur zu kommen?

Täter zum Großteil männliche Erwachsene

In der Regel werden Einbrüche von Männern verübt, wie die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt. Von den 14.789 Tatverdächtigen im Jahr 2017 waren 12.718 Personen männlich und entsprechend 2.071 Personen weiblich. Die meisten Tatverdächtigen sind älter als 21 Jahre (11.318 Personen). Die Anzahl derjenigen, die zu dem Zeitpunkt des Einbruchs jünger als 21 Jahre alt waren, lag 2017 bei 3.741. In Bezug auf das Alter fällt auf, dass einige der Tatverdächtigen sogar noch unter 14 Jahren alt sind. 2017 wurden 222 Kinder verdächtigt, einen Einbruch verübt zu haben bzw. an einem Einbruch beteiligt gewesen zu sein. Auch wenn es sich bei einigen Taten vermutlich um Mutproben oder Dumme-Jungen-Streiche handelt, werden Kinder in einigen Fällen gezielt für Einbrüche instrumentalisiert. Hinter solchen Vorgehensweisen stecken meist organisierte Banden, die ausnutzen, dass Kinder noch nicht strafmündig sind.

Reisende Einbrecherbanden am Werk

Bei den Tatverdächtigen dominieren nach Angaben des Bundeskriminalamts zwar nach wie vor deutsche Staatsangehörige und sogenannte „örtlich-regionale Täter“ wie etwa Banden von Jugendlichen oder Drogenabhängige. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt jedoch bei etwas mehr als 40 Prozent. Dass so viele Täter aus dem Ausland kommen, hängt vor allem damit zusammen, dass viele Einbrüche mittlerweile von reisenden Gruppen verübt werden. Meist kommen sie aus Osteuropa. Da die Grenzen offen sind, gibt es auf dem Weg aus Deutschland heraus nur noch sporadisch polizeiliche Kontrollen, was das Entdeckungsrisiko für die Täter deutlich verringert. Im Falle schwerwiegender Einbruchsdelikte und Tatserien wird daher immer öfter auf einen staatenübergreifenden Informationsaustausch gesetzt. Ein Beispiel ist die Aachener Erklärung – eine Vereinbarung zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Sie hat zum Ziel, die Zusammenarbeit der Länder in Sachen grenzüberschreitender Einbruchskriminalität zu verbessern.

Frauen immer öfter im Einsatz

Auch wenn Einbrüche meist von Männern verübt werden, schicken insbesondere internationale Banden auch junge Frauen auf Diebestour. Sie sind meist attraktiv gekleidet und treten höflich auf. Die Frauen werden insbesondere für den Tageswohnungseinbruch eingesetzt, also für Einbrüche, die zwischen sechs Uhr morgens und 21 Uhr abends passieren. Im Hausflur fallen sie nicht auf und kaum ein Bewohner würde bei ihrem Anblick misstrauisch werden. Wie groß der Anteil der Täterinnen wirklich ist, kann aufgrund des großen Dunkelfelds nur schwer eingeschätzt werden. Ein Fall aus München zeigt jedoch, dass Frauen mittlerweile fest in den Bandenstrukturen verankert sind: Zwei Zivilbeamte hatten Anfang 2016 zufällig drei junge Frauen dabei beobachtetet, wie sie in eine Wohnung einbrechen wollten. Was die Ermittler besonders misstrauisch machte: Ihre Ausweise waren gefälscht und sie gingen relativ professionell vor. Letztendlich konnte man ihnen 13 Einbrüche in München nachweisen, weshalb sie zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt wurden. Die Spur führte jedoch noch weiter. Wie sich herausstellte, wurden die Frauen von einem Familienclan, der seine Raubzüge in Europa von Kroatien aus steuert, als so genannte „Arbeitsbienen“ eingesetzt. Nach Einschätzung der Polizei könnte der Clan allein in München für bis zu 100 Einbrüche verantwortlich sein. Ihm sollen weltweit rund 500 Personen angehören.

Aufklärungsarbeit ist schwierig

Wieso bleibt der Großteil der in Deutschland verübten Einbruchsfälle ungelöst? Ein großes Problem ist die Organisationsstruktur der Banden. Sie gehen meist arbeitsteilig vor. Ein oder mehrere Täter beobachten zunächst, wann das Objekt bewohnt ist. Auch die Sicherungseinrichtungen werden kontrolliert. Anschließend kommen andere, die in die Wohnung oder das Haus einsteigen. Wiederum andere transportieren die Beute mit einem Fahrzeug ab. Diese Aufgabenverteilung hat zur Folge, dass es für die Polizei schwierig ist, verwertbare Zeugenaussagen zu bekommen. Denn selbst wenn dank einer Täterbeschreibung einer der Einbrecher gefasst wird, bedeutet das nicht, dass man diesen mitsamt der Beute erwischt. Meist wurde diese längst an die Kollegen weitergereicht. Hinzu kommt, dass die Banden, insbesondere die aus Osteuropa, professioneller werden und kaum Spuren hinterlassen. Das macht es für die Polizei schwierig, zu ermitteln. Denn das zweite große Problem ist, dass den Dienststellen zu wenig Personal zur Verfügung steht beziehungsweise denjenigen, die mit der Aufgabe betraut sind, sehr wenig Zeit für die Fallbearbeitung bleibt. Dadurch gibt es kaum die Möglichkeit, Fälle zu vergleichen, um Banden und andere Serientäter zu finden.

MW (28.09.2018)

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