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„Das Wichtigste ist die Rahmennummer!“

Im Jahr 2017 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik rund 300.000 Fahrräder gestohlen. Viele bleiben verschwunden, andere tauchen nach einiger Zeit wieder auf, beispielsweise zum Verkauf auf einem Flohmarkt, im Internet oder auf einer öffentlichen Versteigerung. Ulrich Golla ist Kriminaloberkommissar bei der Polizei in Bonn und ermittelt seit vielen Jahren zu Fahrraddiebstählen. Im Interview mit PolizeiDeinPartner erzählt er von organisierten Diebesbanden, individuellen Identifikationsmerkmalen und der Rückkehr eines gestohlenen Drahtesels.

Vor Fahrraddiebstahl schützen und Täter anzeigen


Am Fahrradschloss sollte nicht gespart werden

© olexanderkozak/stock.adobe.com

 

Im Jahr 2017 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik rund 300.000 Fahrräder gestohlen. Viele bleiben verschwunden, andere tauchen nach einiger Zeit wieder auf, beispielsweise zum Verkauf auf einem Flohmarkt, im Internet oder auf einer öffentlichen Versteigerung. Ulrich Golla ist Kriminaloberkommissar bei der Polizei in Bonn und ermittelt seit vielen Jahren zu Fahrraddiebstählen. Im Interview mit PolizeiDeinPartner erzählt er von organisierten Diebesbanden, individuellen Identifikationsmerkmalen und der Rückkehr eines gestohlenen Drahtesels.

Herr Golla, wie relevant ist Fahrraddiebstahl aus Sicht der Polizei?

Laut Kriminalstatistik sind die Zahlen zum Fahrraddiebstahl innerhalb der letzten fünf Jahre leicht gesunken. Wir haben aber festgestellt, dass die Räder, die heute gestohlen werden, immer teurer sind. Zum einen, weil es sich um E-Bikes handelt und zum anderen, weil die Ausstattung hochwertiger ist. Insgesamt verzeichnen wir in Großstädten mehr Fahrraddiebstähle als auf dem Land. Gründe dafür sind die höhere Anonymität und passendere Gelegenheiten.

Erzählen Sie uns etwas über die Täter...

Auf der einen Seite gibt es immer wieder Einzeltäter. Sie gehen mitten am Tag auf öffentlichen Plätzen mit einem Bolzenschneider vor und können zum Beispiel einfache Spiralschlösser innerhalb von wenigen Sekunden knacken. Auf der anderen Seite gibt es auch organisierte Banden, die zum Beispiel nachts mit dem Lkw zehn bis zwanzig hochwertige E-Bikes stehlen. In den letzten Jahren ist auch die Ausschlachtung von teuren Einzelteilen hinzugekommen. Wir hatten vor etwa zwei Jahren eine Gruppe, die sich auf hydraulische Felgenbremsen und Scheibenbremsen spezialisiert hat. Sie haben die Bremsen von zahlreichen Fahrrädern demontiert und dann über Internetportale verkauft. Bei einer Durchsuchung konnten wir Bremsen im Wert von 10.000 Euro sicherstellen.

Kriminaloberkommissar Ulrich Golla

Polizei Bonn, © privat

Wie sichere ich mein Fahrrad ausreichend?

Leider werden hochwertige Fahrräder immer noch mit leichten Spiralschlössern gesichert. Das reicht nicht. Ein gutes Fahrradschloss sollte eine hohe Schutzklasse haben und mindestens 50 Euro kosten. Am sichersten sind Bügel- oder Faltschlösser, weil sie aus gehärtetem Stahl und dadurch sehr massiv sind. Danach kommen Kettenschlösser. Optimal sind sogar zwei Schlösser. Außerdem sollte man sein Fahrrad immer an einen festen Gegenstand anschließen, beispielsweise an einem Verkehrsschild oder idealerweise einem Fahrradständer.

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Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
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