Ob im Supermarkt, im Restaurant oder beim Online-Shopping: Immer mehr Menschen bezahlen ohne Bargeld. Karten, Smartphones oder Online-Bezahldienste ersetzen Münzen und Scheine. Bargeldlose Zahlungsmethoden funktionieren schnell und einfach, doch man muss sich vor Betrug und Datenmissbrauch schützen.
In diesem Text erfahren Sie:
- welche Vorteile und Risiken das bargeldlose Zahlen hat
- wie hoch die Verluste durch Zahlungsbetrug sind
- wie Kriminelle vorgehen und wann Banken den Schaden ersetzen
Bargeld verliert an Bedeutung
Das bargeldlose Bezahlen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Besonders während der Corona-Pandemie griffen viele Verbraucher häufiger zu Karte oder Smartphone beim Einkaufen. Trotzdem spielt Bargeld in Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin eine große Rolle. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wurden 2023 noch rund 51 Prozent aller Zahlungen im Alltag in bar durchgeführt. Gleichzeitig wächst jedoch der Anteil bargeldloser Zahlungen kontinuierlich. Besonders verbreitet sind Debitkarten wie die Girocard. Über sie wird ein großer Teil der elektronischen Zahlungen abgewickelt. Auch kontaktlose Bezahlmethoden gewinnen immer mehr an Bedeutung. Viele Karten, Smartphones und Smartwatches können heute per NFC-Technologie zum Bezahlen genutzt werden: Dabei werden die Karte oder das Smartphone nur kurz an ein Lesegerät gehalten und die Zahlung erfolgt innerhalb weniger Sekunden.
Bargeldloses Bezahlen umfasst verschiedene Methoden. Die Debitkarte – etwa die Girocard – ist in Deutschland das wichtigste bargeldlose Zahlungsmittel. Der Betrag wird dabei direkt vom Bankkonto abgebucht. Anders als bei den Debitkarten wird bei Kreditkarten der Betrag zunächst vom Kreditkartenunternehmen bezahlt und später vom Konto des Kunden eingezogen. Diese Zahlungsmethode ist besonders im internationalen Handel verbreitet. Viele Kassen ermöglichen heute Zahlungen ohne Einstecken der Karte. An diesen NFC-Kassen können Summen bis zu 50 Euro ohne PIN bezahlt werden. Nach fünf aufeinanderfolgenden Transaktionen oder einer Summe von 150 Euro ist aus Sicherheitsgründen zwingend eine PIN-Eingabe erforderlich. Beim Bezahlen im stationären Handel werden auch das Smartphone oder die Smartwatch immer beliebter. Auf diesen Geräten sind über Dienste wie Apple Pay oder Google Pay virtuelle Kredit- oder Debitkarten hinterlegt. Bezahlt wird über eine biometrische Authentifizierung (Face-ID oder Touch-ID) über das Smartphone oder die Watch und durch kurzes Halten an das Terminal. Das ermöglicht sicheres und schnelles Bezahlen, ohne dass eine physische Karte eingesetzt wird. Im Internet werden Zahlungen häufig über Dienste wie PayPal, Klarna oder über Online-Überweisungen abgewickelt.
Vorteile und Risiken des bargeldlosen Bezahlens
Die zunehmende Verbreitung digitaler Zahlungsmethoden hat mehrere Gründe. Bargeldlose Zahlungen sind meist schnell, bequem und praktisch. Besonders beim kontaktlosen Bezahlen dauert eine Transaktion oft nur wenige Sekunden.
Außerdem können Verbraucher ihre Ausgaben besser nachvollziehen, da alle Zahlungen automatisch auf dem Kontoauszug oder in den Banking-Apps erscheinen. Auch im Onlinehandel sind elektronische Zahlungsmethoden unverzichtbar.
Trotz vieler Vorteile gibt es aber auch Risiken. Diese unterscheiden sich je nach Zahlungsmethode.
- Missbrauch verlorener Karten
Wird eine Karte verloren oder gestohlen, können Täter damit kontaktlose Zahlungen durchführen. Zwar sind diese meist auf kleinere Beträge begrenzt, dennoch können mehrere Zahlungen hintereinander erfolgen. Wenn auch die PIN-Nummer zur Karte in die Hände der Täter gelangt, kann der Schaden deutlich größer ausfallen und das dazugehörige Konto leergeräumt werden.
- Kartenbetrug und Skimming
Bei Debit- oder Kreditkarten versuchen Kriminelle häufig, Kartendaten auszuspähen. Eine bekannte Methode ist das sogenannte Skimming. Dabei manipulieren Täter Geldautomaten oder Kartenterminals, um Kartendaten und PIN-Nummern zu stehlen.
- Phishing beim Online-Banking
Besonders häufig ist sogenanntes Phishing. Dabei senden Betrüger gefälschte E-Mails oder SMS, die scheinbar von Banken stammen. Nutzer werden auf gefälschte Webseiten gelockt und geben dort ihre Zugangsdaten ein. Eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt, dass viele Menschen solche Nachrichten kaum von echten Banknachrichten unterscheiden können.
Milliardenverluste durch Zahlungsbetrug
Der Schaden durch Betrug im digitalen Zahlungsverkehr ist erheblich. Phishing, Fake-Shops oder Datendiebstahl gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen. In Deutschland wurden laut Polizeistatistik mehrere zehntausend Fälle von Betrug im Zusammenhang mit Konten oder Karten registriert. Die Medien greifen häufig nur die spektakulärsten Fälle auf. Ein Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel schildert etwa den Fall eines Rechtsanwalts, der auf eine Phishing-Nachricht hereinfiel. Nachdem er auf eine betrügerische SMS reagiert und eine Überweisung bestätigt hatte, verlor er 50.000 Euro. Ein Gericht entschied später, dass die Bank den Schaden nicht ersetzen muss, da der Kunde selbst zur Freigabe der Zahlung beigetragen hatte. Auch andere Medien berichten über ähnliche Fälle. So verlor ein Mann aus Thüringen laut Presseberichten rund 20.000 Euro, nachdem er auf eine gefälschte SMS seiner Bank reagiert hatte und seine Zugangsdaten auf einer betrügerischen Webseite eingab. Die Täter führten anschließend mehrere Überweisungen von seinem Konto aus. Ein spektakulärer Fall betrifft Kreditkartenbetrug im großen Stil. Ermittler deckten ein internationales Netzwerk auf, das mit gestohlenen Kreditkartendaten mehr als 19 Millionen Fake-Abonnements abschloss. Der Schaden belief sich auf mehr als 300 Millionen Euro.
Wie Kriminelle vorgehen und wann Banken den Schaden ersetzen
Die Vorgehensweise der Täter folgt häufig einem ähnlichen Muster: Zunächst versuchen sie, die Zugangsdaten zu erlangen – etwa über Phishing-E-Mails oder SMS. Anschließend greifen sie auf das Konto zu oder tätigen Überweisungen. Das Geld wird dann schnell auf andere Konten weitergeleitet oder über sogenannte Finanzagenten weitertransferiert. Besonders problematisch ist, dass viele Betrugsversuche täuschend echt aussehen und selbst erfahrene Nutzer täuschen können.
Der häufigste Fehler besteht darin, Bankdaten oder TAN-Nummern freiwillig an Betrüger weiterzugeben, weil diese sich glaubwürdig als Bankmitarbeiter ausgeben. Grundsätzlich gilt: Wenn eine Zahlung ohne Zustimmung des Kunden erfolgt, muss die Bank den Schaden in der Regel ersetzen. Das gilt jedoch nicht, wenn Kunden grob fahrlässig handeln – zum Beispiel, wenn sie TAN-Nummern an Betrüger weitergeben oder Sicherheitswarnungen ignorieren. So informieren viele Banken ihre Kunden darüber, mit welchen Strategien Kriminelle aktuell vorgehen. In solchen Fällen können Banken die Rückerstattung ablehnen. Auch wenn eine Karte gestohlen wird und kurze Zeit später große Geldbeträge abgehoben wurden, weil die Täter offensichtlich über die PIN zu der Karte verfügten. Hier kann es sein, dass die Bank argumentiert, dass Karte gemeinsam mit der PIN-Nummer – etwa in dem gestohlenen Portemonnaie – aufbewahrt wurde. Damit habe der Kartenhalter grob fahrlässig gehandelt. Vor Gericht kann es dann schwierig sein, das Gegenteil nachzuweisen. Beim bargeldlosen Bezahlen gilt es, aufmerksam mit seinen Bankdaten umzugehen und grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten. Dann können die Vorteile digitaler Zahlungsmethoden genutzt und das Risiko deutlich reduziert werden.
Wie man sich schützen kann
Verbraucher können sich mit einigen einfachen Maßnahmen schützen:
- PIN und TAN niemals weitergeben oder zusammen mit der Karte aufbewahren. Das gilt auch für die PIN zum Entsperren des eigenen Smartphones.
- keine Links aus verdächtigen E-Mails oder SMS anklicken
- Konto regelmäßig kontrollieren
- Karten bei Verlust sofort sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116)
- beim Online-Shopping nur seriöse Anbieter nutzen
TE (27.02.2026)

