Einbrecher brauchen oft nur Sekunden, um eine ungesicherte Tür zu öffnen
Einbrecher brauchen oft nur Sekunden, um eine ungesicherte Tür zu öffnen

Bürger sollten finanziell unterstützt werden

Anreize beim Einbruchschutz schaffen

Bei den derzeit in fast ganz Deutschland steigenden Einbruchszahlen ist es nötig, seine Wohnung und sein Haus gut gegen Eindringlinge zu schützen. Präventionskampagnen machen zwar auf das Thema aufmerksam, reichen aber nicht aus, um den Einbruchschutz nachhaltig in den Köpfen der Menschen zu verankern und sie zum Handeln zu bewegen, meint der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Oliver Malchow.

Bei vielen Einbrüchen bleibt es beim Versuch

„Wenn die Einbrecher bemerken, dass sie in ein Objekt nicht so ohne weiteres hineinkommen, brechen sie den Versuch häufig nach kurzer Zeit ab“, erklärt Oliver Malchow. Daher sei es umso wichtiger, das eigene Heim gegen Diebe zu schützen. Denn Einbrecher haben kein Interesse daran, lange an einem Tatort zu verweilen. Je mehr Zeit sie für ihre Tat benötigen, desto größer ist das Risiko, dabei von jemandem beobachtet zu werden. Sicherheitsmaßnahmen wie etwa der Einbau mechanischer Sicherungen an Türen und Fenstern können dafür sorgen, dass die Täter gar nicht erst ins Haus oder in die Wohnung gelangen bzw. das Eindringen in die Wohnung zu viel Zeit in Anspruch nimmt.

Zertifizierte Sicherungen können Einbrüche verhindern

© Dan Race, fotolia

Zertifizierte Nachrüstung soll von der Steuer absetzbar sein

Der Einbau von einbruchhemmenden Türen und Fenstern, aber auch eine Nachrüstung, kann kostspielig werden. „Um der Bevölkerung hier entgegenzukommen und Anreize zu schaffen, könnte ich mir finanzielle Unterstützung durch den Staat vorstellen, etwa in Form von Steuererleichterungen beim Einbau von zertifizierten Schutzmaßnahmen“, so der GdP-Bundesvorsitzende. Nachweisbare Ausgaben für sinnvolle Schutzmaßnahmen könnten dann von der Steuer abgesetzt werden. Auch die Einführung eines Einbruchschutz-Förderprogramms mit zinslosen zweckgebundenen Darlehen ist nach Auffassung Malchows vielversprechend. Und: Schon beim Neubau eines Wohnhauses könnte der Gesetzgeber außerdem technische Vorgaben für einbruchhemmende Vorkehrungen festlegen. „Es darf nicht sein, dass es eine höhere Sicherheit nur für Besserverdienende gibt, die sich in exklusiven Wohnanlagen einen privaten Wachschutz leisten und ihre Häuser technisch aufrüsten lassen können“, meint Malchow. Wichtig neben allen mechanischen und elektronischen Sicherungen sei aber auch das richtige Verhalten der Bürgerinnen und Bürger. „Das Fenster auf Kipp oder die Terrassentür offen zu lassen, obwohl niemand zu Hause ist, ist geradezu eine Einladung an Diebe“, warnt der GdP-Experte.

Täter arbeiten oft gut organisiert und international

Neben den örtlich ansässigen Tätern, die Einbrüche häufig im Rahmen von Beschaffungskriminalität begehen, gibt es auch gut organisierte und weit vernetzte mobile Täterbanden, die überregional und sogar international tätig sind. „Diese Banden gehen hochprofessionell und mit Arbeitsteilung an die Sache heran. Das heißt: Einige spionieren zunächst Tatgelegenheiten aus – sie schauen etwa, wer um welche Zeit das Haus verlässt. Den eigentlichen Einbruch verüben dann andere Täter und das Wegschaffen der Beute übernehmen wiederum weitere Personen“, erklärt Malchow. Die Täter haben es hauptsächlich auf Bargeld und Schmuck abgesehen, weil beides unauffällig und leicht zu transportieren ist.

Einbruchschutz geht alle an

Meist handelt man erst, wenn etwas passiert ist – zum Beispiel, wenn in der Nachbarschaft eingebrochen wurde. Dabei unterschätzen viele die Auswirkungen, die ein Einbruch auf manche Menschen haben kann. „Jeder Wohnungseinbruch stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre dar. Manche Opfer können nach so einer Tat nicht mehr in den eigenen vier Wänden wohnen und müssen letztendlich sogar umziehen, weil die psychische Belastung zu groß ist“, weiß Malchow. Daher ist es umso wichtiger, stets die Augen offen zu halten und Verdächtiges in der Nachbarschaft umgehend der Polizei zu melden. SW (25.07.2014)
 

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