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Welche Rechte haben Opfer einer Straftat?

Wer Opfer einer Straftat wird, hat oft lange mit den Folgen zu kämpfen. Körperliche Verletzungen, aber auch psychische Probleme wie etwa posttraumatische Belastungsstörungen können die Betroffenen stark beeinträchtigen. Gleichzeitig müssen sich die Geschädigten um einen Anwalt kümmern, als Zeuge zur Verfügung stehen oder Gutachten und Atteste einholen. Welche Rechte habe ich als Opfer einer Straftat? Wer unterstützt mich während des Prozesses?

Nebenklage, Adhäsionsverfahren und Opferentschädigungsgesetz

In Deutschland verfügen Opfer von Straftaten über viele Rechte

© Ramesh Amruth, CC Verlag

Wer Opfer einer Straftat wird, hat oft lange mit den Folgen zu kämpfen. Körperliche Verletzungen, aber auch psychische Probleme wie etwa posttraumatische Belastungsstörungen können die Betroffenen stark beeinträchtigen. Gleichzeitig müssen sich die Geschädigten um einen Anwalt kümmern, als Zeuge zur Verfügung stehen oder Gutachten und Atteste einholen. Welche Rechte habe ich als Opfer einer Straftat? Wer unterstützt mich während des Prozesses?

 

Nach einer Straftat stehen einem Geschädigten zahlreiche Rechte zu, die sich ab dem Zeitpunkt der Tat bis über die rechtskräftige Verurteilung des Täters hinaus erstrecken – etwa, wenn sich im Nachhinein Spätfolgen zeigen sollten. Roland Weber, Fachanwalt für Strafrecht und Opferbeauftragter des Bundeslandes Berlin, erklärt: „Schon bei der Vernehmung durch die Polizei habe ich das Recht, dass mich dabei eine Vertrauensperson begleitet, zum Beispiel ein Familienangehöriger oder aber auch eine Freundin oder ein Freund.“ In manchen Fällen – vor allem bei Sexualdelikten an Kindern – macht eine Videovernehmung Sinn. Diese hat den Zweck, dass das Opfer nur einmal aussagen und sich nicht wiederholt Befragungen aussetzen muss. „Wichtig ist, dass die Videovernehmung nicht nur durch Polizisten erfolgt, sondern währenddessen auch ein Ermittlungsrichter anwesend ist. Sonst hat die Aufzeichnung später vor Gericht nur eingeschränkten Bestand“, erklärt Weber.

Opferhilfeeinrichtungen beraten kostenfrei

Geschädigte sollten sich möglichst schnell an eine professionelle Opferhilfeeinrichtung wie den „Weißen Ring“ wenden. Dieser ist bundesweit tätig, berät kostenlos und vertraulich und vermittelt spezialisierte Anwälte sowie Therapeuten an Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind. „Diese Einrichtungen verfügen über gut geschultes Personal, das die jeweilige Situation gut einschätzen kann und bei der Bewältigung der weiteren Schritte behilflich ist“, so Weber. Außerdem erhalte man dort einen Scheck für eine kostenfreie Erstberatung bei einem Anwalt – sofern man keine Rechtsschutzversicherung hat und unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt. Handelt es sich um eine besonders schwere Straftat wie etwa schwere Körperverletzung, Raub, Erpressung mit schweren Folgen oder ein Sexual- oder Tötungsdelikt, trägt der Staat von Anfang an die kompletten Anwaltskosten. Wenn Kinder betroffen sind, werden die Kosten im Regelfall sofort vom Staat übernommen. „Möchte man sich selbst nach einem Anwalt umschauen, sollte man darauf achten, dass es sich um einen Fachanwalt für Strafrecht handelt, der Erfahrung in der Beratung von Opfern hat“, betont Weber.

Wichtige Rechte während des Ermittlungsverfahrens

Die Ermittlungen der Polizei können längere Zeit in Anspruch nehmen. Erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, dauert es ebenfalls eine Weile, bis feststeht, ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Es kann deshalb passieren, dass zwischen Tat und Gerichtsverhandlung bis zu einem Jahr vergeht. Das Opfer hat generell das Recht zu erfahren, ob ein Verfahren eingestellt wird und kann ggf. Einspruch einlegen. Außerdem kann man selbst Teile oder Abschriften aus den Akten anfordern oder der beauftragte Anwalt kann Akteneinsicht nehmen. „Es ist durchaus sinnvoll, den Anwalt diese Arbeit übernehmen zu lassen, da man selbst durch die Tat häufig schon genug belastet ist“, weiß der Fachanwalt. Kann man sich den Anwalt finanziell nicht leisten, kann häufig Prozesskostenhilfe beantragt werden.

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NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.